Übersicht Wolgograd
Wolgograd, früher Stalingrad und davor Zarizyn, spielte und spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte des Altrusslands, des russischen Reiches, der Sowjetunion und der russischen Föderation. Die Stadt ist durch ihre einzigartige geographische Lage weltberühmt. Sie liegt in mitten der Land- und Wasserwege, die Europa mit Asien verbinden.
Die Stadt blickt auf eine 400 jährige Geschichte zurück und im Laufe dieser Zeit erwies sie sich im Zentrum der größten Ereignisse des russischen gesellschaftlichen und politischen Lebens als der Schauplatz der großen historischen Katastrophen.
Der Gründungsort von Zarizyn ist Steppe zwischen Wolga und Don, die zum Schauplatz grausamer Kämpfe wurde. Zarizyn, im Jahre 1589 gegründet, bekam die Rolle einer Wachtfestung, deren Aufgabe es war Russland und den großen Handelsweg gegen Nomaden zu verteidigen.
Diese Nomadenzüge, bei denen wilde Steppenhorden in die befestigte Siedlung einbrachen, ausraubten und manchmal sogar dem Erdboden gleichmachten, waren nicht selten. Viel Schlimmes hat die Stadt erdulden müssen, aber immer wieder lebte Zarizyn erneut auf, um ihren schweren Dienst zu verrichten.
Im 16. Jahrhundert wurde zur Wiege der russischen "Freistadt" und zum Zufluchtsort aller Elenden, flüchtiger Bauern und Leibeigenen. All diese beeinflusste die Gründung von Zarizyn. Die Bewohner des Niederwolgagebiets nahmen zusammen mit den Donkosaken an Volksaufständen teil. Hier marschierten auch Truppen vieler Volksanführer wie Stepan Rasin, Kondrat Bulawin und Emeljan Pugatschjew durch. Diese Stadt erinnert sich an verwegene Projekte von Peter dem Großen, aber auch einfache deutsche Umsiedler, die sich in Sarepta mit der Zucht und Verarbeitung von Senfsamen beschäftigten.
Etwa Ende des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese abgelegene Kreisstadt zum großen Handels- und Industriezentrum. Eine besondere Rolle spielte die Stadt während der sowjetischen Phase der russischen Geschichte. Als eine der ersten Städte unterwarf sich Zarizyn der neuen Macht. Zarizyn wurde während eines der schwersten Momente für die junge sowjetische Republik zur Basis der Revolution im Süden. Die Arbeiterklasse bewahrte zusammen mit den regulären Truppen der Roten Armee Petrograd und Moskau vor Hunger. Die Sowjetunion würdigte den Verdienst des Roten Zarizyn während des Bürgerkrieges. Die Stadt wurde mit dem Rottannenorden ausgezeichnet.
Anfang 1925 wurde Zarizyn in Stalingrad umbenannt. Die Stadt, die den Namen des Parteiführers trug, entwickelte sich schnell zu einem großen Industriezentrum.
Hier am Wolgaufer wurden sehr rasch das erste kolossale Traktorenwerk, ein leistungsstarkes Wärmekraftwerk und eine große Schiffswerft erbaut. Die holzverarbeitende und Hüttenindustrie wurde gründlich rekonstruiert, aber auch schöne Wohnviertel entstanden.
Die Bevölkerung der Stadt vergrößerte sich fast um das Fünffache im Vergleich zu der vorrevolutionären Zeit und zählte 500 Tausend Menschen.
Im Jahre 1942 wurde die Stadt zu einem flammenden Meer. Das war die Zeit der Stalingrader Schlacht. Alle Bewohner der Stadt griffen zu den Waffen, um ihre Heimatstadt zu verteidigen. Alle Völker der Sowjetunion halfen ihnen als Soldaten der Sowjetarmee dabei. Zweihundert Tage und Nächte dauerte die Schlacht um Stalingrad. Die ganze Welt beobachtete den Gefechtsverlauf. Das war bis jetzt in der Geschichte der einzige Konflikt, an dem mehr als eine Million Soldaten von jeder Seite teilnahmen. Russland musste hier eine der schwersten Prüfungen in seiner Geschichte erleben.
"Stalingrad ist eine Festung, die mit stählernen Gürteln der Befestigungen umgeben ist", war damals in den ausländischen Zeitungen zu lesen. Stalingrad war aber keine Festigung, nur die Tapferkeit seiner Verteidiger machte diese sie dazu.
Am 2. Februar 1943 wurde hier ein großer Sieg errungen. Dieser Sieg wurde zum Wendepunkt in der Geschichte des 2. Weltkrieges. Hier begann Niedergang des Hitlerfaschismus.
