Goldener Ring in Russland: Uglitsch
Blick auf den Kreml und die Dimitri Kirche in Uglitsch, Russland |
Uglitsch ist eine alte russische Stadt an der Wolga. Uglitsch gehört zum Goldenen Ring in Russland. Sie wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Die Wolga macht an dieser Stelle einen Bogen und bildet gleichsam einen Winkel (Winkel heißt russisch „Ugol"), doch möglicherweise hat die Stadt ihren Namen einem der Stämme zu verdanken, die hier im Altertum beheimatet waren. Im 10. Jahrhundert war an der Stelle des späteren Kremls von Uglitsch die Ansiedlung eines Warägerheeres entstanden, die denn auch den Ursprung der Stadt bildete. Aufgrund der Sehenswürdigkeiten wurde Ugltisch zur einer der Städte des Goldenen Rings in Russland.
Im 13. Jahrhundert wird Uglitsch zur Hauptstadt eines kleinen Fürstentums, dessen Besitztümer sich am linken Ufer der Wolga bis zu den Besitztümern Twers und Weliki Nowgorods erstreckten. Mitte des 14. Jahrhunderts ging Uglitsch zum Moskauer Fürstentum über.
Im 15. Jahrhundert wird Uglitsch zur Metropole eines Teilfürstentums und zu einem der bedeutenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren des Russischen Staates. Hier wurden eigene Münzen geprägt, eigene Chroniken geführt sowie Bücher abgeschrieben und neu gestaltet.
Uglitsch bietet dem Reisenden zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Russland |
Der Fürst Andrej Bolschoi (der Große) (1462 - 1491) ließ Steinbauten im Kreml und in den umliegenden Klöstern errichten. Ende des 16. Jahrhunderts spielten sich in Uglitsch rätselhafte und tragische Ereignisse ab, welche die Geschichte Russlands stark beeinflußten. Unter mysteriösen Umständen kam hier Zarewitsch Dimitri, der letzte Sohn Iwan des Schrecklichen, ums Leben. Der amtlichen Version zufolge habe er sich während eines epileptischen Anfalls in ein Messer gestürzt, doch der Volksmund schrieb seinen Tod den Leuten von Boris Godunow, einem Schwager des Zaren Fjodor loannowitsch, zu. Eben diese Auffassung wurde dem Drama „Boris Godunow' von A. S. Puschkin zugrunde gelegt.
Dieses Ereignis hatte eine verhängnisvolle Bedeutung für Russland. Es bildete das Vorspiel zur „unruhigen Zeit", einer blutigen Epoche der Bürgerkriege und der Selbsternannten, die sich für Zarewitsch Dimitri ausgaben, der Intervention und der Plünderung des Landes. Uglitsch wurde in den Jahren 1610 - 1611 einer schrecklichen Plünderung ausgesetzt, und erst ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ging man in der Stadt erneut daran, Steinkirchen zu bauen, derzeit bieten zahlreiche Sehenswürdigkeiten in Uglitsch dem Reisenen einen sehenswehrten Tourismuspunkt in Russland und dem Goldenen Ring von Russland.

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