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Moskau: Kitai Gorod

Sehenswürdigkeiten in Moskau: Kitai-Gorod Moskau

Blick auf Kita-Gorod Moskau, Russland

Der seinem Namen nach rätselhafte Stadtteil Kitai-Gorod, der einst von allen Seiten durch eine Kette von Steinmauern umgeben war, hängt geschichtlich wie geographisch mit dem Kreml eng zusammen. In diesen zwei "Städten" herrschten einst zwei oberste Klassen der Gesellschaft in der Epoche vor dem Peter I. Die Bojaren hatten im Kreml ihren Sitz und die Kaufleute ließen sich in Kitai-Gorod nieder. Angefangen von der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts kommt die Bezeichnung ,,Kitai-Gorod" in den Chroniken öfters vor.

Diese Stadt brannte vielmals nieder und so wurde sie manchmal auch als ,,Poshar" (Brandstätte) bezeichnet. Im Jahre 1534 ließ die Großfürstin Jelena, die Mutter Iwans des Schrecklichen, um die Ansiedlung einen Graben ausheben und sie darüber hinaus mit einem Erdwall umgeben. ,,Man nannte die Stadt „Kitai", fügt die Chronik lakonisch hinzu und lässt dadurch die Forscher nach einer Erklärung für diesen eigenartigen Namen suche. Der Wall von Kitai-Gorod schien jedoch der Ansiedlung keinen genügenden Schutz zu bieten und im Jahre 1535 machte sich Petrok Malyj auf Initiative der gleichen Fürstin Jelena daran, hinter dem Erdwall eine Steinmauer zu errichten. Diese zweite  Moskauer Befestigungsanlage wurde aus freiwilligen  Spenden  von Moskauern innerhalb von zwei Jahren ausgeführt und bis 1538 fertiggestellt.

Nach dem Krieg gegen Napoleon im Jahre 1812 wurden die Mauern von Kitai-Gorod erneuert, um sie ihrem Aussehen nach den Kremlmauern ähnlicher zu machen. Es erschienen zeltförmige Aufsätze über dem Wladimir-, dem Ijinski- und dem Warwarski-Tor, die es zuvor nicht gegeben hatte, die Verkleidung mehrerer Türme wurde geändert und an manchen Stellen (so am Hang vom Wladimir-Tor bis zum Theaterplatz) wurden plump Zinnen aufgesetzt. Es beginnt nun an der Moskworezki- Brücke und endet am Platz der Revolution. Die Mauer von Kitai Gorod ist in Form von drei originellen Fragmenten bis heute erhalten geblieben, welche während der Abrissarbeiten 1934-1951 ganz geblieben sind. Ein Teil der Mauer mit ihren schwalbenschwanzförmigen Zinnen befindet sich auf dem Theaterplatz, nicht weit vom Hotel "Metropol". Vor einigen Jahren ist dieser Teil verlängert und mit einem runden Turm abgeschlossen worden. Das zweite Mauerfragment verläuft entlang der Theaterdurchfahrt hinter den Hotelgebäude. Es wird an der Ecke ebenfalls von einem Turm begrenzt, der sich an den Bogen der Theaterdurchfahrt anlehnt. Der dritte Teil der Mauer verläuft entlang der Durchfahrt von Kitai-Gorod von Osten aus um das Gebäude des Hotels "Rossija" herum.

Am "Metropol" ist ein "Stückchen" des alten Moskau erhalten geblieben. Die weiße durch Schießscharten durchschnittene Mauer und über ihr die Gruppe von Gebäuden des Druckhofes,  die dunkelgrün angestrichen worden sind, mit den altertümlichen Einfassungen der kleinen Fenster. Die im wuchernden Grün des Boulevards nahezu verdeckte Mauer von Kitai-Gorod endet am Gebäude des Moskau Stadtsowjets.


Die Nikolskaja Straße

Die vom Roten Platz führende Nikolskaja Straße von Kitai Gorod ist im Altertum eine Art Aufklärungszentrum gewesen: Hier befanden sich im Saikonospasskij-Kloster (Haus Nr. 7) die Slawisch-Griechisch-Lateinische-Akademie, die erste Hochschule des Alten Russlands und auch die Wiege des Buchdruckes, der Druckhof (Haus Nr.15).


Der Alte Englische Hof

Alter Englischer Hof im Kitai Gorod, Moskau

Das Gebäude des Alten Englischen Hofes ist einer der ältesten zivilen Bauten in Moskau (älter ist nur die Facettenkammer im Kreml). Die Gemächer aus weißem Stein entstanden hier im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts und gehörten zu jener Zeit dem Kaufmann I. Bobristschew. Als der Zar Iwan der Schreckliche 1552 Handelsbeziehungen zu England aufnahm, schenkte er die Gemächer englischen Kaufleuten. Nach Verlauf weiterer 100 Jahre mussten die Kaufleute auf Erlass des Zaren Alexej Michajlowitsch, der über die Hinrichtung des englischen Königs Karl I. während der Englischen Revolution empört war, Russland verlassen. Anfang des 18. Jahrhundert eröffnete Peter I. hier die Ziffernschule (eine Mathematikschule). Im Anschluss daran wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und verlor gänzlich sein ursprüngliches Aussehen, doch im 20. Jahrhundert hat es der Architekt P. D. Baranowski wiederaufgebaut.



