Der Moskauer Kreml und die Sehenswürdigkeiten im Kreml
Der Moskauer Kreml, Russland |
Im Jahre 1156 wurde auf dem Borowizkij-Hügel eine Festung angelegt. Das Wort "Kreml" bedeutete einer Version zufolge "Wald"; "Bäume"; nach einer anderen wurde es vom griechischen "Kremnos" (Fels) abgeleitet. 1340, in der Regierungszeit von Iwan Kalita, errichtet man hier neue Schutzwälle aus festen Eichenstämmen. Fürst Dmitri Donskoi ließ um den Kreml eine Befestigungsanlage aus weißem Stein errichten. Der Zar Iwan 3. Iud in den Jahren 1462-1505 Künstler und Meister aus Italien zur Errichtung von Steingebäuden im Kreml ein. Und in Dieser Zeit werden die berühmten Mauern und Türme des Kremls, der Spasskiturm mit dem Glockenspiel, der Tajnzkaja-Turm, der Dreifaltigkeitsturm, der Arsenalturm und andere erbaut.
Linkerhand vom Dreifaltigkeitstor befindet sich das monumentale Gebäude des Arsenals, welches zu den Sehenswürdigkeiten im Kreml zählt. Es wurde vom Peter I. zur Aufbewahrung von Waffen und Kriegsgerät gegründet. Während des Nördlichen Krieges wurden die Bauarbeiten eingestellt und der Bau wurde erst in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderst von Ingenieur Gerard vollendet. Rechts vom Arsenal befindet sich das Gebäude des Senats, das der berühmte Moskauer Baumeister Matwej Kasakow im Jahre 1788 errichtet. Auf einem äußerst ungünstigen Grundstück, das die Form eines Dreiecks hatte, ließ Kasakow in den Jahren 1776-1787 ein majestätisches Gebäude mit einem riesigen Torbogen entstehen.
Gebäude des Senats in Moskau, Russland |
Erwähnenswert ist, dass auf der Kuppel des Gebäudes bis 1812 das Wappen Moskaus, die vergoldete Statue des heiligen Georg des Siegers emporragte, die dann einer gekrönten Säule als Sinnbild des Gesetzes weichen musste. Diese verschwand ihrerseits 1917, um der Sowjetflagge Platz zu machen. In diesem Gebäude befanden sich das Arbeitszimmer und die Wohnung Lenins.
Gegenüber dem Senatsplatz steht der moderne Kongresspalast.
Der Kathedralenplatz am Kreml, Moskau
Der Kathedralenplatz im Kreml mit der Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale, der Mariä Verkündigungskathedrale und der Erzengel-Kathedrale, Moskau |
Der Kathedralenplatz ist der wichtigste Platz des Kremls. Nahezu alle alten Gebäude des Kremls, Denkmäler des 15. und des 16. Jahrhunderts, sind an einem Ort, auf dem Kathedralenplatz, dem religiösen Zentrum Moskaus und „der ganzen Rus„ in der Epoche vor dem Peter I. konzentriert. Diese kleine Ecke von Moskau stellt eine überaus wertvolle und aufschlussreiche lebendige Vorlesung über die Geschichte der russischen Baukunst während eines ganzen Jahrhunderts dar. Der zentrale Platz in dieser Gruppe von Denkmälern gehört natürlich der Mariä Himmelfahrts Kathedrale aus weißen Stein mit ihren vergoldeten Kuppeln (eingeweiht 1479).
Die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale in Moskau
Linkerhand von der Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale im Kreml steht die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale. Sie wurde von Bauleuten aus Pskow in den Jahren 1484-1489 errichtet. Es war die Hauskirche der russischen Zaren, hier ließen sie sich trauen und ihre Kinder taufen. Die Wandmalerein der Kathedrale stelle heidnische Weise dar: Aristoteles, Plutarch, Plato und Sokrates mit Papierrollen in den Händen. In der Kathedrale ist eine einzigartige Ikonostase erhalten geblieben, die mit dem Namen Theophan des Griechen in Verbindung gebracht wird.
Die Facettenkammer im Moskauer Kreml
Die Facettenkammer in Moskau, Russland |
Das zeitlich nächste Bauwerk im gleichen Teil des Kremls, auf dem Kathedralenplatz, war die sogenannte Facettenkammer; der älteste Teil eines nicht erhaltengebliebenen Palastes der Moskauer Zaren, der einst ein hohes Walmbach aufzuweisen hatte, welches das Gebäude gleichsam noch höher erscheinen ließ. Der Hauptsaal des Palastes war der Austragungsort feierlicher Zeremonien. Der Palast wurde in den Jahren 1487-1491 von zwei Italienern, Marco Ruffo und Pietro Atonio Solari errichtet: Ihren Namen hat die Kammer den zu Facetten behauen weißen Verkleidungssteinen zu verdanken, mit denen die östliche Fassade der Kammer in Jahre 1684 versehen wurde. Diese Kammer stellte seinerzeit einen typischen italienischen Palazzo dar, welcher mit seinem nächsten Nachbarn, der Kathedrale von Fioravanti harmonierte. Die Kathedrale und die Facettenkammer harmonierten ihrerseits mit den neuen Kremlmauern, deren Gesamtplan vielleicht von selbigem Fioravanti stammt.