Für ihre Verdienste um die Heimat, für Tapferkeit und Heroismus im Kampf gegen die faschistischen Okkupanten bekam die Stadt am 1. Mai 1945 auf Befehl des Obersten Befehlshabers den Ehrentitel einer Heldenstadt. Am 8. Mai 1965 beschloss das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR der Heldenstadt Wolgograd den Leninorden und die Medaille "Goldene Stern" zum Gedächtnis des 20jährigen Jubiläums des Sieges unseres Volkes im Grossen Vaterländischen Krieg zu verleihen.
Aber dies waren nicht alle Heldentaten. Die Wiedergeburt von Stalingrad wurde zur weiteren Heldentat des russischen Volkes, denn der Wiederaufbau der zerstörten Stadt, der Aufbau des Wolga-Don-Schifffahrtskanals und die Entstehung eines der größten Wasserkraftwerke in Europas forderte von den Bewohnern der Stadt und von den aus allen Ecken der Sowjetunion gekommenen Fachleuten nicht weniger Heroismus.
Im Jahre 1961 wurde Stalingrad der Namen Wolgograd zuteil. Die Missbilligung des Personenkults von Stalin war dafür ausschlaggebend.
Zu seinem 400-jährigen Jubiläum wurde Wolgograd zu einem der größten Industrie- und Kulturzentren des Landes.
Erzeugnisse der Wolgograder Betriebe wie Traktoren und Schiffe "Fluss - Meer", Bohr- und Petrochemieausrüstung, Stahl und Aluminium, stählerne Seile und medizinische Ausrüstung sind in Russland und im Ausland wohl bekannt.
In der Stadt gibt es mehr als 20 staatliche und private Hochschulen, vor allem sind das Universitäten, Institute, als auch Filialen, Abteilungen, Konsultationspunkte der Hochschulen anderer Städte. In Wolgograd gibt es mehr als 26 Mittelschulen - Kollegs, Fachschulen und Lehranstalten.
Den Kulturellen Kern der Stadt bilden sieben Theater, eine Philharmonie, das Zentralhaus der Offiziere der Russischen Armee, ein moderner Zirkus, viele Bibliotheken, Kulturhäuser und Kulturpaläste, ein Planetarium mit einzigartigen optischen Geräten, die von den Arbeitern der DDR geschenkt wurden.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion trägt Wolgograd, die zusammen mit der Stadt Wolgsky eine Einheit bildet und mehr als 1,5 Millionen Menschen zählt, zu Recht den Titel der Hauptstadt im Süden Russlands, indem es solche wichtigen Zentren wie Saratow, Astrachan, Rostow-am-Don und Krasnodar in der Zahl der Bevölkerung übersteigert.
Aber auch die Schönheit der Wolgawindung, der Ergeni-Mineralquellen und das wundervolle Klima mit mehr Sonnentage als die anderen oben genannten Städte macht diese Stadt so attraktiv.
Obwohl Russland eine Krise erlitt, die die Industrieerzeugung in der Stadt beeinflusste denn sie verminderte sich wesentlich, besitzt Wolgograd heute große Perspektiven in Bereichen des Tourismus, der Entwicklung des Dienstleistung, der Bildung und Kultur. Wolgograd ist ein Mahnmal der dramatischen Ereignisse in der Geschichte dieser Stadt. Hier gibt es viele Denkmäler und Denkstätten, besonders zu erwähnen ist das Denkmal zu Ehren der Wolgaverteidiger auf dem Mamai-Hügel und das Panorama der Stalingrader Schlacht, die jeden emotional berühren.
Wolgograd erstreckte sich über 100 km am Wolgaufer und ist somit die zweitgrößte Stadt in Europa nach ihrer Gesamtlänge und entwickelte sich zu einem großen industriellen Zentrum des Landes. Hier entstanden viele Betriebe der Metallurgie, des Maschinenbaus, der Petrolchemie sowie der holzverarbeitenden Industrie. Diese Entwicklung rief jedoch viele Probleme hervor. Besonders im ökologischen Bereich, in der Infrastruktur und der kommunalen Wohnungsverwaltung.
Aber trotzdem kommen viele Tausende Touristen aus Russland und dem Ausland in diese Heldenstadt. Und alle Wolgograder verstehen, dass es hier nicht nur um die Ehrung geht, sondern auch um eine große Verantwortung.
Eine Generation löst die andere ab und die legendäre Stadt erneuert ihre Gestalt. Nur die Gastlichkeit der Wolgograder, ihre Gutherzigkeit und Anmut bleiben unverändert.
In ihrer heutigen friedlichen Arbeit streben sie danach die ruhmreiche Geschichte der Stadt fortzusetzen.

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