Sehenswürdigkeiten in Moskau: Paschkow Haus
Paschkow Haus in Moskau, Russland |
Wenn Sie den Alexander-Garten in Richtung Mochowaja-Straße verlassen, so sehen wir linkerhand das Gebäude der Russischen Staatsbibliothek (der einstigen Lenin - Bibliothek), das in der 30er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Hier erhebt sich auf einem Hügel der prachtvolle Palast aus weißem Stein, der in Moskau als Paschkows bekannt ist.
Eine Kombination der antiken Strenge und Festlichkeit mit ausgesprochen Moskauer Verzierungen machen diesen Bau zu einem Meisterwerk des eigenständigen russischen Klassizismus. Der Palast wurde von dem großen russischen Architekten Wassili Bashenow in den Jahren 1784-1786 im Auftrage des reichen Gutsbesitzers P. Paschkow errichtet.
Einer Sage zufolge soll unter diesem Haus ein unterirdischer Gang von Samoskworetschje zum Kreml führen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Palast für eine Adelspension erworben und seit 1862 beherbergte er in seinen Räumlichkeiten das berühmte Rumjanzew-Museum, das aus Sankt-Petersburg hierher verlegt wurde. Seinen Namen hette das Museum dem Stifter, Grafen Nikolai Petrowitsch Rumjanzew, einem bekannten Diplomaten und Mäzen zu verdanken. Der Graf hatte eine überaus wertvolle Bibliothek, Sammlungen von griechischen, römischen und orientalischen Münzen und ein mineralogisches Kabinett zusammengetragen. All das wollte Rumjanzew zum Gemeingut werden lassen, er hatte vor, ein Russisches Nationalmuseum ins Leben zu rufen, doch war es ihm nicht vergönnt, die Eröffnung des Museums zu erleben. Sein Bruder übergab die Sammlungen an das Ministerium für Volksbildung. Am 23. November 1831 fand in Sankt-Petersburg die feierliche Eröffnung des Rumjanzew- Museums statt. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurden das Museum 1862 nach Moskau verlegt. Seit jener Zeit wurden seine Sammlungen ständig ergänzt.
Paschkow Haus |
Der Zar Alexander II. schenkte dem Museum das grandiose Gemälde „Christi Erscheinen vor dem Volke„ von A. Iwanow, das den Grundstein für die Kunstsammlung des Museums bildete. Er bestand ferner darauf, dass mehrere Bilder aus der Ermitage in Sankt-Petersburg an das Rumjanzew-Museum übergeben wurden. Bald darauf wurde die Kunstsammlung durch die überaus wertvolle Kollektion von F. I. Prjanischnikow, einem der ersten Sammler russischer Gemälde ergänzt. P. M. Tretjakow träumte sein Leben lang davon, diese Kollektion zu erwerben und ahnte nicht einmal, dass diese Sammlung nach vielen Jahren eine Perle der Tretjakow-Galerie bilden würde. Das geschah nach der Revolution, als das Rumjanzew-Museum aufgelöst wurde. Im Jahre 1925 wurden die Werke der Malerei und der Bildhauerei an die Tretjakow-Galerie und das Museum für bildende Künste in der Wolchonka-Straße übergeben. Die Büchersammlung bildete aber den Grundstein für die Staatliche Lenin-Bibliothek (heute heißt sie Russische Staatsbibliothek), die denn auch ins Paschkow-Haus einzog.







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