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Russland: Wolgagebiet

 
 

Das Wolgagebiet und seine Sehenswürdigkeiten in Russland

Wolgagebiet Russland

Die Wolga wird Russlands Hauptstraße genannt und ist eines der Symbole des Landes. Die Länge der Wolga beläuft sich auf 3.530 Kilometern und sie ist somit der längste Strom Europas. Erstmals beschrieben und in groben Zügen in einer Karte eingetragen hat sie im 2. Jh. u. Z. der griechische Astronom Claudius Ptolemäus.

Die Wolga ist eine viel befahrene Wasserstraße und beliebte touristische Route. Sie entspringt in den sumpfigen Waldaihöhen im Herzen Russlands, durchfließt einige Hundert Seen und trägt dann ihre Wasser durch ganz Mittelrussland, bis sie schließlich in Form eines riesigen, aus 800 Armen bestehenden Deltas ins Kaspische Meer mündet. Durch ein System von Kanälen ist die Wolga mit der Ostsee, dem Weißen Meer und dem Asowschen Meer sowie mit Moskau und Sankt Petersburg verbunden. Großer Beliebtheit bei Ausländern erfreuen sich Wolgafahrten von Moskau nach Sankt Petersburg oder in umgekehrter Richtung sowie über kleinere Entfernungen zu den malerischen Wolgastädten Jaroslawl, Kostroma, Myschkin und Uglitsch.


Die Wolgaquelle

Kehren wir jedoch zur Wolgaquelle zurück, in das Verwaltungsgebiet Twer. Der genaue Ort, an dem der Fluss seinen Anfang nimmt, ist - und so etwas kommt nicht häufig vor - mit absoluter Genauigkeit bestimmt worden, und zwar bereits im 17. Jh. In alten Urkunden heißt es, die Wolga „fließt unter einer Birke aus einem Sumpf als Quell heraus und dann weiter zum Wolgo-See". Auf Geheiß des russischen Zaren Alexej Michailowitsch wurde 1649 an der Wolgaquelle, die etwa seit jener Zeit als geheiligter Ort angesehen wird, das Christi-Verklärungs-Männerkloster Wolgowerchowje gegründet. Heute steht hier die aus rotem Stein errichtete Olga-Kathedrale. Die erste - freilich mehr symbolische - Brücke über die Wolga befindet sich bereits einige Dutzend Meter unterhalb der Quelle, obwohl an dieser Stelle sogar ein Kind das Bächlein noch mit Leichtigkeit überspringen könnte.

Über der Quelle des wichtigsten russischen Stroms ist eine hölzerne Kapelle gebaut worden. Ganz in der Nähe ist das typisch russische Dörfchen Wolgowerchowje gelegen, dessen Namen soviel wie Wolgaoberlauf bedeutet. Diese Gegend zieht Scharen von Touristen an, die oft von weither in ganzen Familien kommen, denn die Eltern möchten ihren Kindern gern diesen für den Russen so wichtigen Ort zeigen.


Das Touristenziel Seliger See

Kazan, Kreml, Kul Scharif Moschee, Russland

Nur wenige Kilometer von der Wolgaquelle entfernt befindet sich der Seliger-See, ein bekanntes touristisches Zentrum in Mittelrussland. Es ist dies eine herrliche, sich über 100 Kilometer von Norden nach Süden erstreckende Seenlandschaft mit zahlreichen schmalen Passagen zwischen Inseln, von denen es 160 gibt. Eingerahmt ist der See, der 110 Zuflüsse hat, von dichten Laub- und Nadelwäldern. Waldrand und Lichtungen sind hervorragend geeignet zum Zelten für Touristen, die einfach aufs Geratewohl losziehen. Im Sommer trifft man überall am Ufer und auf den Inseln die bunten Zelte von Anglern und Paddelbootbesitzern. Bereits im Juni erwärmt sich das Wasser bis auf 20 Grad und darüber. Mit seinen über 30 Fischarten, darunter Zander, Blei, Wels, Zwergmaräne, Peledmaräne und sogar Aal, der vor einem halben Jahrhundert hier angesiedelt wurde, ist der Seliger-See ein wahres Anglerparadies. Auch viele Pilze und Beeren - Heidelbeeren, Walderdbeeren und Preiselbeeren - gedeihen im Umfeld des Sees.

