Kulturtourismus in Russland: Nordwesten
Museuminsel Kizhi, Weltkulturerbe in Russland |
Der Nordwesten Russlands ist reich an historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Die Reisenden können hier die alten Festungen und Kirchen, umgebend von der malerischen Landschaft bewundern.
Heute sind Schiffrundfahrten über die Seen, Flüssen und Kanäle im Norden des europäischen Russlands besonders befragt. Die Reise kann in Sankt Petersburg oder in Moskau beginnen. Während solcher Reise können Sie sich die Kirche der Verklärung Christi in Kizhi, die Insel Valaam, das Ferapont-Kloster und die dort befindlichen Fresken und vieles anderes anschauen. Am Weißen Meer befindet sich im Kloster auf einer der Solowezki-Inseln das historische Zentrum des russischen orthodoxen Glaubens.
In Sankt Petersburg beginnt eine Reiseroute, die als der „Silberne Ring" bekannt ist. Seine wichtigsten Aufenthaltspunkte sind Pskow und Nowgorod, alte russische Städte, wo viele alte Kirchen und Festungen erhalten sind.
Museuminsel Kizhi, Russland
Walaam Kloster in Karelien im Nordwesten Russland |
Die Museuminsel Kizhi liegt am nördlichen Ende des Onegasees. Dort gibt es einzigartige Meisterwerke des alten russischen Holzbaus. Ihr Juwel ist die Kirche der Verklärung Christi. Sie wurde 1714 aus Kiefer, ohne die Verwendung eines einzigen Nagels gebaut. Dieser Holzbau gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO als einziges Denkmal der Holzbaukunst.
Insel Valaam
Die Insel Valaam am See Ladoga ist durch ihre märchenhafte Landschaft bekannt. Hier befindet sich das im 14. Jahrhundert gegründete Mönchskloster. Mönche verwandelten diese rauhe Nordinsel in einen blühenden Garten: sie entwässerten die Moore, bebauten das Land, pflanzten Gärten. Heute befinden sich die Bauten auf der Valaam im Einklang mit der Landschaft. Diejenigen, die für die Natur, Geschichte und geistige Kultur Interesse haben, dürfen sich die Reise nach Valaam nicht entgehen lassen.
Petroglyphe und Seids von Karelien, Russland
Solowezki Kloster, Nord Russland |
Die Republik Karelien befindet sich nördlich von Sankt Petersburg entlang der finnischen Grenze. Hier sind die vorgeschichtlichen Seids, die auf die Stützen gestellten Idole aus Steinen und Felsenstücken, erhalten. Ein wahres „Panteon“ aus Tausenden von diesen Idolen befindet sich auf den Inseln, die westlich von der Stadt Kern liegen. In Karelien befindet sich auch die größte Anzahl von Petroglyphen in Europa. Petroglyphen sind die Felszeichnungen der Urmenschen. Sie werden 4. Jahrtausend v. Ch. datiert.
Solowezki-kloster, Russland
Das Solowezki-Kloster befindet sich auf einer Insel im Weißen Meer,am Polarkreis. Das Kloster wurde im 15. Jahrhundert gegründet. Im 16. Und 17. Jahrhundert war es ein Kultur-und Religionszentrum. Hierher strömten tausende von Pilgern aus dem ganzen Land. Hier wurden viele unschätzbare Büchern deponiert. Die 20-er und 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts waren tragische Zeiten in der Klostergeschichte. In der Stalin Epoche befand sich hier ein grausames Gefängnis für politische Häftlinge. Heute ist das Solowezki Kloster eins der Zentren der geistlichen Kultur Russlands.
Stadt Wologda, Russland
Sophienkathedrale, Wolodga, Russland |
Die Stadt Wologda ist der Zeitgenosse von Moskau. Sie wurde im gleichen Jahr, wie die russische Hauptstadt, 1147 gegründet. Die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist die im 16. Jahrhundert erbaute Sophien-Kathedrale. In Wologda gibt es unter anderem viele Denkmäler der Holzbaukunst. Mehrere Jahrhunderte lang hatten hier die Schreiner- und Zimmerhandwerke ihre Blütezeiten. Vor ungefähr 200 Jahren entwickelte sich hier das Klöppelnhandwerk. Die Klöppelspitzen aus Wologda sind nicht nur in Russland bekannt, sondern weit über das Land hinaus.
