Goldener Ring in Russland: Sergijew Possad
Russland: Dreifaltigkeitskloster in Sergijew Possad |
So genannt wurde diese Stadt zu Ehren des heiligen Sergius, der hier das größte Kloster in Rußland gegründet hatte. Auch Sergijew Possad gehört mit ihren zalreichen Sehenswürdigkeiten zum Goldenen Ring in Russland. 1919 wurde die Stadt in Sergijew und 1930 in Sagorsk, zu Ehren des Revolutionärs W. M. Sagorski umbenannt. Doch 1991 erhielt die Stadt ihren historischen Namen wieder zurück.
Den Grundstein für die Stadt wurde mit dem Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad gelegt.
Dreifaltigkeitskloster in Sergijew Possad
Das Kloster der Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius steht auf dem kleineren Hügel Makowez. Es wurde in den 30er und 40er Jahren des 14. Jahrhunderts von den Brüdern Bartholomäus und Stefan gestiftet. Bartholomäus, der unter dem Namen Sergius die Mönchweihe entgegengenommen hat, ist in die Geschichte nicht nur als der Begründer dieses Klosters, sondern auch als aktiver Verfechter der Moskauer Fürsten, der sich für den Zusammenschluß der russischen Lande um Moskau eingesetzt hat, eingegangen. Und er war es auch, der dem Fürsten Dmitri Donskoi vor der Schlacht auf dem Feld von Kulikowo seinen Segen erteilt hatte.
Der ehrwürdige Sergius verstarb 1392. Im Jahre 1422 wurde der ehrwürdige Sergius heiliggesprochen, und über seiner Gruft wurde der Grundstein für die Dreifaltigkeitskathedrale aus weißem Stein gelegt. In diesem Kloster wurde Iwan der Schreckliche getauft. In seiner Regierungszeit wurde viel Mühe darauf verwandt, das Kloster in eine starke Festung zu verwandeln. Unter Peter l. behielt das Kloster die Bedeutung einer Festung des Zaren weiterhin bei. Im Jahre 1689 während des Strelitzenaufstandes in Moskau suchte Peter hinter den dicken Klostermauern Zuflucht.
1744 wurde dem Kloster durch einen Erlaß der Kaiserin Jelisaweta Petrowna der Ehrentitel „Lawra" (großes Kloster) verliehen, was die maßgebliche Rolle dieses Klosters unter den anderen kirchlichen Einrichtungen hervorheben sollte. Von 1919 bis 1946 war das Kloster geschlossen. Die Kirchen wurden aus der Verfügungsgewalt des Klosters herausgenommen und die Mönche auseinandergejagt bzw. Repressalien ausgesetzt. Heutzutage ist Lawra ein funktionierendes Männerkloster, das geistige Zentrum des orthodoxen Rußland.
Auf dem Territorium des Klosters befinden sich die Moskauer Geistige Akademie und das Moskauer Seminarium sowie ein Museum, ein Denkmalschutzreservat. Sie alle dienen auf ihre Art der Erhaltung der geistigen Traditionen, der Geschichte und der Denkmäler dieser erstaunlicher Stätte, in der Russlands Seele fortlebt. Die zahlreichen Einrichtungen der Lawra, von den besten Meistern Rußlands im 15. - 19. Jahrhundert errichtet, stellen eine Art Nachschlagewerk über die Geschichte der russischen Baukunst, ein Freilichtmuseum dar. Das Architekturensemble des Klosters der Dreifaltigkeit und des heiligen Sergius wurde in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Ein Besuch in der Stadt am Goldenen Ring in Russland ist für jeden Reisenden in Russland zu empfehlen.

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