Goldener Ring in Russland: Jaroslawl
Russland: Jaroslawl bietet dem Reisenden zahlreiche Sehenswürdigkeiten |
Am hohen Wolgaufer breitet sich Jaroslawl aus, eine Stadt, die es geschafft hat, wunderbare Denkmäler des Altertums zu erhalten, eine Stadt, in der sich eine ganz besondere Architektur- und Kunstschule herausgebildet hat. Einer Legende zufolge hat der Fürst Jaroslaw der Weise mit seinem Heer 1010 eine altrussische Ansiedlung eingenommen und die heidnische Darstellung eines Bären mit seiner Streitaxt zerhauen. Einer anderen Legende zufolge soll der Fürst an dieser Stelle, an der später die Stadt gegründet wurde, einen lebenden Bären zur Strecke gebracht haben.
Wie dem auch sei, jedenfalls gründete Fürst Jaroslaw dort eine Festung und nannte sie nach seinem Namen Jaroslawl. Zum Wappen der neuen Stadt wurde ein Bär mit einer Streitaxt in den Pranken. Auf Geheiß des Fürsten wurde die neue Stadt mit einem Schutzwall aus Baumstämmen und mit Türmen umgeben. Hundert Jahre später entwickelte sich Jaroslawl zur Hauptstadt eines selbständigen Fürstentums. 1238 wurde die Stadt genauso wie auch eine Vielzahl anderer Städte von den Tataren niedergebrannt und geplündert.
1463 wurde das Jaroslwler Fürstentum in das Moskauer Großfürstentums eingegliedert. Nach und nach verwandelte sich die Stadt, die an der Schnittstelle der Handelswege nach Westeuropa (Moskau -Archangelsk) und nach dem Orient (die Wolga) lag, in eines der größten Handelszentren des Russischen Staates.
Im Jahre 1608 nahmen die polnischen und litauischen Interventen Jaroslawl ein. Der Stadt eilte eine Volkswehr aus Wologda zu Hilfe, und der Feind wurde vertrieben. Ein Jahr darauf, 1609, standen die Polen erneut vor den Mauern der alten russischen Stadt. Die Stadt wurde zu einem Bollwerk des Kampfes gegen die Landräuber. Im Jahre 1612 zog die von Minin und Posharski geführte Volkswehr in Jaroslawl ein und hielt sich vier Monate dort auf, während die Vorbereitungen für den Befreiungsfeldzug nach Moskau im Gange waren. In den Jahren des Krieges wurde Jaroslawl stark beschädigt. Doch der Wiederaufbau ging außerordentlich rasch vonstatten. Bald konnte von Fläche und Einwohnerzahl her nur noch Moskau Jaroslawl das Wasser reichen. Im 18. Jahrhundert erhielt Jaroslawl einen "regulären Bebauungsplan". Zum Mittelpunkt der Stadt wurde der Iljinskaja-Platz, von dem aus Straßen strahlenförmig abgingen.
Im 18. Jahrhundert wurde in Jaroslawl das erste allgemein zugängliche Theater in Rußland ins Leben gerufen. Sein Gründer war Fjodor Wolkow. Heute ist Jaroslawl ein großes Industrie- und Kulturzentrum Rußlands.

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