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Russland: Sibirien

 
 

Sibirien in Russland

Blick auf Krasnojarsk, Russland

Sibirien in Russland ist in der Vorstellung vieler - das gilt vor allem für Ausländer - kein konkret definierter geografischer Begriff. Als Sibirien sehen sie alles an, was östlich des Urals liegt, den gesamten nördlichen Teil des asiatischen Kontinents. Wer nie dort gewesen ist, für den verschmelzen Städte, Taiga, Meere, Flüsse, Seen und Sümpfe dieses riesigen Territoriums zu einem klischeehaften Bild aus Schnee und Eis, Endlosigkeit und Wildnis.

Dabei ist Sibirien in Wirklichkeit überaus mannigfaltig. Eine Unterteilung in Regionen lässt sich nur mit einiger Willkür vornehmen: West- und Ostsibirien, Altai, Tuwa und Chakassien, Gebirgssystem Sajan und Transbaikalien, Jakutien, Hoher Norden. 7000 Kilometer beträgt die West-Ost-, 3500 Kilometer die Nord-Süd-Ausdehnung. Mit einer Fläche von 10 Millionen Quadratkilometern ist Sibirien fast dreißig Mal so groß wie Deutschland. Die ersten Europäer, die nach Sibirien gelangten, waren die Pomoren - an der Küste des Weißen Meeres und der Barentssee heimische Russen. Die ersten russischen Städte in Sibirien - Obdorsk, Tjumen und Tobolsk - gingen aus den Befestigungen hervor, die der Kosakenanführer Jermak in der 2. Hälfte des 16. Jh. bei seinen Sibirienfeldzügen anlegte.

 

Mannigfaltigkeit Sibiriens

"Stolby" (Säulen) von Krasnojarsk, Russland

Das an Naturschätzen sehr reiche Sibirien ist in vieler Hinsicht noch unerschlossen. Bereits vor drei Jahrhunderten sagte der russische Gelehrte Michail Lomonossow voraus, dass Russlands Macht mit Sibirien wachsen werde. Umfangreich sind hier die Erdgas- und Erdölvorkommen, die Gold- und Diamantenlagerstätten sowie die Holzvorrate, enorm ist Sibiriens Reichtum an Pelztieren, Fischen und reinstem Süßwasser.
An den sibirischen Strömen sind Wasserkraftwerke errichtet worden, die zu den leistungsfähigsten der Welt gehören. In Sibirien ist alles gewaltig, seien es die Ströme - Ob, Irtysch, Jenissej, Angara und Lena -, die Gebirge - Altai und Sajan - oder die Seen - Baikalsee und Telezkoje-See. Durch Sibirien verläuft der größte Teil der Transsibirischen Eisenbahn, die um die Wende vom 19. zum 20. Jh. erbaut worden ist und eine Länge von 9332 Kilometern aufweist. Etwas Besonderes sind auch die sibirischen Fröste, die 40 und 50 Grad erreichen. In der Gegend von Oimjakon in Jakutien, wo sich der Kältepol der nördlichen Erdhalbkugel befindet, wurden auch schon einmal an die 70 Grad minus gemessen. Dafür erreichen die Temperaturen im südlichen Sibirien im Sommer 30 Grad, und man kann durchaus baden, wenngleich sich die Gewässer selbst im Juli nur bis auf 17-18 Grad erwärmen. Im Süden Sibiriens sind auch Großstädte wie Omsk, Nowosibirsk, Krasnojarsk und Irkutsk gelegen. Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Verwaltungsregion Krasnojarsk sind die Stolby („Säulen"), ein Naturschutzgebiet in den Ausläufern des Östlichen Sajans. Gesteinsausstriche haben hier rund 80 bis zu 100 Meter hohe Felsengruppen entstehen lassen, von denen einige aufgrund ihrer Form Namen wie Großvater, Großmutter, Steinadler, Federn oder Festung tragen und mit Vorliebe von Felsenkletterem aufgesucht werden. In Krasnojarsk beginnt eine sehr empfehlenswerte Schiffsroute: den Jenissej entlang bis hoch hinauf in den Norden, nach Dudinka und Dixon.


