Sehenswürdigkeiten in Moskau: Roter Platz in Moskau
Die Richtstätte, Moskau
Lobnoje Mesto - Die Richtstätte in Moskau, Russland |
Links von der Kathedrale befindet sich die Richtstätte, ein hoch gelegener Platz aus weißem Stein hinter einem gusseisernen Gitter. Die Richtstätte ist an einer steilen Anhöhe, einem „Wslobje“, angelegt, was auch ihren russischen Namen "Lobnoje mesto", eigentlich "Stirnstätte", bestimmt hatte. Im orthodoxen Moskau versinnbildlichte sie den Golgatha-Berg in Jerusalem, auf dem Jesus Christus gekreuzigt worden war "Golgatha", aus dem Altjüdischen übersetzt, übersetzt, heißt "Kopf", "Stirn". Der kirchlichen Überlieferung zufolge war Adam auf dem Golgatha Adam beerdigt worden, und das hinunterrinnende Blut des gekreuzigten Christus habe seinen Schädel bespült und somit die Ursünde des Menschen gesühnt.
Die meisten Moskauer und Touristen sind sich dessen sicher, dass auf der Richtstätte öffentliche Hinrichtungen stattgefunden haben müssen, doch in Wirklichkeit war "Lobnoje mesto", 1534 aus Naturstein errichtet, für etwas ganz anderes bestimmt : Von hier aus wandten sich die Zaren und die Patriarchen an des Volk, von hier aus gaben die "Birjutschi" (Herolde) die wichtigsten staatlichen Erlässe bekannt. Von dieser Stätte aus bestieg der Patriarch einmal im Jahr einen Esel und ritt feierlich zur Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale: So wurde im alten Moskau der Einzug des Herren in Jerusalem gefeiert. Im Jahre 1648 bereute hier, auf der Richtstätte, der Zar Alexej Michajlowitsch öffentlich seine Sünden und versprach, neue Gesetze zu erlassen.
Das Denkmal für Minin und Poscharski in Moskau
Roter Platz in Moskau, Russland |
Vor der Basiliuskathedrale sehen Sie das Denkmal für Minin und Poscharski, die Volkswehr im Jahre 1612. Das Denkmal ist 1818 nach einem Entwurf des Bildhauers I. Martos errichtet worden. Auf einem der Basreliefs dieses Denkmals ist dargestellt, wie die Bürger von Nishni Nowgorod, dem Aufruf Minins folgend, ihre Söhne zur allgemeinen Bewaffnung führen und auf dem anderen sehen wir die Flucht der Polen aus dem Kreml und ihre Verfolgung durch russische Soldaten.
Auf dem Postament des Denkmals ist die Inschrift zu lesen: "Für den Bürger Minin und den Fürsten Posharski vom dankbaren Rusland".
Bis 1936 stand das Denkmal bei den Ladezeilen gegenüber vom Senats-Turm. Minin wies Pocharski auf den von den Polen besetzten Moskauer Kreml hin und rief ihn zu dessen Befreiung auf. Nach Errichtung des Lenin-Mausoleums stand nun das Denkmal diesem direkt gegenüber und die auffordernd kriegerische Geste wurde überaus doppelsinnig aufgefasst. Zu alledem behinderte das Denkmal die Durchführung von Volksdemonstrationen. Damals wurden Forderungen laut, das Denkmal zu zerstören, doch schließlich versetzte man es vor die Basiliuskathedrale.
Das Mausoleum
Das Lenin Mausoleum am Roten Platz, Moskau |
Im Jahre 1924 wurde der Rote Platz darüber hinaus zu einer Begräbnisstätte geworden. Das Mausoleum wurde auf dem Roten Platz im Januar 1924 gebaut, um dort die sterbliche Hülle W. Lenins aufzubewahren. Der Name „Mausoleum“ stammt von der Totengruft des karischen Zaren Mausolos, welche in Halikarnassos in Kleinasien im 4. Jahrhundert vor u. Z. errichtet wurde.
