Stadtteile und Viertel Moskau
Wohnhaus (Stalin-Zeit) in Moskau, Russland |
Aufteilung Moskaus
Moskau ist ringartig-strahlenförmig aufgebaut. Das ganze Stadtgebiet ist in zehn Stadtteile (Okrug) aufgeteilt: Zentralnij (Zentral-Moskau), Wostotschnij (Ost-), Sapadnij (West-), Selenogradskij, Sewernij (Nord-), Sewerowostotschnij (Nordost-), Sewerozapadnyj (Nordwest-), Jugowostotschnij (Südost-), Jugosapadnij (Südwest-) und Juzhnij (Süd-). Diese Stadtteile lassen sich wiederum in viele Bezirke (Rayons/ Rajons) aufteilen. Dort finden sich reichlich interessante historische Orte, die überwiegend im Zentral - Stadtteil Moskaus liegen. Die zentralen Rayons Moskaus sind:
Stadtteile (Rayons) im Zentrum - Arbat
Arbat, einer der ältesten Stadtbezirke, wurde im Jahre 1993 bereits 500 Jahre alt. Dort befinden sich sehr viele schöne historische Gebäude, Museen, Theater und andere Sehenswürdigkeiten von Moskau. Seine große Berühmtheit verdankt der Arbat jedoch der berühmten Fußgängerstraße Starij Arbat (Alter Arbat) mit ihren schier zahllosen Malern, Porträtzeichnern, Musikern, Zirkusartisten und anderen Künstlern. Auch wird die Straße bei den Besuchern der Hauptstadt deshalb so geschätzt, weil sich dort die wohl besten Souvenirlädchen der Stadt befinden.
Novodevichy Kloster im Südwesten Moskau, Russland |
Samoskworetschje Moskau
Am Ende des 16. Jahrhunderts nannten Ausländer den ganzen Samoskworetschje-Bezirk "Streletskaja Sloboda" (Schützensiedlung), weil hier die Soldaten der Schützenregimente stationiert waren. Im 16. und 17. Jahrhundert stellte das Samoskworetschje eine durch die Mauer starker Erdbastionen geschützte Festung dar. Nachdem Peter der Große das Schützenheer abgeschafft hatte, zogen immer mehr Kaufleute ins Samoskworetschje. Im 19. Jahrhundert hieß es deshalb allgemein das "kaufmännische Samoskworetschje". Das Samoskworetschje am Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist ein mit den riesigen Häusern der Kleinbürger und Kaufleute bebautes Stadtviertel.
Heute stellt das Samoskworetschje einen der reichsten und schönsten Moskauer Stadtbezirke dar. Dort befindet sich auch die weltberühmte Tretjakow-Galerie. Der Name Samoskworetschje ("Bezirk hinter dem Moskwa-Fluss") stammt übrigens aus der Zeit, als der Bezirk am Ufer der Moskwa gegenüber dem Kreml angelegt wurde.
Petrowka und Lubjanka in Moskau
Die Namen Petrowka und Lubjanka klingen - in russischen Ohren - Furcht erregend und erinnern an die Miliz und die berüchtigten Tschekisten, denn hier steht auch das Gebäude des NKWD - KGB - FSB. In Wirklichkeit aber handelt es hierbei um den hübschen nördlichen Teil der Moskauer City mit seinen kleinen edlen Boutiquen und gemütlichen Cafes. Hier ist es nicht so voll und laut wie zum Beispiel an der Twerskaja. Auch gibt es keinen großen Verkehr und Staus wie in den anderen zentralen Stadtbezirken. Und doch befinden sich gerade hier die besten Klubs in Moskau, wie "Zirkus", "Most" ("Brücke"), "B. B. King", "Galereja" ("Galerie"), "Schambala DJ", "Parischskaja Schism" ("Pariser Leben") und andere.