Altai und Südsibirien, Russland

Weihnachtsfest mit Ded Moros, dem russichen Weihnachtsmann

Ganz besondere Anziehungskraft besitzt der Altai in Sibirien und hier wiederum der von den Einheimischen „Goldener See" genannte Telezkoje-See. Sehr beliebt ist diese Region bei Touristen, die zu Fuß, mit dem Boot oder hoch zu Ross Wanderungen unternehmen, sowie bei Freunden des Skisports und des Bergsteigens. Auf den reißenden Flüssen Katun, Baschkaus, Tschuja und Tschulymschan können Wildwassersportler Ausdauer und Mut beweisen. Eine Besteigung des höchstens Altai-Gipfels, der 4056 Meter hohen Belucha, gilt als beachtenswerte Leistung. In Gornaja Schorija in der Nähe der Stadt Meshduretschensk sind Pisten für den Abfahrtslauf eingerichtet worden. Inmitten der endlosen Weiten der Taiga liegt das geheimnisvolle Putorana-Gebirge, der höchste Teil des Mittelsibirischen Plateaus. Putorona ist ein ewenkisches Wort und bedeutet „Land der Seen mit steilen Ufern". Das Gebirge ist von bis zu tausend Metern tiefen und mit Wasser gefüllten Tälern durchzogen. Von seinem höchsten Punkt, dem 1701 Meterhohen Kamen, bietet sich ein herrlicher Fernblick. Das Wasser stürzt über die steilen Ränder der Täler herab und bildet ganze Ketten von Wasserfällen. Straßen gibt es hier keine, Touristen werden aus Hunderten von Kilometern Entfernung mit dem Hubschrauber hierher gebracht. In Südsibirien, am Jenissej, leben die kleinen Völkerschaften der Chakassen, Tuwinen, Jakuten und Burjaten. Chakassen beispielsweise gibt es nur rund 80 000, Tuwinen knapp 200 000. Die Angehörigen dieser Völkerschaften pflegen die einzigartige Kunst des Kehlkopfsingens. Dabei formuliert der Sänger keine Worte, dennoch erinnern die Laute, die er mit dem Kehlkopf hervorbringt, an das Klappern von Hufen oder das heisere Stöhnen eines wilden Tiers. Diese Art des Gesangs wird nur von Männern ausgeübt, die ihn schon von Kindesbeinen an erlernen, was freilich nicht jedem gelingt.


Burjatien und Tuwa in Russland

Der Winter in Sibirien kann unvorstellbar kalt werden, deshalb packen sich die einheimischen dick mit Winterkleidung ein

Das südlich und östlich des Baikalsees gelegene Burjatien ist das Zentrum des Buddhismus in Russland, hier gibt es rund dreißig buddhistische Tempel. Wie bei allen Nomandenvölkern der Steppen hat es auch bei den Burjaten seit eh und je einen regelrechten Pferdekult gegeben. Der Besitzer einer Herde vermochte alle Tiere auseinander zu halten. Das Pferd als Freund ist eine zentrale Gestalt von Märchen und Legenden. Hoch im Kurs steht die heilkräftige gegorene Stutenmilch, Kumys genannt. Im benachbarten Tuwa befindet sich die geografische Mitte Asiens, gekennzeichnet durch ein besonderes Denkmal. Straßen und Wege gibt es hier nur wenige, dennoch lockt die märchenhaft schöne Natur dieser Gegend so manchen Wanderer an. Für die Ureinwohner des Nordens kommt dem Ren auch heute noch eine große Bedeutung zu. Sie reiten auf ihm, spannen es vor den Schlitten, aus seiner Haut fertigen sie Kleidung und Schuhwerk an, sie bedecken ihre konischen Stangenzehe mit Rentierfellen, und das Renfleisch ist wie schon bei ihren Vorfahren wichtigstes Nahrungsmittel.


