Sabah: Borneos wildes Herz

Malaysias nördlichster Bundesstaat auf Borneo vereint alles, was Naturliebhaber suchen: den höchsten Berg Südostasiens, Orang-Utans in freier Wildbahn und einige der ältesten Regenwälder der Erde.

Sabah liegt an der Nordspitze Borneos, der drittgrößten Insel der Welt. Mit 73.619 Quadratkilometern ist der Bundesstaat etwa so groß wie Bayern. Während das Festland Malaysias mit Regionen wie Kedah kulturelle und historische Schätze bietet, lockt Sabah mit unberührter Natur. Doch hier leben nur 3,5 Millionen Menschen - der Rest ist Wildnis.

Die Hauptstadt Kota Kinabalu dient als Tor zu den Naturwundern. Von hier aus erreicht man den Kinabalu-Nationalpark, die Orang-Utan-Reservate und die Tauchgründe von Sipadan, die zu den besten der Welt zählen.

Mount Kinabalu: Der heilige Berg

Mit 4.095 Metern ist der Mount Kinabalu der höchste Gipfel Südostasiens. Die einheimischen Kadazan-Dusun verehren ihn als Sitz der Ahnengeister. Der Name bedeutet "Ehrfurcht gebietender Ort der Toten".

Wanderer auf dem Weg zum Gipfel des Mount Kinabalu

Der Aufstieg beginnt am Timpohon Gate auf 1.866 Metern. Die meisten Bergsteiger übernachten in der Laban Rata Hütte auf 3.272 Metern und brechen gegen 2 Uhr morgens zum Gipfel auf. Bei klarem Wetter erlebt man den Sonnenaufgang über dem Südchinesischen Meer - ein Moment, der die Strapazen vergessen lässt.

Genehmigung erforderlich

Der Kinabalu-Nationalpark begrenzt die tägliche Besucherzahl auf 135 Bergsteiger. Permits müssen Wochen im Voraus über die Parkverwaltung Sutera Sanctuary Lodges gebucht werden. Die Kosten liegen bei etwa 200-300 Euro inklusive Führer und Übernachtung.

Orang-Utans: Die Menschenaffen Borneos

Borneo ist neben Sumatra der einzige Ort, an dem Orang-Utans in freier Wildbahn leben. Schätzungen zufolge gibt es noch etwa 11.000 Tiere in Sabah. Palmölplantagen bedrohen ihren Lebensraum - pro Jahr verschwinden weitere Quadratkilometer Regenwald.

Orang-Utan im Regenwald von Sabah

Sepilok Orang Utan Rehabilitation Centre

23 Kilometer von Sandakan entfernt liegt das berühmteste Orang-Utan-Zentrum Borneos. Seit 1964 werden hier verwaiste und verletzte Tiere aufgepäppelt und auf die Auswilderung vorbereitet. Besucher können die Fütterungen um 10 und 15 Uhr beobachten - wenn die Tiere kommen, denn sie leben halbwild im umliegenden Wald.

Kinabatangan River

Der längste Fluss Sabahs windet sich durch einen Korridor aus Regenwald. Bootstouren am frühen Morgen und späten Nachmittag bieten gute Chancen auf wilde Orang-Utans, Nasenaffen, Zwergelefanten und Krokodile. Die Lodges am Flussufer sind einfach, aber die Tierbeobachtungen entschädigen.

Unter Wasser: Sipadan und die Tunkuinseln

Die Insel Sipadan gilt als einer der zehn besten Tauchspots der Welt. Barrakuda-Tornados, Hammerhaie und Schildkröten in Massen erwarten die Taucher. Die Insel ist unbewohnt - Übernachtungen sind auf den Nachbarinseln Mabul und Kapalai möglich.

Für Anfänger und Schnorchler eignet sich der Tunku Abdul Rahman Marine Park vor Kota Kinabalu besser. Fünf Inseln mit weißen Stränden und klarem Wasser liegen nur 20 Bootsminuten von der Hauptstadt entfernt.

Danum Valley: Unberührter Primärwald

130 Millionen Jahre alter Regenwald, kaum berührt vom Menschen. Das Danum Valley Conservation Area im Landesinneren schützt 438 Quadratkilometer Urwald. Hier leben alle großen Säugetiere Borneos: Orang-Utans, Nebelparder, Sonnenbären, Banteng-Rinder.

Canopy Walkway im Danum Valley

Der Canopy Walkway führt 27 Meter über dem Waldboden durch die Baumkronen. Nachtwanderungen zeigen eine andere Welt: Koboldmakis mit riesigen Augen, leuchtende Pilze, jagdende Schlangen.

Sabah auf einen Blick

Fläche73.619 km²
HauptstadtKota Kinabalu
Höchster BergMount Kinabalu (4.095 m)
Orang-UtansEtwa 11.000
Beste ReisezeitMärz-Oktober (Trockenzeit)
AnreiseFlug nach Kota Kinabalu (BKI)