Sehenswürdigkeiten in Sankt Petersburg, Russland
Marsfeld und Ungebung in Sankt Petersburg
Michailow-(Ingenieur) Schloß in Sankt Petersburg |
Das Marsfeld liegt am linken Newa- Ufer gegenüber der Peter- und -Pauls- Festung. Es entstand in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts auf einem trockengelegten Sumpfgelände. Seinen Namen hat es dem Kriegsgott zu verdanken, weil hier der Exerzier- und Paradeplatz der Truppen war. Das Marsfeld stellte einen riesigen zerstampften Platz dar, auf dem die vom Wind aufgewirbelten Staubwolken tobten. An großen Festtagen wurde hier provisorisch ein Rummelplatz eingerichtet. Im Jahre 1801 war hier das Denkmal für A. Suworow eingeweiht worden. Der Bildhauer M. Koslowskij strebte keine Portratähnlichkeit an. Die Gestalt eines jungen Kriegers in Rüstungen des Kriegsgottes Mars verherrlicht den kriegerischen Genius von Suworow, seinen unbeugsamen Siegeswillen.
Im März 1917 wurden hier die wahrend der Februarrevolution von 1917 gefallenen 184 Soldaten und Arbeiter beigesetzt und über dem Massengrab ein Denkmal für die Revolutionäre errichtet. Seit 1957 brennt auf dem Marsfeld Ewiges Feuer.
In den 20-er Jahren des XX. Jahrhunderts hat man auf dem Platz Grünflachen angelegt, und er verwandelte sich in einen blühenden Garten, umsäumt von schonen Gebäuden, dem Sommer und Michailow-Garten.
Der Sommergarten verdankt seinen Namen dem von D. Trezzini 1710 -1714 gebauten Sommerpalais Peters I. Dieser schlichte zweistöckige Bau ist das älteste Schloss von Petersburg, wo der Zar und seine Familie den Sommer verbrachten. Heutzutage ist es ein Museum, in welchem Bildnisse von Peter I. und seiner Gefährten, persönliche Sachen der Zarenfamilien aufbewahrt werden.
Die Anlegung des "regelmassigen" Gartens begann 1704. Die geraden Alleen wurden mit Skulpturen und Springbrunnen geschmückt, die Szenen aus den Fabeln von La Fontaine wiedergeben. Peter I. träumte von einer Nachbildung des französischen Versailles, daher sparte man bei seiner Gestaltung nicht mit Geld. In den westeuropäischen Ländern hat man seltene Pflanzen bestellt, in Italien kostbare Marmorskulpturen angeschafft. Viele von ihnen haben Jahrhunderte, Überschwemmungen und Kriegszerstörungen überlebt und sind heute noch zu bewundern. Den Südlichen Eingang in den Sommergarten schmückt seit 1839 eine fünf Meter hohe Vase aus Rosaporphyr - ein Geschenk des schwedischen Königs an Nikolaus I. 1855 hat man im Garten ein Denkmal für den Fabeldichter I. Krylow aufgestellt. Auf dem Denkmalsockel stellte der Bildhauer P. Klodt in Hochrelief Szenen aus seinen Fabeln dar.
Den Sommergarten umgibt von der Newa- Außenseite das berühmte Gitter, das 1770-1784 von den Architekten J. Felten und P. Jegorow angefertigt wurde. In dem für das Land schweren Jahr 1920 boten die Amerikaner in Austausch für dieses Gitter 20 Lokomotive an, aber der Volkskommissar für Kultur A. Lunatscharskij hat dieses Angebot kategorisch zuruckgewiesen.
Südlich vom Sommergarten liegt das Michailow-Palais. Das Schloss wurde 1797-1800 nach dem Entwurf des Architekten W. Baschenow errichtet und war für den Sohn Katharina II. Paul bestimmt, der sich ständig vor Verschwörungen fürchtete und nicht im Winterpalais wohnen wollte. Das Schloss war von einem Wassergraben mit Zugbrücken umgeben. Aber Paul wohnte in seiner Zufluchtsstätte nur 40 Tage und wurde von Verschwörern umgebracht.