Stadt Velikiy Ustiug
Diese Stadt bei Wologda trägt allgemein den Ruf, Heimatstadt von Ded Moroz zu sein, des russischen Santa Claus. Nicht weit von der Stadt entfernt, steht im Wald das Haus von Ded Moroz, das wie ein echter Palast aussieht. In Velikiy Ustiug befindet sich auch die Stadtresidenz von Ded Moroz mit einem Briefkasten. Jedes Jahr bekommt Ded Moroz mehr als 300 tausend Briefe von Kindern.
Fresken des Ferapont-Klosters
Weliki Ustjug, Russland |
Das Ferapont-Kloster liegt 120 km nördlich von Wologda. Die Klosterinnenausstattung ist mit den Fresken vom berühmten Ikonenmaler Dionisiy geschmückt. 2002 wurden diese Fresken 500 Jahre alt. Sie sind die einzigen Fresken Russlands, die in ihrem ursprünglichen Zustand bis heute erhalten sind. Das Ferapont-Kloster steht auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Kirill-Belozerskiy Kloster
Die Türme, Mauer und Kirchen des Kirill-Belozerskiy-Klosters erheben sich am Ufer vom See Siwerskoe bei Wologda. Das am Ende des 14. Jahrhunderts gegründete Kloster war früher ein großes geistliches Zentrum, dem die russischen Zaren große Aufmerksamkeit schenkten. Seit 1924 ist es ein Museum, das wegen der Baudenkmäler aus den 15. - 17. Jahrhunderten interessant ist. Unter den sich hier befindenden Baudenkmälern sind das Uspenski-Kloster, Festungsbauten von der „Alten Stadt“ und der „Neuen Stadt“ von besonderer Bedeutung. Die reiche Sammlung an Ikonen, Meisterwerke der Volkskunst und alte Bücher lockt viele Menschen an.
Stadt Welikij Nowgorod in Russland
Sophienkathedrale, Welikij Nowgorod, Russland |
Nowgorod, oder das sogenannte Welikij Nowgorod, ist eine der ältesten Städte Russlands. Die erste Erwähnung dieser Stadt finden wir in den Chroniken von 859. Im Mittelalter befand sich hier ein großes Handels- und Handwerkszentrum. Es war eine Stadtrepublik mit einem für die damalige Zeit einzigartigen demokratischen Verwaltungssystem. Heute ist der historische Stadtkern ein Freilichtmuseum. Der im 11. Jahrhundert erbaute Nowgorod Kreml ist der älteste bis unsere Zeiten erhaltene in Russland. Hier befindet sich die Sophien-Kathedrale, eine der ersten russischen Kathedralen aus Stein (das 11. Jahrhundert). Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Territorium vom Nowgoroder Kreml das dem 1000-jährigen Jubiläum Russlands gewidmete Denkmal errichtet.
Stadt Pskow in Russland
Pskower Kreml, Pskow, Russland |
Pskow ist eine alte Stadt mit reichen Traditionen. Mehrere Jahrhunderte lang war sie einer der Vorposten Russlands an seinen westlichen Grenzen. Pskow war auch ein großes Zentrum der russischen Kultur. Hier wurde eins der ersten christlichen Gotteshäuser in Russland erbaut, Schriftsprache, Ikonenmalerei und Steinbaukunst waren hoch entwickelt. Bis zum heutigen Tage sind hier viele schöne Kirchen und ein alter Kreml mit der Dreifaltigkeitskathedrale erhalten geblieben.
Stadt Pechory
In der kleinen Stadt Pechory. 70 km von Pskow entfernt, befindet sich das Mönchenkloster Pechory. Es ist wegen der aus dem Felsen geschlagenen Klosterzellen bemerkenswert. An sechs durch die Hölle laufenden, mehr als 200 m langen „Straßen“ befinden sich über 300 Grabsteine. Hier ruhen nicht nur Mönche, sondern auch viele bekannte russische Adelige.
Stadt Izborsk, Russland
Die alte russische Stadt Izborsk liegt auf dem Weg von Pskow nach Pechory. Nicht weit von den Ruinen einer alten Festung entfernt steht ein Kreuz aus Stein. Laut einer Legende ist hier Truwor, einer der im 11. Jahrhundert nach Alt-Russland gerufenen Warägerfürsten begraben.