Der Druckhof in Moskau

Die Mauern der Spasski-Schule, die in der Tiefe des Hofes steht, bewahren noch einen Anflug des Altertums auf, doch vom Druckhof, in dem der Erstdrucker Iwan Fjodorow tätig gewesen ist, sind nicht einmal Spuren übriggeblieben. Das zur Strasse hinausgehende und durch den eigenartigen Anstrich die Aufmerksamkeit auf sich ziehende grünweiße Gebäude des Druckhofes wurde 1814 in jenem eigenartigen Still erbaut, der den Zeitgenossen “russisch-gotisch“ zu seien schien, in Wirklichkeit aber eine mechanische Kombination von verschiedenartigen Stilelementen darstelle.

Im nächsten Haus befindet sich das durch seine russische Küche berühmte Restaurant "Slawjanski Basar", das 1873 erbaut wurde. Eben hier kamen die bekannten russischen Regisseure K.I. Stanislawski und W.I.Nemirowitsch-Dantschenko auf den Gedanken, das Moskauer Künstlerhaus ins Leben zu rufen.


Die Gedächtniskapelle für die Heldenhaften Grenadiere von Plewna in Moskau

Denkmal für die Helden von Plewna in Moskau, Russland

Auf der anderen Straßenseite zieht sich eine reizvolle Grünanlage mit der Gedächtniskapelle für die Heldenhaften Grenadiere von Plewna. Das Denkmal wurde 1887 auf Initiative der Russischen archäologischen Gesellschaft sowie der Offiziere und Soldaten des Grenadierkorps errichtet (Architekt: W. O. Sherwood). Die achtkantige gusseiserne Kapelle mit einem Zeltdach wird vom orthodoxen Kreuz über dem moslemischen Halbmond gekrönt. Ihre Seitenkanten sind mit vier Hochreliefs geschmückt: ein russischer Bauer, der seinem Sohn, einem Grenadier, vor dem Feldzug seinen Segen gibt; ein Janitschar, der ein Kind aus den Händen seiner bulgarischen Mutter reißt; ein Grenadier, welcher einen türkischen Soldaten gefangen nimmt; ein russischer Soldat, welcher einer Frau, die Bulgarien versinnbildlichen soll, die Ketten abnimmt.

An den Kanten des Zeltdaches sind die Inschriften angebracht: „Von den Grenadieren für ihre Kameraden, die im ruhmreichen Kampf bei Plewna am 28. November 1877 gefallen sind" und „Zum Gedenken an den Krieg gegen die Türkei 1877 - 1878" sowie das Verzeichnis der wichtigsten Schlachten. Vor dem Denkmal sind gusseiserne Sockel mit den Inschriften „Zu Gunsten verkrüppelter Grenadiere und deren Familien" (darauf hatten Büchsen für Spenden gestanden) aufgestellt. Im Interieur der Kapelle, welche mit Polychromkacheln gestaltet worden war, befanden sich kunstvolle Ikonen von Alexander Newski, Johann dem Krieger, Nikolaus dem Wundertäter, Kyrillos und Methodius sowie bronzene Platten mit den Namen der gefallenen Grenadiere: 18 Offiziere und 542 Soldaten. Nach 1917 ist der Großteil der Innenraumgestaltung verlorengegangen. Im Jahre 1990 wurde die Tradition wiederaufgenommen, den 3. November (Tag der Befreiung Bulgariens von der türkischen Herrschaft) durch eine Totenmesse vor den Wänden dieser Kapelle zu begehen.


Das Polytechnische Museum in Moskau

Polytechnische Museum in Moskau, Foto: www.polymus.ru

Am Ende der Iljinka-Straße befindet sich linkerhand, auf dem Neuen Platz, das Gebäude des Polytechnischen Museums, eines der ältesten wissenschaftlich-technischen Museen der Welt. Es wurde 1872 auf Initiative der Gesellschaft der Freunde der Naturkunde, der Anthropologie und der Ethnographie mit Unterstützung ihrer Mitglieder, Professoren der Moskauer Universität, gegründet. 1871 stellte die Moskauer Stadtduma ein Grundstück auf dem Lubjanskaja-Platz bereit und bewilligte 500 000 Rubel für den Bau eines Museums für angewandtes Wissen (des Polytechnischen Museums). Der Bau des Gebäudes und des Museums dauerte 30 Jahre. 1877 wurde der zentrale Teil des Gebäudes im sogenannten russischen Stil und 1907 der linke Flügel mit dem Großen Auditorium im Stil der Moderne fertiggestellt.


Polytechnisches Museum in Moskau:

Adresse: Nowaja pl., 3/4
Metro: Kitaj-Gorod
Tel.: +7 (495) 623 0756
Öffnungszeiten: Täglich 10.00-18.00, außer Montag.

Eintrittskarten:
- Erwachsene - 200 rub.
- Schüler und Studenten - 80 Rubel.

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