Die Erzengelkathedrale im Kreml, Moskau
Erzenglekathedrale im Kreml von Moskau, Russland |
Gegenüber der Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale wächst auf dem Kathedralenplatz im ersten Jahrzehnt des neuen 16. Jahrhundert das dritte Gotteshaus, das seinem Geist nach am meisten italienisch ist, es gehört zu den Sehenswürdigkeiten des Kremls. Es ist die 81 Meter hohe Erzengelkathedrale, die in den Jahren 1505-1509 von Alevis Frjasin an der Stelle alten Zarengruft errichtet wurde. Das Schema des Gottestempels ist schlicht: ein Kubus, der von fünf Kuppeln gekrönt wird, doch ist die architektonische Bearbeitung eine ganz besondere gewesen. Alevis baute die Kathedrale wie einen Palazzo auf, man bracht nur für einen Augenblick ihre Kokoschniks, Zakomaren und Türme wegzudenken, und schon erscheint vor einem ein typischer italienischer Palast mit seinen Portaleingängen, Pilastern, der bogenförmigen Gestaltung des Erdgeschosses und dem weit hervortretenden Sims.
Die von Alevis in der Erzengelkathedrale gezeigten neuen architektonischen Formen wurden von russischen Baumeistern unverzüglich übernommen und verliehen der weiteren Entwicklung des Moskauer Baustils einen ernst zu nehmenden Auftrieb. Die Bearbeitung der Kokoschniks und der Zakomaren in Form von Muscheln, die erstmalig in dieser Kathedrale gezeigt worden war, begeisterte russische Baumeister selbst Ende des 17. Jahrhunderts, in der Epoche der reichen Schnörkelverzierungen der russischen Barockkunst. Die Kathedrale diente als Gruft der russischen Zaren von Iwan Kalita bis Iwan Alexejewitsch, dem Bruder Peters I: nachdem die Landeshauptstadt nach Sankt-Petersburg verlegt worden war, wurden die Zaren dort in der Gruft der Peter-Pauls-Kathedrale beigesetzt.
Der Glockenturm Iwan der Große in Moskau
Der Glockenturm Iwan der Große (Sehenswürdigkeiten im Kreml), Moskau |
Das neue 17. Jahrhundert ergänzte dieses Ensemble durch zwei einzigartige Bauwerk. Im Hungerjahr 1600 ragte die eigenartige „Kerze des Moskauer Kremls“, der nahezu 100 Meter hohe Flockenturm Iwan der Große in der Himmel. In der Mariä- Himmelfahrts-Glockenanlage, die an der Glockenturm anschließt, befindet sich die größte Glocke des Moskauer Kremls. In Russland begleitete das Glockengeläut stets alle Feierlichkeiten und alle traurige Ereignisse und es rief auch die Städter zum Gottesdienst. Unweit vom Glockenturm Iwan der Große steht auf einem Postament die berühmte Zarenglocke des Kremls. Allerdings hat Moskau den Klang dieser Glocke niemals vernommen. Sie wurden von den russischen Gießern Motorin im Jahre 1735 gegossen. In Moskau begann, als die Glocke, die in einer tiefen Grube gegossen worden war und sich noch nicht abgekühlt hatte, ein Großbrand. Das kalte Wasser, mit dem man den Brand löschen wollte, gelangte auf die Glocke, es gab einen Riss und von der Glocke löste sich ein 12 Tonnen schweres Stück ab. Erst 100 Jahre später holte man die Glocke aus der Grube und stellte sie auf einem Postament auf. Etwas weiter sieht man auch die Zarenkanone des Meisters Tschochow, die 1586 gegossen worden ist.
Öffnungszeiten des Kreml:
Täglich: 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr (Kassen bis 16.30 Uhr), außer Donnerstag.
Einlaß in die Rüstkamme: 10.00, 12.00, 14.30, 16.30 Uhr, täglich, außer Donnerstag.
Ticketpreise: Ohne Ermäßigung 70 Rubel, für ausländische Bürger - 200 Rubel und 100 Rubel (Schüler und Studenten).

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