Naturpark Bajanaul

Kasachstans erster Nationalpark: Wo Granitriesen aus Birkenwäldern ragen und Legenden von versteinerten Liebenden erzählen.

Etwa 100 Kilometer südlich von Pawlodar erhebt sich aus der flachen Steppe eine Landschaft, die so gar nicht nach Kasachstan aussieht. Bewaldete Berge, klare Seen, bizarre Felsformationen - der Naturpark Bajanaul ist eine geologische Anomalie und wurde 1985 zum ersten Nationalpark des Landes erklärt.

Das Bajanaul-Gebirge entstand vor etwa 350 Millionen Jahren aus vulkanischem Granit. Wind und Wetter formten daraus Skulpturen, die Namen wie "Steinerne Köpfe", "Schlafender Krieger" oder "Der Kopf des Mädchens" tragen. Die Einheimischen sehen in diesen Formationen versteinerte Figuren aus alten Legenden.

Die Seen von Bajanaul

Drei Seen prägen den Park: Dschasybaj, Toraigyr und Sabyndykol. Der Dschasybaj-See ist der bekannteste - sein türkisfarbenes Wasser ist im Sommer warm genug zum Baden. Am Ufer stehen Jurten und kleine Gästehäuser, die Ferienkolonie aus Sowjetzeiten hat bis heute Bestand.

Der kristallklare See Dschasybaj im Naturpark Bajanaul

Der Toraigyr-See liegt höher und ist weniger erschlossen. Wer hierher wandert, hat oft den ganzen See für sich. Die Einheimischen sagen, sein Wasser habe heilende Kräfte - ob das stimmt, sei dahingestellt, aber schön ist es allemal.

Die Legenden der Felsen

Jede Felsformation in Bajanaul hat ihre Geschichte. Die berühmteste handelt von Dschasybaj und Bajanaul selbst: Ein Liebespaar, das sich gegen den Willen der Eltern fand und versteinert wurde. Der Berg Bajanaul trägt den Namen des Jünglings, der See Dschasybaj erinnert an das Mädchen.

Beste Reisezeit

Juni bis September. Im Hochsommer (Juli/August) kann es voll werden - kasachische Familien verbringen hier ihren Sommerurlaub. Mai und September bieten mildere Temperaturen und weniger Besucher.

Wandern und Erkunden

Der Park bietet Wanderwege für jeden Anspruch. Die Besteigung des Akbet-Berges (1.026 m) dauert etwa drei Stunden und belohnt mit einem Panorama über die gesamte Region - im Norden die Steppe bis zum Horizont, im Süden die bewaldeten Hügel des Parks.

Panoramablick vom Berg Akbet über den Naturpark Bajanaul

Kürzer ist der Weg zu den Steinernen Köpfen: Granitblöcke, die durch Verwitterung menschliche Gesichtszüge angenommen haben. Der bekannteste, "Kopf des Mädchens", sieht tatsächlich aus wie ein in Stein gemeißeltes Profil.

Praktische Informationen

Der Park liegt etwa 230 Kilometer von Astana entfernt, die Anfahrt dauert mit dem Auto etwa drei Stunden. In der Hochsaison fahren Busse von Pawlodar. Im Park selbst gibt es einfache Unterkünfte und Jurten - wer Komfort sucht, übernachtet in Pawlodar und macht einen Tagesausflug.

Naturpark Bajanaul auf einen Blick

Gründung1985 (erster Nationalpark Kasachstans)
Fläche507 km²
Höchster PunktBerg Akbet - 1.026 m
HauptseenDschasybaj, Toraigyr, Sabyndykol
Entfernung Astana230 km
Beste ReisezeitJuni - September