Länder
Karte
Taschkent
07:25
18°
morgen:
+31°

Währung:
UZS / Som

Kurs
1€- 4,885.51

Usbekistan: Andishan

 
 

Gebiet Andishan in Usbekistan

Geografische Lage: Das Gebiet Andishan liegt im östlichsten Teil des Landes. Im Norden und Nordwesten grenzt es an das Gebiet Namangan, im Osten an die Republik Kirgistan, im Süden und Südwesten an das Gebiet Fergana. In Usbekistan hat das Gebiet Andishan mit 560 Bewohnern je Quadratkilometer die größte Bevölkerungsdichte.

Die Bevölkerungszahl des Gebiets belief sich per 1. Januar 2008 auf 2.454.000 Personen, von denen 70,7 % auf dem Lande und 29,3 % in Städten leben. Im Gebiet leben Angehörige von insgesamt mehr als 100 Nationalitäten und Völkerschaften. Die Bevölkerung wächst im Jahresdurchschnitt um 1,1 %. Die arbeitsfähige Bevölkerung des Gebiets beläuft sich auf 1.377.000 Personen, von denen 114.700 in den Volkswirtschaftszweigen und 819.300 Personen in kleinen und mittleren Unternehmen tätig sind.

Die größten Städte des Gebiets sind Andishan, Schachrichon, Asaka, Korasuv, Kurgontep, Chonobod, Poitug und Pachtaobod.

Andishan hat große Naturreichtümer, unter anderem reiche Vorkommen an fossilen Brennstoffen. Auf dem Territorium des Gebiets wird auf 8 großen Vorkommen Erdöl und Erdgas gefördert, dazu zählen die Lagerstätten »Andijon«, »Janubiy Olamushuk«, »Polvontosh«, »Xo'jaobod« u.a.

Das Gebiet Andishan ist zugleich eine der führenden Industrieregionen Usbekistans. Hier gibt es derzeit ca. 80 große Industrieunternehmen, darunter das gigantische Automobilwerk »O'zDAEWOOAuto« und Unternehmen wie »AndijonKabel«, »Bioki- myo«, »Andijon yog'-moy«, »Andijon don mahsulotlari«. Eine Spitzenposition nimmt das Gebiet bei der Anzahl der neu gegründeten Unternehmen mit ausländischer Beteiligung ein. Mit großem Erfolg arbeiten hier Joint venture wie »O'zKoram«, »O'zsemyung«, »O'ztongHong«, »YevraziyaTekstil«, »Oyim Tekstil«, »Poytug'Teks« u.a. Besonders die Leichtindustrie weist ein hohes Entwicklungstempo auf. In den Jahren 2006 und 2007 wurden im Interesse der Umsetzung perspektivreicher Investitionsobjekte in der Region mehrere groß angelegte Programme der Zusammenarbeit mit Ländern wie Russland, Kasachstan, Ukraine, China, Korea, Japan, Deutschland, Polen, Iran, Indien u.a. realisiert. Die Anwerbung von Investitionen in die Wirtschaft des Gebiets wird fortgesetzt. Beispielsweise wird der Plan zur Modernisierung und technischen Umrüstung der Aktiengesellschaft »AsakaTekstil« für einen Gesamtbetrag von 3,6 Mio. USD realisiert. In diesem Unternehmen sollen mehr als 2.100 Tonnen Baumwollgarn pro Jahr gefertigt werden, was zugleich Voraussetzung für das Entstehen neuer Arbeitsplätze ist. Aktiv gearbeitet wird an der Gründung von Gemeinschaftsunternehmen auf der Basis vorhandener Kapazitäten wie der »Izboskan shoyi to'qish« und »Poytug' poyafzal«. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, pro Jahr zusätzlich mehr als 3.000 Tonnen hochwertiger Garne und über 1.000 Tonnen Trikotagen und weitere Konsumgüter zu produzieren.

Im Gebiet gibt es 746 allgemeinbildende Schulen, 11 akademische Lyzeen, 86 Berufskollege und 5 Hochschulen.