Puschkin-Gedenkstätte
Puschkin-Gedenkstätte ist ein Literatur-Museum bei Pskow. Es umfasst Orte, die mit dem Leben und der Tätigkeit des großen russischen Dichters Alexander Puschkin verbunden sind - das Familiengut im Dorf Michailowskoje, das Dorf Trigorskoje und das Kloster Swjatogorsk, wo Puschkin 1837 begraben wurde. Jedes Jahr im Juni wird in Mihailowskoe das internationale Ruschkins Dichtungsfest organisiert.
Stadt Waldaj
Waldaj ist eine kleine Stadt am Ufer des malerischen Waldaj-See. In alten Zeiten war Waldaj im ganzen Russland wegen des Glockengießens bekannt. Heutzutage befindet sich hier ein Museum, in dem viele Glocken aus Russland sowie anderen Ländern zu sehen sind. Auf einer der Inseln am Waldaj-See liegt das im 17. Jahrhundert gegründete Waldaj-Iwerskij Mönchkloster.
Kaliningrad
Kaliningrad (das ehemalige Königsberg) ist die Hauptstadt der westlichsten Region Russlands. Sie liegt an der Küste des Baltischen Meers. Hier lebte im 18. Jahrhundert der Philosoph Immanuel Kant. Er ist an der Kathedralenmauer begraben. Das Kaliningrad Oblast nannte man das Bernsteingebiet, denn hier befriedet sich das größte Bernsteinvorkommen der Welt. In Kaliningrad befindet sich das Museum für Bernstein, hier sind einzigartige Exemplare, sowie Schmuck aus diesem schönen Stein gesammelt.
Kulturtourismus in Russland: Süden
Stadt Derbent, Süd Russland |
Der Süden Russlands - die Schwarzmeerküste und der Nordkaukasus - sind sehr gefragte Reiseziele. Entlang der Schwarzmeerküste befinden sich unzählige Kurorte, die das ganze Jahr über Gäste empfangen. Diese Region zieht auch Touristen an, die sich für Geschichte. Baukunst und Archäologie interessieren. Alte Zivilisationen, altgriechische Kolonien und mittelalterlichen Fürstentümer hinterließen hier Ihre Spuren. Manche Denkmäler und archelogische Funde sind bis heute noch voller Geheimnisse.
Dolmen, Russland
In den Bergen des Kaukasus findet man geheimnisvolle Dolmen, etwa 6 tausend Jahre alte Bauten. Wissenschaftler sind sich bis heute noch nicht über ihre Bedeutung einig. Die meisten halten sie für prähistorische Grabstätten. Im Inneren der Dolmen, ebenso wie in den ägyptischen Pyramiden, sind starke elektromagnetische Schwankungen merkbar.
Halbinsel Taman, Russland
Die Kleine Halbinsel Taman trennt das Schwarze und das Asowsche Meer. Erkundet und kolonisiert wurde diese Region durch Griechen aus Milet. Hier existierte in wechselseitigen kulturellen Beeinflussungen die griechische Kolonie Phanagoreia, bis heute noch sind die Reste der antiken Kolonie und des altrussischen Fürstentum Tmutarakan erhalten geblieben. Im heimischen archäologischen Museum gibt es viele sehenswerte archäologische Fundstücke.
Kosaken
Kosaken in Russland, Wolgagebiet |
Die Steppenregionen Südrusslands sind eines der Siedlungsgebiete der Kosaken. Die Kosaken sind dem tatarischen Wort nach hauptsächlich tatarischer Herkunft. Es ist ein stolzes Volk, das immer politische Beziehungen mit Russland pflegte. Die Kosaken haben ihre einzigartigen Traditionen und Kultur aufbewahrt. Weltberühmt sind die Kosaken-Chöre.
Stadt Derbent
Derbent liegt an der Küste des Kaspischen Meeres, in der Republik Dagestan. Dies ist die Stadt mit der 5000 jährigen Geschichte. Die historischen Baudenkmäler von Derbent - die Festung Naryn- Kala, die Stadtmauern, die Djuma Moschee aus dem 8. Jahrhundert - stehen unter UNESCO-Schutz.
"Gold der Skythen"
Die Skythen waren eine der größten Weltzivilisationen. Ihr Reich existierte im 7. bis 3. Jahrhundert v.Ch. zwischen der Donau und dem Don. Die archäologischen Überreste beschränken sich hauptsächlich auf Ausgrabungen von Grabhügeln, die sehr reich mit Goldbeigaben ausgestattet sind. Weltweit bekannt ist das „Gold der Skythen“.

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