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Moskau: Manege bis Lubjanka

Sehenswürdigkeiten in Moskau: Von der Manege bis zur Lubjanka

Das Gebäude der Manege in Moskau, Russland

Vor dem Alexander-Garten steht das Gebäude der Manege. Die Manege wurde im Jahre 1817 vom Ingenieur L. L. Karbonier nach einem Entwurf von А. A. Betancourt gebaut. Im Jahre 1825 wurde nach Zeichnungen von О. I. Bauvais, der auch den Alexander-Garten mit seiner Grotte und dem großartigen gußeisernen Tor gestaltet hatte, die dekorative Gestaltung des Gebäudes vorgenommen, das zu einem der besten Werke des späteren Klassizismus gezählt wird. Einst hat das Gebäude der Manege in Moskau wegen der ungewöhnlichen Deckenkonstruktion, die es ermöglichte, ohne jegliche Träger eine riesengroße Fläche von 1660 Quadratsachen abzudecken, als ein „Wunderwerk" der Baukunst gegolten. In früheren Zeiten hat das Gebäude der Manege nicht nur als ein Ort für militärische Übungen und feierliche Zeremonien gedient. Dort wurden auch Volksfeste ausgetragen, zu denen Scharen von Zuschauern strömten. Nicht selten wurden in der Manege auch Ausstellungen veranstaltet.

Wenn es in der Universität Unruhen gab, so trieb die Polizei die „rebellierenden" Studenten gern in die Manege. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand sich im renovierten Gebäude der Manege vornehmes Publikum ein. Unter dem Dach dieses Gebäudes erklang die wunderbare Musik von Hector Berlioz und Camille Saint-Saëns, die hier Symphonieorchester dirigierten. Es wurden hier auch ethnographische Ausstellungen, Blumenausstellungen sowie Ausstellungen von Vögeln und Tieren durchgeführt. Nach der Revolution war im Gebäude der Manege längere Zeit eine Garage untergebracht und nach der Rekonstruktion im Jahre 1957 schlug das Kulturleben hier erneut hohe Wellen, denn von nun an galt die Manege als Zentrale Ausstellungshalle. Es sei in diesem Zusammenhang allein an die Ausstellungen der sowjetischen Avantgardisten oder die Ausstellung des Malers llja Glasunow erinnert, die hier stattgefunden haben. Um dorthin zu gelangen, musste man kilometerlang Schlange stehen. Auch heute zieht die Ausstellungshalle stets zahlreiche Besucher an.


Das alte Gebäude der Universität

Das alte Gebäude der Universität in Moskau, Russland

Hinter dem Gebäude der Manege beginnt die Bolschaja Nikitskaja-Straße. Hier, an der Ecke der Mochowaja-Straße steht eines der besten Werke des Moskauer Empire, das alte Gebäude der Universität, die nun seit mehr als zwei Jahrhunderten ihrem Ruhm als der besten Lehranstalt in Russland und einer der besten Ausbildungsstätten in der ganzen Welt gerecht wird. Der Initiator der Stiftung einer russischen Universität war bekanntlich Michail Wassiljewitsch Lomonossow. Am 25. Januar 1755, am Tag des Gedenkens an die heilige Märtyrerin Tatiana, reichte der Graf L. I. Schuwalow bei der Zarin Jelisaweta Petrowna ein Gesuch über die Gründung der Moskauer Universität ein. Am gleichen Tag wurde der Erlass darüber von der Zarin unterzeichnet. So entstand der berühmte Feiertag der Moskauer Studentenschaft, der Tatianas-Tag, und die heilige Tatiana gilt seit jener Zeit als die Schirmherrin der Moskauer Universität.

Im August 1786 wurden unter der Leitung von M. F. Kasakow die Arbeiten zur Errichtung des majestätischen Gebäudes im Stil des Klassizismus aufgenommen. Das Universitätsgebäude wurde während des Brandes von 1812 stark beschädigt und erhielt 1817 sein jetziges Aussehen. Der Kasakowschen Klassik verlieh der Architekt D. I. Gilardi jene Eleganz und Feinheit, die für alle seine Bauwerke kennzeichnend sind. Die schon von Kasakow geschaffene runde Aula der Universität verwandelte Gilardi in einen wahren Tempel der Wissenschaft, indem er ein unübertroffenes Ensemble der festlichen Gestaltung der Wände im Empirestil schuf. Die Kolonnade der Universität ist eine der besten klassizistischen Säulenreihen in Moskau.

Das "neue" Gebäude der Universität in Moskau, Russland

Nach der Revolution erhielt die Universität den Status einer staatlichen Lehranstalt und hieß von nun an die Moskauer Staatliche Universität (russische Abkürzung MGU). Im Mai 1940 wurde ihr der Name „M. W. Lomonossow" verliehen. Im Jahre 1953 wurde auf den Worobjowy gory (damals hießen sie Leniskije gory, d.h. Lenin-Berge) nach einem Entwurf des Architekten L. W. Rudnew ein Hochhaus errichtet, in welches die technischen und die naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universität umzogen. In den 50er bis 70er Jahren entstand dort ein ganzer Universitätskomplex, der nun nahezu alle Fakultäten der Universität beherbergte. Nur vier Fakultäten sind in den Gebäuden an der Mochowaja-Straße geblieben. Zur Mochowaja-Straße führt auch die Kolonnade der zierlichen Halbrotunde einer Kirche hinaus. Das ist ein Flügelbau des einstigen Anwesens von Paschkow (das neue Gebäude der Moskauer Universität) in dem sich die Moskauer Universitätskirche befindet. Eben hier ist das Moskauer Kaiserliche Theater, die Wiege des Bolschoi und des Maly Theaters entstanden. In der Sowjetzeit führte in diesem Gebäude das Studententheater der MGU Stücke auf und am 25. Januar 1995, am Tag der heiligen Tatiana, wurde hier erneut die Moskauer Universitätskirche eingeweiht.


Ochotnyj Rjad

Weiter geht es die Straße Ochotnyj Rjad (russisch bedeutet der Name: „Jagdreihe") entlang. In dieser kurzen Straße, die sich von der Twerskaja-Straße bis zum Theaterplatz erstreckt, wurde vor der Revolution reger Handel mit Nahrungsgütern getrieben. Der Schriftsteller Giljarowski bezeichnete Ochotnyj Rjad als „Moskaus Leib". Ihren Namen hat die Straße einer der Handelsreihen zu verdanken, in der man Wild und geschlachtetes Geflügel verkaufte. Nach der Revolution wurde der Handel eingestellt und alle Gaststätten in Ochotnyj Rjad geschlossen und die Straße selbst geriet unter die Planierraupe der Stalinschen Rekonstruktion: Linkerhand entstand das pompöse Gebäude des Hotels „Moskau" und an der anderen Straßenseite das Haus des Rates der Arbeit und der Verteidigung, in dem jetzt die Staatsduma tagt.


Das Hotel "Moskau"

Mit dem Bau des Hotels, das anstelle des abgetragenen Jegorow-Gasthofes errichtet wurde, hängt eine Anekdote zusammen: Als man Stalin zwei unterschiedliche Entwürfe für die Gestaltung der Hotelfassade auf den Tisch legte, die auf einem Blatt gezeichnet worden waren, setzte dieser Kurzenhand seine wuchtige Unterschrift in die Mitte. So bekam das Gebäude des HOTELS „MOSKAU" zwei ganz verschiedene Fassaden (Architekten A. W. Stschussew und L. I. Saweljew).

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