Bei den letzten Wahlen zum Zweikammernparlament und den örtlichen Abgeordnetenversammlungen wurden aus dem Gebiet Andishan gewählt:
•    6 Mitglieder des Senats des Olij Mashlis;
•    11 Abgeordnete der Gesetzgebenden Kammer des Olij Mashlis;
•    339 Abgeordnete der Kreisabgeordnetenversammlungen;
•    50 Abgeordnete der Gebietsabgeordnetenversammlung.
Im Gebiet gibt es 575 nichtstaatliche gemeinnützige Organisationen. Es erscheinen 35 Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem »Andijonnoma«, »Andishanskaja Prawda«, »Andijon tongi«, »Andijon yoshlari«, »Davr sadosi«. Es gibt einen Fernsehsender des Gebiets Andishan. Weitere Informationen zum Gebiet Andishan finden Sie unter www.andijan.uz.


Geschichtlicher Exkurs

Im 6. Jahrhundert v.u.Z. entwickelte sich auf dem Territorium des heutigen Gebiets Andishan der Staat Dawan mit seiner Hauptstadt Erschi. Damals vollzog sich gerade der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit, entwickelten sich Produktivkräfte, dehnte sich dank künstlicher Bewässerung der Ackerbau aus. Auch die Viehzucht entwickelte sich. Und genau hier wurden die besonders in China so populären »Himmelspferde« gezüchtet. In der Antike lag diese unter der Bezeichnung „Andugon" bekannte Region an der Schnittstelle von Karawanenhandelswegen der „Großen Seidenstraße", die den Orient mit dem Okzident verbunden hat. Die Entwicklung der Marchamatkultur des Staates Dawan (220-419 u.Z.) und der Eilatankultur (1. bis 3. Jahrhundert u.Z.) förderten die Urbanisierung und die Entwicklung des Handwerks. Im 7. und 8. Jahrhundert, als sich der Islam ausbreitete, vollzog sich die Islamisierung der örtlichen Bevölkerung.

Der Zerfall des arabischen Imperiums und sein Einfließen in den Samanid- Staat (mit der Hauptstadt Buchara) führte im 9. Jahrhundert zur Entwicklung der Wissenschaft, der Kunst und des Handels mit anderen Ländern.

Andishan wird zu einem der großen Zentren des Ferganatals. Im 10. Jahrhundert wird es zu einem Teil des Karahanid-Staates und im 12. Jahrhundert gehört es zum Dshigatai-Staat, dessen Herrscher der Sohn des Dschingis Khan war. Nach dem Zerfall des Mongolenreichs wird Andishan im 16. Jahrhundert Teil des Timuridenstaates.

Diese Periode ist durch die Entwicklung des Handwerks und der Landwirtschaft, der Architektur, Wissenschaft und Kunst charakterisiert. Andishan wurde zur Heimat großer Personen, deren Namen eine beachtliche Spur in der Weltgeschichte hinterlassen haben. Dazu zählt Zahiridin Muhammad Babur, der große Heerführer und Fürst eines der Timuridenstaaten, der durch die Umstände gezwungen war, der Heimat den Rücken zu kehren, und der das Imperium der Großmoguln auf dem Territorium des heutigen Indien, Pakistan und Afghanistan schuf. Und Andishan ist die Heimat des großen usbekischen Gelehrten und Poeten Nodirabegim (Mochlaroijm).

Bis zur Kolonialisierung Zentralasiens durch das Russische Zarenreich im Jahre 1876 gehörte Andishan zum Staat der Shejbanide (15. Jh.) und danach zum Khanat Kokand. 1917 wurde die Sowjetmacht installiert, begann die Enteignung des Privateigentums und von Grund und Boden. Das rief den Widerstand der örtlichen Bevölkerung hervor, der häufig in offenen Aktionen gegen die Machthaber zum Ausdruck kam. 1941 wird das Gebiet Andishan Verwaltungseinheit im Bestand der Republik Usbekistan.