Zentrum dieser Region ist das typisch russische Provinzstädtchen Ostaschkow. Von hier aus kann man Bootsfahrten auf dem Seliger See unternehmen, am beliebtesten sind dabei abendliche Rundfahrten auf dem See, an denen Hunderte von Touristen teilnehmen, um die berühmten Sonnenuntergänge zu bewundern und um einer winzigen romantischen Insel einen Besuch abzustatten, auf der sich das Kloster Nilowa Pustyn befindet.
Sich durch zahlreiche Seen und Sümpfe schlängelnd und das Wasser von kleinen und mittleren Flüssen in sich aufnehmend, macht die Wolga etwa 100 Kilometer nördlich von Moskau einen Bogen um die Stadt und fließt dann durch die alten russischen Städte Rshew, Subzow, Twer, Uglitsch, Jaroslawl und Kostroma, um sich schließlich in Nishni Nowgorod mit ihrem größten rechtseitigen Nebenfluss, der Oka, zu vereinen.


Nischni Nowgorod

Nishni Nowgorod, Russlands drittgrößte Stadt, ist für ihren mittelalterlichen Kreml, der hoch oben auf dem steilen Wolgaufer steht, und durch eine ständige Ausstellung russischer Waffen berühmt. Die zahlreichen hier noch vorhandenen Geschieht- und Kulturdenkmäler haben die UNESCO dazu bewogen, Nishni Nowgorod ins Verzeichnis der 100 Städte aufzunehmen, die dem Weltkulturerbe zugerechnet werden. Die Gegend um Nishni Nowgorod ist auch durch ihr Volkskunstgewerbe bekannt: bemalte Holzgegenstände aus Chochloma, Messer aus Pawlowo, Stickereien aus Gorodez, Matrjoschkas aus Semjonow, Filigranarbeiten aus Kasakowo und Spitzen aus Balachna. Nishni Nowgorod als wohlhabende Stadt der Kaufleute und Handwerker wurde nicht von ungefähr früher die „Tasche Russlands" genannt. Hier finden seit langen Zeiten schon bedeutende Industriemessen statt, zu denen Unternehmer aus ganz Russland kommen.


Kasan - Das Zentrum der russischen Moslems

Russland

Als Zentrum der russischen Moslems gilt Kasan an der Wolga, die Hauptstadt der Republik Tatarstan. Mit jedem Jahr wächst die Zahl der Ausländer, die sich die Überreste von Bolgar ansehen, einer Siedlung, die bis ins 15. Jh. bestand und wo das Fundament des tatarischen Staatswesens gelegt wurde und die Annahme des Islam durch die Tataren erfolgte. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Tatarstans sind der Kasaner Kreml, die Kasaner alttatarische Vorstadt, das Muttergottes-Kloster sowie die Städtchen Swijashsk und Jelabuga mit der in der Nähe gelegenen Teufels-Gorodischtsche, wie die Überreste von befestigten Siedlungen eines Stammes genannt werden, der im 1. Jh. unserer Zeit an der Wolga lebte.
Das interessanteste Bauwerk Kasans ist der Süümbek-Turm, das Wahrzeichen der Stadt. Man nimmt an, dass er in der zweiten Hälfte des 17. Jh. entstanden ist.

