Sehenswürdigkeiten in Moskau: Die Kirche der heiligen Dreifaltigkeit in Nikitniki
Kirche der heiligen Dreifaltigkeit in Nikitniki, Moskau |
Nicht weit entfernt, in einer der Gassen des Alten Platzes in Kitai Gorod, befindet sich die Kirche der heiligen Dreifaltigkeit in Nikitniki, ein seltenes der Architektur und Malerei aus dem 17. Jahrhundert, in der eine Zweigstelle des Staatlichen Historischen Museums eröffnet worden ist. Im 17. Jahrhundert siedeln sich an den Mauern von Kitai-Gorod wohlhabende Kaufleute an, unter denen Grigori Nikitnikow, ein „Gast" aus Jaroslawl, durch seinen Reichtum herausragte, der neben seinem Haus 1634 eine Kirche bauen ließ.
Die Gemeindekirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Nikitniki (oder die Kirche der Georgischen Mutter Gottes), vom Jaroslawler Kaufmann errichtet, erinnert eher an ein Gemach als an ein Gotteshaus. Die Kirche, ein wunderbares Muster des Architekturstils „Russische Kostbarkeiten", diente in der Folgezeit als Vorbild für viele Moskauer Gotteshäuser und ist eine einzigartige Sehenswürdigkeit in Moskau. Sie steht auf einem hohen Unterbau, dessen Räumlichkeiten als Warenlager benutzt wurden. Von allen Seiten ist die Kirche mit allerlei Hilfsräumen umgeben. An der Nahtstelle zwischen nördlicher und westlicher Galerie ist ein Glockenturm mit einem Nebenaltar erbaut worden, der Johannes dem Theologen gewidmet ist.
Die Kirche der heiligen Dreifaltigkeit in Moskau, Russland |
Besonders schmuckvoll ist die Südfassade der Kirche: Auf dem monolithischen Sockel aus weißem Stein und dem monumentalen Untergeschoss ragt das reich verzierte Hauptvolumen der Kirche. Ihre rötlichen Mauern werden durch Bündel von weißen Halbsäulen gegliedert. Die fein gearbeiteten Fenstereinfassungen aus weißem Stein sind stellenweise in Übereinstimmung mit dem Farbgamma der Fresken angestrichen, die streifenweise die Umfassung der Kirche umspannen. Die Simse sind durch einen Gürtel glänzender Kacheln geschmückt. Das Fehlen der Stützsäulen verleiht der Kirche den Charakter eines schmucken weltlichen Saals, der mit einem malerischen Teppich vollständig bedeckt worden ist. Die Ikonen, die in der vergoldeten Holzikonostase erhalten geblieben sind, wurden vom Oberhaupt der Ikonenwerkstatt der Rüstkammer, Simon Uschakow und dessen Artel in den 50er und 60er Jahren des 17. Jahrhunderts gefertigt.
Besondere Aufmerksamkeit zieht die Ikone „Die Verkündung" durch ihre feine Gestaltung der architektonischen Landschaft auf sich. 1917 wurde die Kirche während der Straßenkämpfe in Mitleidenschaft gezogen. 1920 wurde sie geschlossen und bald darauf restauriert. Seit jener Zeit befindet sich dort eine Zweigstelle des Historischen Museums. Vor einem halben Jahrhundert hatte niemand ahnen können, dass unter einer Schicht der handwerklichen Bemalung aus dem 19. Jahrhundert an den Wänden und an dem Gewölbe der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit bewundernswerte alte Malereien verborgen sind. Mit der wissenschaftlichen Restaurierung der Bemalung wurde kurz vor dem Krieg begonnen.

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