Tschistye Prudy und Soljanka in Moskau
Tschistye Prudy (Saubere Teiche) und Soljanka bilden einen gemütlichen Bezirk mit einer Architektur, die zumeist aus der Vorrevolutionszeit stammt. Hier gibt es viele interessante Gassen mit älteren Kirchen und schönen Häusern. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hieß dieser Stadtteil Hitrowka und war als Mittelpunkt der Moskauer Unterwelt berüchtigt. Dieses Zentrum zog später zum Trubnaja Ploschad (Trompetenplatz) weiter, und dann noch weiter nördlich zum Marjina Roschtscha (Marienhain). Dadurch wurde der einst trubelnde Bezirk leerer und zu einem ruhigen Stadtteil mit alten malerischen Vierteln. Die Russen verbinden das Tschistye Prudy mit dem berühmten Roman von Bulgakow "Meister und Margarita", der hier beginnt.
Rathaus der Stadt Moskau in der Twerskaja Straße |
Twerskoj und Twerskaja
Der Twerskoj Rayon ist ein Teil im historischen Stadtzentrum mit der Hauptstraße Moskaus, der Twerskaja. Diese ist eine prachtvolle Straße mit geschmackvollen Häuserfassaden und eleganten Geschäften sowie Passagen. An der Twerskaja hat auch der Oberbürgermeister von Moskau seinen Sitz.
Weltberühmtes Künstlertheater
Am Kamergerski Projezd (Kammerherr-Durchfahrt-Straße) steht das alte Gebäude des MChAT (Moskauer Akademisches Künstlertheater, benannt nach A. Tschechow, deshalb manchmal auch einfach kurz: Tschechow-Theater genannt), eines der besten Theater in Moskau. Das Künstlertheater bildete eine ganze Epoche in der Geschichte der Welttheaterkunst. A. M. Gorkij sagte darüber: "Es ist genauso gut und bedeutend wie die Tretjakow-Galerie, die Basilius-Kathedrale und alles Beste in Moskau". Gegründet wurde das Theater 1898 von Konstantin Stanislawski und W. I. Nemirowitsch-Dantschenko.
Beliebter Treffpunkt in Moskau
Auch steht an der Twerskaja das 1898 erbaute Jelissejew Spezialitätengeschäft, welches bis heute durch seine prachtvolle Innenausstattung beeindruckt. Darüber hinaus ist die Twerskaja auch ein sehr beliebter Treffpunkt. Die Moskauer treffen sich sehr gerne tagsüber mit Freunden in den Straßencafes bei einer Tasse Kaffee, besuchen die Boutiquen, verabreden sich am Puschkin-Denkmal und gehen in das Hauptkino der Stadt - das Puschkinskij. Die Abende verbringt man gerne in den Bars und angesehenen Klubs.
Moskau, Manezhnaya Platz. (Rayon Twerskaja) |
Taganka in Moskau
Der Stadtteil galt bis in die 1960-1970er als Zufluchtsort Moskauer Oppositioneller. Brennpunkt des von Wladimir Wyssozkij verherrlichten Ortes war das berühmte Theater Na Taganke ("Auf Taganka"). Heutzutage lockt Taganka eher durch das bekannte Spaso-Andronikow-Kloster mit dem Museum des Ikonenmalers Andrej Rubljow.
Kitaj-Gorod (China-Town) Moskau
In diesem historischen Stadtteil Moskaus waren der Rote Platz und die östlich des Kremls liegenden Stadtviertel enthalten. Der an der Moskwa liegende Teil von Kitaj-gorod heißt Sarjadje (Gebiet hinter den Reihen). Der Stadtteil wurde in den Jahren 1535-1538 mit einer steinernen Mauer mit Türmen und Toren umbaut, welche Anfang der 1930er Jahre abgebrochen wurde. Im Kitaj-Gorod gibt es sehr viele Architekturdenkmäler aus dem 17. bis 20. Jahrhundert zu bewundern.

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