Der Sarg mit Lenins sterblichen Überresten wurde am 23. Januar aus Gorki gebracht und im Säulensaal des Gewerkschaftshauses aufgebahrt, damit man sich von ihm verabschieden konnte. In der gleichen Nacht erhielt der Architekt A. W. Stschussew den Regierungsauftrag, bis zu Lenins Beisetzung, die für den 27. Januar angesetzt worden war, zeitweiliges Mausoleum zu projektieren und an der Kremlmauer zu errichten. Gegen eine solche Beisetzung protestierten Lenins Gattin, N.K. Krupskaja, sowie dessen Bruder und Schwester, die eine Erdbestattung vorzogen. Doch die nächste politische Umgebung Lenins nutzte seinen Körper zur Propagierung der bolschewistischen ldeen und zur Stärkung ihrer Macht.
Das endgültige Granitmausoleum wurde in Form einer gestuften Pyramide nach einem Entwurf von Stschussew im Jahre 1930 errichtet. Im März 1953 wurde im Mausoleum neben dem Sarkophag Lenins ein Sarkophag mit der sterblichen Hülle Stalins aufgebahrt, doch in der 60er Jahren fasste man den Beschluss, ihn der Begräbnisstätte an der Kremlmauer beizusetzen. An der Kremlmauer befinden sich die letzten Ruhestätten namhfter Persönlichkeiten des Sowjetstaates.
Die Kasaner Kathedrale in Moskau
Kasaner Kathedrale in Moskau, Russland |
Wenn man mit dem Rücken zur Basiliuskathedrale am Roten Platz steht, so sieht man vor sich, an der Ecke des Platzes, neben dem Historischen Museum die Kasaner Kathedrale; genauer gesagt: die Kathedrale der Kasaner Mutter Gottes, das erste von den Gotteshäusern, welche in der postsowjetischen Zeit wiederaufgebaut wurde. Die Kathedrale wurde als Dank für die Erlösung Russlands von polnisch-litauischen Landräubern im Jahre 1612 und zum Andenken an die dabei gefallenen russischen Soldaten errichtet.
Ihren Namen erhielt die Kathedrale von der Kasaner Ikone der Mutter Gottes, einer Ikone die in Moskau besonders geehrt wird. In einer für Russland schrecklichen Zeit, als der Krieger gegen die polnischen Interventen tobte, brachte man diese Ikone der Mutter Gottes aus Kasan als Hilfe für die Verteidiger Russlands. Im März 1612 wurde sie in Jaroslawl von der von Kusma Minin und dem Fürsten Dmitri Posharski geführten Volkswehr in Empfang genommen, und mit diesem Heiligenbild trat die Volkswehr ihren Befreiungsfeldzug nach Moskau an, das von polnischen Truppen besetzt war. Im Oktober wurde nach einer langwierigen Belagerung Kitai-Gorods beschlossen, diese Festung im Sturm einzunehmen. In Anschluss daran wurde ein Gottesdienst vor der Kasaner Ikone zelebriert und nach fünf Tagen ergeben sich die Polen.
Aus Dank für Hilfe und Beistand ließ der Fürst Dmitri Posharski in der Jahre des 17. Jahrhunderts eine Holzkathedrale zu Ehren der Kasaner Mutter Gottes bauen. Bald darauf brannte diese nieder, woraufhin sie in der Jahren 1635 - 1636 wiederaufgebaut wurde, nunmehr aus roten Zarenziegeln. Während des Krieges gegen Napoleon im Jahre 1812 wurde vor der Kasaner Ikone ein Gottesdienst zur Rettung des Vaterlandes zelebriert, dem der Feldherr M. I. Kutusow beiwohnte. Nach der Revolution teilte die Kasaner Kathedrale das traurige Los der meister Moskauer Gotteshäuser. Sie wurde abgerissen. Auf Beschluss des Oberbürgermeister der Stadt Moskau, Juri Lushkow, wurde die Kasaner Kathedrale auf dem Roten Platz in den Jahre 1889-1893 nach einem Entwurf von Oleg Shurin und G. Mokejew wieder aufgebaut.







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