Über diesen Turm sind zahlreiche Legenden in Umlauf. Eine davon besagt, dass der russische Zar Iwan der Schreckliche, nachdem er von der geradezu überirdischen Schönheit der verwitweten tatarischen Khanin Süümbek vernommen hatte, ihr anbot, Moskauer Zarin zu werden. Die ablehnende Antwort Süümbeks diente als Anlass für einen Feldzug der Russen gegen Kasan. Da Süümbeck kein Blutvergießen wünschte, willigte sie ein, den Zaren zu ehelichen, doch nur unter einer Bedingung: Als Hochzeitsgeschenk verlangte sie, dass binnen einer Woche ein Turm errichtet werden würde, der alle Minarette Kasans überragte. Wie durch ein Wunder gelang es tatsächlich, einen solchen Turm zu bauen. Während des Hochzeitsfestes wollte die Braut vor ihrer Abreise nach Moskau einen letzten Blick aus der Höhe auf ihre heimatliche Stadt werfen. Sie stieg dazu hinauf in die oberste Etage und... stürzte sich zusammen mit ihrem kleinen Sohn in die Tiefe. Iwan der Schreckliche soll daraufhin angeordnet haben, die Stadt zu zerstören.


Die Welt der Shiguli Berge - ist unter den Sehenswürdigkeiten in Russland sehr beliebt

Überquert man die Wolga mit dem Motorschiff, so gerät man in die von der Zivilisation kaum berührte Welt der Shiguli-Berge. Als Wolga-Schweiz werden das Shiguli-Naturschutzgebiet und der Nationalpark „Samarskaja Luka" bezeichnet. In den Shiguli-Bergen kann man Wanderungen unternehmen, sei es zu Fuß oder hoch zu Ross, geheimnisvolle Bergwerksstollen besuchen, sich mit der Kultur kleiner Völkerschaften dieser Gegend bekannt machen und die Wolga mit dem Paddelboot oder einer Segeljolle befahren.


Samara Russland

Die längste und schönste Uferstraße an der Wolga befindet sich in Samara. Sie wirkt wie eine Kurpromenade, obwohl Samara eine der fünf Wolga-Städte mit über einer Million Einwohnern ist. In Samara können Touristen das tiefstgelegene aller heute nicht mehr geheimen Objekte des Zweiten Weltkrieges - Stalins Bunker - ansehen, können sich besonders erlesene Sorten des Shiguli-Bieres, des ältesten in Russland gebrauten Gerstensaftes, zu Gemüte führen und mit dem Motorschiff durch das Shiguli-Tor, die schmälste Stelle der mittleren Wolga, fahren.

Hier leben neben Russen auch Tataren, Tschuwaschen, Mordwinen und Wolgadeutsche, und alle diese Völkerschaften veranstalten regelmäßig ihre nationalen Feste, unter anderem auch ein herbstliches Bierfest.
In der Region Samara findet in der Nähe der Mastrjukowskije Seen alljährlich am Wolga Ufer ein Liedermacher Festival statt. Zehntausende Fans aus dem In- und Ausland treffen sich hier für mehrere Tage, um in einer Zeltstadt zu kampieren, mit Freunden am Lagerfeuer zu sitzen und den geliebten Liedern zu lauschen. Den Höhepunkt des Festivals bildet das nächtliche Abschlusskonzert. Die Bühne befindet sich auf dem Wasser, auf einem Floß, das die Form einer Gitarre hat. Die Zuschauer sitzen auf dem Gras des von vielen Tausend Taschenlampen erleuchteten steilen Wolga-Ufers. Und alle singen sie zu den Darbietungen der Liedermacher mit. „Singender Berg" wird das Ufer dann genannt.