Ungeachtet der Entfernung der Region von den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs blieb sie davon nicht unberührt. Hunderttausende wurden zur Roten Armee eingezogen und nahmen 1941-1945 an den Kämpfen gegen das faschistische Deutschland teil. Viele Industriebetriebe aus den westlichen Teilen der Sowjetunion wurden nach Andishan evakuiert und produzierten hier wichtige Güter für die Front. Der Zerfall der Sowjetunion 1991 und die Gründung eines unabhängigen Staates Usbekistan bedeutete eine neue Etappe in der Entwicklung des Gebiets Andishan. Damals begannen die Prozesse des Übergangs zur Marktwirtschaft, der Privatisierung und Entflechtung des staatlichen Eigentums, der Schaffung der Marktinfrastruktur und der Organisation gemeinsamer Produktionen mit ausländischen Partnern sowie der Entwicklung der Außenwirtschaftstätigkeit der Unternehmen, die aktiv fortgesetzt werden.


Werkstatt unter freiem Himmel

Als »Werkstatt unter freiem Himmel« kann man die Reihen der Stände von Handwerkern in der Altstadt von Andishan bezeichnen.

In einer Gasse unmittelbar beim zentralen Bauernmarkt haben sich Dutzende Handwerker angesiedelt. Es ist aber nicht nur ein Ort, an dem man Handarbeitserzeugnisse feilbietet, sondern in gewisser Weise eine Arena für anschauliche Lehrstunden in den nationalen Handwerksgewerben. Die Geschichte dieses einmaligen Ortes reicht weit zurück.
Die Handwerker Usbekistans bereiten sich auf das sechste internationale Festival in Buchara vor. „Die geachtetsten Meister, die heute die Geheimnisse ihres Handwerks an ihre Söhne und Enkel weitergeben, sagen, dass hier nicht nur ihre Väter sondern auch schon ihre Groß- und Urgroßväter gearbeitet haben", stellt der stellvertretende Vorsitzende der Gebietsvereinigung „Chunarmand" Mutalibshon Sodikow fest. „Dank der allseitigen Unterstützung, die die Handwerker erhalten, konnten einmalige Gewerke wieder zum Leben er weckt werden. Außerdem beteiligen wir uns aktiv an internationalen Ausstellungen, an der Restaurierung vieler Denkmäler der Architektur und Baukunst."

Die Handwerker der Region richten sich streng nach ihrer Spezialisierung. So werden in den Städten Schachrichon, Andishan und Karasuv typische nationale Messer, Klingen und Säbel gefertigt. Die Holzschnitzerei ist in den Kreisen Izboskan, Pachtaobod und Baliktschi entwickelt. Das kunstvolle Töpferhandwerk findet man in den Kreisen Asaka und Oltinkul. In ganz Zentralasien findet man Tjubetejkas, die durch die Meisterinnen aus den Kreisen Schachrichon, Andishan und Pachtaobod kunstvoll von Hand bestickt worden sind. Auch die Herstellung nationaler Stoffe wie Atlas, Adras oder Bekasam ist hier zu finden. Die Handwerksmeister des Gebiets Andishan haben Wertschätzung und Anerkennung gefunden. So zum Bei spiel Sodikshon Nematow aus Schachrichon, der Sieger des Republikwettbewerbs »Taschabbus-2007«, Julbars Utaganow aus Izboskan, dessen geschnitzte Säulen und Paradetore heute den Komplex Imam al-Buchari in Samarkand zieren, der in vierzehnter Generation tätige Töpfermeister Mirzabachr Abduwachabow aus Andishan, der Mitglied der usbekischen Akademie der Künste und UNESCO- Preisträger ist. Weit über die Grenzen Usbekistans hinaus bekannt ist wegen seines Talents auch der Meister Abdumalik Madraimow aus Andishan, der Dutzende Arten von Musikinstrumenten, unter anderem aus der Ära des Baribur, wieder zum Leben erweckt hat.

Usbekistan: Sehenswürdigkeiten & Kultur

  • Reiseziel Reiseziel
  • Flughafen Flughafen
  • Museum Museum
  • Sehenswürdigkeiten Sehenswürdigkeiten
  • Freizeiteinrichtungen Freizeiteinrichtungen
  • Park\Garten Park\Garten
  • Einkaufen Einkaufen
  • Hotel Hotel

Individualreisen: Rundreisen in Usbekistan

Destinationen: Weitere Reiseführer auf EU-ASIEN.DE