Mariä Himmelfahrts Kathedrale in Wladimir, Russland
Mariä Himmelfahrts Kathedrale in Wladimir, Russland |
Die Mariä Himmelfahrts Kathedrale in Wladimir ist ein wunderbares Beispiel für die russische Architektur des 12. Jahrhunderts. Sie war das größte Bauvorhaben der neuen Landesmetropole. Die Kathedrale steht auf einem hohen Hügel. Der Grundstein dafür wurde gleichzeitig mit dem Beginn der Bauarbeiten am Verteidigungsring um die Stadt gelegt.
Zur Errichtung der Kathedrale habe „Gott Meister aus allen Landen", darunter auch aus westlichen Ländern, hierher geführt. Man verglich sie wegen ihrer Schönheit mit Salomos Tempel. Im Jahre 1185 wurde die Kathedrale während eines großen Brandes beschädigt. Es gelang nicht, die Mariä Himmelfahrts Kathedrale so, wie sie früher ausgesehen hatte, wiederaufzubauen. Daher wurde sie mit Galerien umgeben, an deren Ecken vier Kuppeln errichtet wurden. Der Umbau wurde 1189 abgeschlossen.
Doch 1238 nahmen die Tataren die Stadt ein und setzten die Kathedrale, in der viele Städter, darunter auch die Fürstenfamilie Zuflucht gesucht hatten, in Brand. Die Kathedrale wurde zwar durch den Brand beschädigt, jedoch nicht völlig zerstört. Doch damit war ihr Leidensweg noch nicht zu Ende. Die Kathedrale erlebte noch so manchen Brand und wurde wiederholt geplündert.
Ikone der Mutter Gottes von Wladimir, Russland |
Bis zur ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts war die Mariä Himmelfahrts Kathedrale in Wladimir die wichtigste Kathedrale der Rus. Hier wurden Großfürsten zu Zaren gekrönt. Hier befand sich das Heiligtum des russischen Landes, die Ikone der Mutter Gottes von Wladimir. Diese Ikone soll vom Evangelisten Lucas auf einem Brett von der Tafel der Heiligen Familie gemalt worden sein. Im 5. Jahrhundert gelangte die Ikone aus Jerusalem nach Konstantinopel. Im 12. Jahrhundert überreichte Lucas Chrissowerg, der Patriarch von Konstantinopel, die Ikone an den Fürsten Juri Dolgoruki als Geschenk. Fürst Andrej, ein Sohn Juri Dolgrukis, erhielt vom Vater 1155 die Stadt Wyschgorod Kijewski zugesprochen. Im dortigen Nonnenkloster wurde die Ikone dann auch untergebracht.
Doch auf wunderbare Art und Weise verließ die Ikone den ihr zugedachten Platz und schwebte nun in der Luft. Nachdem sich diese Erscheinung wiederholt hatte, legte Fürst Andrej dies so aus, dass die Ikone in einer anderen Kirche untergebracht werden möchte. Er brachte sie nach Wladimir, in die neue Hauptstadt der Rus, wo sie in der Mariä Himmelfahrts Kathedrale untergebracht wurde. 1185 brannte die Kathedrale nieder, die Ikone blieb aber unversehrt. Nach der Plünderung Wladimirs durch die Tataren und einem neuen Brand in der Kathedrale blieb die Ikone erneut unversehrt. 1395, in der Zeit der Tamerlan-lnvasion, brachte man die Ikone zeitweilig nach Moskau.
Zum Andenken an die wundervolle Erlösung von den Landräubern auf dem Feld von Kulikowo baute man in Moskau das Sretenski-Kloster (Mariä-Reinigung-Kloster). 1408 wurde die Ikone endgültig dorthin, also nach Moskau, überführt. Mit der Ikone der Muttergottes von Wladimir sind zahlreiche Wunder verbunden. Die Ikone wurde als Schirmherrin der Russischen Lande verehrt. Heute können Sie diese Ikone in der Tretjakow Gemäldegalerie in Moskau bestaunen.
In der Mariä Himmelfahrts Kathedrale in Wladimir befindet sich die größte Sammlung von Fresken Andrej Rubljows, eines genialen altrussischen Malers. Gegenüber der Ikonostase ist seine Komposition "Das Jüngste Gericht" aus dem Jahre 1408 erhalten geblieben. Am Eingang in die Südgalerie finden wir eine weitere Freske von ihm, den Einzug der Frommen ins Paradies; ihr gegenüber sehen wir die Freske „Abrahams Schoß", die unter Mitwirkung von Daniil Tschorny entstanden ist.

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