Sommer-Palais, Sommergartens, Marsfeld in Sankt Petersburg |
Jede der vier Fassaden des Palais ist architektonisch anders gestaltet, vom größten Interesse ist wohl seine südliche Vorderfront mit einer aus vier Saulen bestehenden Halle. Die Marmorskulptur von der Vorderfront stellt die "bedeutendsten Ereignisse aus der Regierungszeit der Zaren" dar. Vor der Fassade stehen zwei Obelisken aus sibirischem Marmor. 1800 war hier ein Reiterdenkmal Peters I. aufgestellt, das von Rastrelli senior noch zu Lebzeiten der Elisabeth Petrowna um die Mitte des XVIII. Jahrhunderts geschaffen wurde. Im Unterschied zum "Ehernen Reiter" ist dieses Denkmal statisch. Peter ist als Sieger über die Schweden dargestellt, seinen Kopf schmückt ein Lorbeerkranz, in der rechten Hand halt er den Marschallstab. Auf dem Sockel (Bildhauer M. Koslowskij) sind Szenen aus bekannten Schlachten im Nordischen Krieg dargestellt. Die Inschrift "Dem Urgroßvater vom Urenkel. 1800" besagt, da (3 Paul sich für den Nachfolger von Peter I. hielt.
1820, nach dem Umbau des Schlosses durch Karl Rossi, wurde darin eine militärische Ingenieurschule eingerichtet. Ihre Absolventen waren der Schriftsteller F. Dostoewskij, der Komponist Z. Cui, der Erfinder der Lichtbogenlampe P. Jablotschkow, der wahrend des Zweiten Weltkrieges tragisch ums Leben gekommene General D. Karbyschew. Heute ist im Schloss die Zentralbibliothek untergebracht.
Michailow Palais, Sankt Petersburg, Russland |
Auf der westlichen Seile des Marsfeldes stehen Eckbauten vom Ende des XVIII. Jahrhunderts -ehemalige Hauser von Saltykow und Bezkij - mit dem Ausblick auf die Newa -, nebenan - das Marmorpalais, mit der Längsfassade der Millionen-Straße zugewandt. Es wurde 1785 vom Architekten A. Rinaldi fur G. Orlow, der während der Palastrevolution Katharina II. zur Thronbesteigung verholfen hat, errichtet. Der Stil dieses Gebäudes gilt als Übergangsstil von Barock zum Klassizismus. Seine äußeren Wände sind mit grauem Marmor verputzt. Das zweite und dritte Stockwerk schmücken korinthische Wandpfeiler aus Rosamarmor. Die äußeren Zurückhaltung unterscheidet sich vom inneren Prunk. Für die innere Ausgestaltung wurden 32 Marmorarten verwendet. Die Statuen stammten von den besten Baumeistern vom Ende des XVIII. Jahrhunderts V. Schubin und M. Koslowskij. Auf dem Marmormedaillon oberhalb der Paradetreppe ist das Profil des Schlossufers des Palastes A. Rinaldi abgebildet.
Der Paradehof ist von einem zierlichen Gitter umgeben. Im Hof steht das berühmte Reiterdenkmal Alexanders III. (Bildhauer P. Trubezkoj). In den restaurierten Salen des dem Russischen Museum übergebenen Marmorpalastes finden Kunstausstellungen statt.
Die ganze westliche Seile des Marsfeldes nehmen die langgezogenen Kasernen des Paul-Regiments ein. Dieses Meisterwerk des russischen Klassizismus entstand 1817-1819 anlässlich des Sieges über Napoleon (Architekt V. Stassow). Die Fassade besteht aus drei dorischen Säulenhallen. Der aus 12 Saulen bestehende Mittelportikus ist mit Plastiken geziert, welche Kriegswaffen und - Rüstung darstellen, um den Bestimmungszweck des Gebäudes hervorzuheben.

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