Saratow Russland

Am rechten Wolga-Ufer liegt Saratow, eine der größten Städte an der Wolga. Die Geschichte der Gegend hier ist mit den Namen von Stepan Rasin und Jemeljan Pugatschow verbunden, den Anführern der Bauernkriege des 17. Jh. Bei der Entwicklung dieser Stadt spielten übrigens Einwanderer aus Westeuropa eine bedeutende Rolle, vorwiegend Deutsche - die ersten tauchten in Saratow im 18. Jh. auf, unter der aus Deutschland stammenden russischen Zarin Katharina der Großen. Unter den deutschen Einwanderern befanden sich auch die reichen Müllerfamilien Schmidt, Reinecke und Borel. Ihnen gehörten prächtige Häuser in Saratow, sie mochten sich als Wohltäter und Mäzene einen Namen. Am gegenüberliegenden Ufer der Wolga, einige Kilometer flussabwärts, gibt es einen weiteren berühmten Ort. Die Stelle nämlich, wo unweit des Dorfes Smelowka am 12. April 1961 Juri Gagarin, nachdem er als erster Mensch im Weltraum geweilt hatte, wieder auf die Erde zurückkehrte.

Im Wolgadelta breitet sich auf mehreren Inseln Astrachan aus, die älteste Stadt am Unterlauf der Wolga, ein Zentrum des Fischfangs in Wolga und Kaspischem Meer, wo es noch große Bestände an Stören (Beluga-Hausen, russischen Stören, Sternhausen und Sterlets) gibt, die rund 90 Prozent des weltweiten Fangs an diesen Fischen erbringen. Die erlesenste Delikatesse ist der schwarze Kaviar, der in zahlreiche Länder exportiert wird. Damit aus dem Störrogen der von Feinschmeckern so hoch geschätzte Kaviar wird, muss eine so manches Geheimnis beinhaltende Technologie beachtet werden. Den besten Kaviar liefern Fische, die innerhalb einiger ganz bestimmter Wochen im Frühjahr bzw. Herbst an der Mündungsstelle der Wolga-Arme gefangen werden. Der Rogen wird dann gewaschen und in Metallgefäßen gesalzen. Dabei wird der Rogen von mehreren Stören gemischt, und es gehört viel Erfahrung dazu, um anhand der Farbe der Fischeier, der Konsistenz der sie umgebenden Häute und anderer Merkmale die Teilportionen richtig auszuwählen.

Die Störe bilden einen der nationalen Reichtümer Russlands. Der Wiederherstellung der stark dezimierten Bestände dieses Edelfischs dienen in der Region Astrachan acht Fischaufzuchtbetriebe. Der „wilde" Fang von Stören und Beluga-Hausen ist verboten, doch Sportangler lässt man hier gewähren: Die an die Angel gegangenen Fische werden gewogen, es wird ein Erinnerungsfoto geschossen, anschließend aber wird die Beute wieder ins Wasser ausgesetzt. Das Angeln ist im Grunde genommen die Hauptattraktion dieser Gegend. Zwar steht der größte Teil des Wolgadeltas unter Naturschutz, und deshalb muss man einen Angelschein erwerben, dafür kann einem aber dann, wenn man ein wenig Glück hat, ein 45-Kilo-Wels an die Angel gehen. Kein Wunder, dass Angler aus aller Welt hierher kommen. Außerdem ist im Wolgadelta die Jagd auf Enten und Gänse sowie andere Wasservögel sehr beliebt.
In der letzten Zeit wird die für den Fremdenverkehr erforderliche Infrastruktur im Verwaltungsgebiet Astrachan zügig ausgebaut. Für Liebhaber aktiver Erholung entstehen moderne Touristenherbergen mit allem Komfort, es werden schwimmende Hotels eingerichtet und kleine gemütliche Motorschiffe für Wolgafahrten in Dienst gestellt.
Unweit des Wolgadeltas, an der Grenze zu Kasachstan, gedeiht in Buchten des Kaspischen Meeres eine sehr seltene Pflanze von außerordentlicher Schönheit: die Lotosblume. Während der Blüte werden eigens Schiffsfahrten organisiert, damit Touristen den geradezu fantastischen Anblick genießen können.

Russland: Urlaub in Sankt Petersburg

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Individualreisen: Rundreisen in Russland

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