Wolgograd: Das Kosakentum

Vom Wilden Feld zur Elitetruppe des Zaren - die Geschichte der Kosaken im Wolgagebiet.

Das Wilde Feld

Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert lag südlich von Moskau ein Niemandsland. Die Russen nannten es das "Wilde Feld" - eine Steppenregion zwischen Orient und Okzident, in der weder der Zar noch die Tataren dauerhaft herrschten.

Aus diesem Grenzland entstanden die Kosaken. Der Name kommt vom türkischen "kazak" und bedeutete "freier Mensch". Genau das waren sie: Menschen, die niemandem unterstanden außer ihrem selbstgewählten Anführer, dem Ataman. Die russischen Traditionen der Kosaken unterscheiden sich bis heute von denen des übrigen Russlands.

Die russische Steppe bei Wolgograd

Ermaks Feldzug nach Sibirien

Der legendärste Moment der Kosakengeschichte ereignete sich zwischen 1579 und 1585. Der Ataman Ermak Timofeewitsch führte eine Truppe über den Ural nach Sibirien. Mit etwa 800 Mann besiegte er das Khanat Sibir und öffnete Russland den Weg nach Osten.

Das Freilichtmuseum Ilowla

Wer heute die Kosakenkultur erleben will, fährt ins Dorf Ilowla im Gebiet Wolgograd. Das Freilichtmuseum zeigt einen Kosakenhof aus dem späten 19. Jahrhundert.

Traditioneller Kosakenhof im Museum Ilowla

Kosakenmuseum Ilowla

Das Museum bietet folkloristische Konzerte, traditionelle Kosakenküche und Reitkurse. Wer will, durchläuft sogar eine Aufnahmezeremonie zum Kosaken.

Der Mamajew-Hügel

Der Mamajew-Hügel in Wolgograd ist einer der bedeutendsten Gedenkorte Russlands. Hier tobte 1942/43 die Schlacht von Stalingrad. Die 85 Meter hohe Statue "Mutter Heimat ruft" krönt den Hügel und ist eines der größten Denkmäler der Welt. Der Aufstieg über die 200 Stufen führt vorbei an Reliefs und Skulpturen, die an die Gefallenen erinnern.

Wolgograd & Kosakentum auf einen Blick

Entstehung Kosakentum15.-16. Jahrhundert
Bedeutung "Kosak""Freier Mensch" (türkisch)
Ermaks Sibirien-Feldzug1579-1585
Mamajew-HügelGedenkstätte Schlacht von Stalingrad
Museum IlowlaGebiet Wolgograd