Tourismus in Sibirien

Die Polarlichter, auch Aurora borealis genannt, kann der Reisende am Nordpol in Russland bestaunen

Reisen zum Nordpol gehören zum exotischen Tourismus, der in Russland seit verhältnismäßig kurzer Zeit aufgekommen ist. Von Moskau aus wird eine Gruppe von Reisenden mit einem Flugzeug zur Inselgruppe Spitzbergen befördert, weiter geht es mit Hubschraubern bis zu einem Zeltlager auf dem Eis, ganz in der Nähe des Nordpols. Hier verbringen die Touristen mehrere Tage, wobei es ganz lebhaft zugeht: Sie unternehmen Fahrten mit Hundeschlitten und Schneemobilen, begeben sich auf Wanderungen über das Packeis und steigen mit einem Luftballon über die lautlos stillen weißen Weiten auf. Im Lager gibt es sogar eine Polar-Sauna und Attraktionen. Sobald das Wetter es mit den Touristen gut meint, werden sie mit einem Hubschrauber zu dem geografischen Punkt mit den Koordinaten 90° 00' und 00° 00' geflogen. Die glücklichen Reisenden haben die Möglichkeit, über ein Satellitentelefon ihre Angehörigen und Freunde anzurufen, und lassen sich gern auf dem nördlichsten Punkt des Erdballs knipsen.


Der sibirische Frost

Der sibirische Frost ist ein Begriff. Bisweilen erreicht er minus 40 und 50 Grad Celsius. Die „normalen" 25-30 Grad minus bemerken die örtlichen Einwohner gar nicht, so etwas gehört im Winter eben dazu. Der sibirische Sommer dagegen ist recht heiß, die Luft erwärmt sich bis zu plus 30 Grad. Man kann sogar baden, wenn auch das Wasser in den Flüssen und Seen oft kühl bleibt: Selbst im Juli zeigt es Temperaturen von höchstens 17-18 Grad C. Dafür gibt es hier „künstliche Meere": die Stauseen der zahlreichen Wasserkraftwerke.

 

Sehenswüridgkeiten in Sibirien, Russland

Ostsajanisches Gebirge, Russland

In Sibirien ist eigentlich alles mächtig und riesig: die Ströme Ob, Irtysch, Jenissej, Angara und Lena, die Gebirge Altai und Sajan, die Seen Baikal und Telezkoje. Dieses einzigartige Gebiet liegt im Vorland des Ostsajanischen Gebirges (Südsibirien). Große Erstarrungsgesteinsmassen haben hier rd. 80 Felsengruppen gebildet, die zum Teil eine Höhe bis zu 100 Meter erreichen. Einige davon haben ihre Eigennamen, die ihren Konturen entsprechen: Ded (Großvater), Babo (Großmutter), Berkut (Königsadler), Perja (Gefieder), Krepost (Festung). Hier ist ein beliebter Übungsort von Bergsteigern und Felskletterern. Das Naturschutzgebiet wurde 1925 auf Initiative der Einwohner von Krasnojarsk gegründet, denen es darum ging, die malerischen tektonischen Syenitklippen — „Stolby" (Säulen) - zu erhalten. Die schöne Landschaft und die Felsen ziehen viele schöpferische Menschen an, die sich hier gern zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch zusammenfinden. Die schwer zu be &steigenden Klippen begünstigten die Herausbildung einer hervorragenden Bergsteigerschule von Weltniveau.


Der Jenissej in Russland

Der Jenissej ist der größte Strom Sibiriens und der wasserreichste Russlands. Er wird von 22 000 großen und kleinen Nebenflüssen gespeist. Nur wenige wissen, dass der Strom an seinem Oberlauf im Sajan-Gebirge zwei selbstständige Arme - den Großen und den Kleinen Jenissej - hat. Ihr gemeinsamer 4 000 Kilometer langer Verlauf beginnt im geografischen Zentrum Asiens, dann durchquert der Jenissej die Region Krasnojarsk und mündet ins Nordpolarmeer. An einigen Stellen erreicht die Strombreite 3 Kilometer, an den Schnellen sogar bis zu 15 Kilometer. Man kann fast diese ganze Strecke an Bord eines Motorschiffs mitmachen, um die Schönheit und Größe des Jenissej, die staunenswerten Ufer, an denen die Tundra von der Taiga abgelöst wird, bewundern zu können, die Städte am Jenissej zu besuchen und bei der Stadt Igarka den nördlichen Polarkreis zu überqueren. Der Jenissej ist nicht nur ein schöner Strom, sondern auch eine kolossale Quelle von Elektroenergie.


Das Permafrost Museum in Igarka

Dort, wo der nördliche Polarkreis verläuft, befindet sich ein einigartige unterirdisches Permafrost Museum in Igarka. Die Stadt selbst steht auf dem Dauerfrostboden, und in einer Forschungseinrichtung sind in einer Tiefe von 12 Metern ausgezeichnet Eislinsen zu sehen, die für immer in den Boden eingefroren sind, was ihn zu einem höchst soliden Fundament macht. Die Museumsausstellungen zeigen Mammutknochen, Fische, Tiere und Bäume, die für immer im Frostboden oder in Eisblöcken eingesperrt sind.


Das Lena Angara Plateau in Russland

Sibirien: Lenskije Stolby, Russland

Unterhalb Ust-Kuts durchquert die Lena das Lena-Angara-Plateau, eine hügelige (stellenweise bis zu 1000 -1500 Meter hohe) bewaldete Gegend. An diesem Abschnitt trägt der mächtige sibirische Strom seine, Wasser in einem tief eingeschnittenen Tal, die felsigen, steilen Ufer erheben sich nicht selten 300 Meter hoch über dem Wasser. Hier und da schmücken die berühmten Lenskije Stolby die Stromufer: Das sind von der Natur selbst erschaffene Felsen von bizarren Konturen, die sich über mehr als 500 Kilometer hinziehen. Das Tal weist eine Breite von 1 bis 10 Kilometern auf, stellenweise gibt es Verengungen (Schtschoki), beispielsweise „Pjany Byk" (Betrunkener Stier), in denen der Wasserstrom in einen lediglich 200 Meter breiten Canon einzwägt ist. Demgemäß hat er an verschiedenen Abschnitten eine unterschiedliche Geschwindigkeit.


Putoranagebirge, Russland

Das Putorana-Gebirge liegt in den Taigaweiten verloren. Das ist der höchste Teil des Mittelsibirischen Plateaus. Putorana bedeutet in der Sprache der hiesigen Ureinwohner - der Ewenken - soviel wie „Land der Seen mit steilen Ufern". Bis zu 1000 Meter tiefe Täler zerschneiden die Gegend und bilden Seen. Der höchste Punkt - der Berg Kamen - bietet einen herrlichen Blick auf ein Panorama von Hunderten Kilometern im Umkreis. Wassermassen schießen die abfallenden Talufer hinab und bilden ganze Ketten von Wasserfällen. Selbstverständlich führen keine Straßen zu diesen Orten, Touristen werden Hunderte Kilometerweit mit Hubschraubern hergeflogen.


Sajan Gebirge (Kurort in Russland)

Das Sajan Gebirge ist ein Kultort und zugleich ein natürlicher klimatischer Kurort in Russland / Sibirien. Die Reise durch den „Sajan-Ring" ist eine der exotischen Touren, die nur in Russland möglich sind. In lediglich neun Tagen machen sich die Teilnehmer der Fahrt mit der multinationalen Lebensweise der Sibirier aus den vergangenen Jahrhunderten und ihrem heutigen Alltag bekannt und bekommen eine Vorstellung von den Ursprüngen mehrerer Religionen. Auf der Reise von Krasnojarsk nach dem gebirgigen Chakassien wechseln Landschaften und Kulturen einander alle 100 Kilometer ab. In Tuwa mit seinen sich über Hunderte Kilometer erstreckenden Steppen und zahlreichen verwitterten Bergen ringsum wird in einem Jurtenlager Rast gemacht. Die Jurten sind richtige Filzzelte, aber für Touristen mit allen Bequemlichkeiten ausgestattet. Die Bekanntschaft mit der seltenen Kunst des Kehlkopfgesanges lässt niemanden gleichgültig. In Tuwa liegt das geografische Zentrum Asiens, dort befinden sich buddhistische Klöster und die einzige Schamanenklinik unseres Landes.

Russland: Urlaub in Sankt Petersburg

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Individualreisen: Rundreisen in Russland

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