Das Auferstehungstor mit der Iwerski Kapelle in Moskau
Auferstehungstor mit der Iwerski Kapelle am Roten Platz in Moskau, Russland |
Zwischen dem Historischen Museum und dem einstigen Gebäude der Stadtduma auf dem Roten Platz steht das Auferstehungstor mit der Iwerski Kapelle. Die Kapelle mit der Mutter Gottes hat schon immer als das größte Moskauer Heiligtum gegolten. Es existiert eine Legende, wonach in der Zeit der Bilderstürmerei in Byzanz einer der Bilderstürmer diese Ikone mit seiner Lanze in die rechte Wange getroffen haben und aus dieser Wunde sofort Blut geflossen sein soll. Die blutende Wunde sei seitdem am Antlitz der Mutter Gottes geblieben. Seit jener Zeit wurde die Ikone als wundertätig verehrt, und die Iwerski-Gottesmutter wird seither stets mit einer kleinen Wunde am Antlitz dargestellt.
Die Jwerski-Ikone ist durch zahlreiche Wunder berühmt geworden. Sie schützte vor den Feinden, vor ihr wurden Kranke geheilt und für eine gute Ernte gebetet. Im 17. Jahrhundert erfuhr man von der wundertätigen Ikone in ganz Russland. Zu Beginn der Regierungszeit des Zaren Alexej Michailowitsch kam der Ermandrit des Iwerski-Klosters zu Athos nach Moskau, um Spenden für seinen Stift zu sammeln. Nikon (der künftige berühmte Patriarch), einer der engsten Freunde des Zaren, bat ihn, ein genauen (so wurden die Kopien von Ikonen genannt) der wundertätigen Iwerski-Ikone nach Moskau mitzubringen. Daraufhin fertigte der Ilonenmaler des Iwerski-Klosters Jamwlich Romanw eine Abschrift der Iwerski-Ikone an, sich durch keine einziges Detail vom Original unterschied. Am 22. Oktober 1648 wurde die Ikone feierlich vor dem Neglinnaja-Tor von Kitai-Gorod in Empfang genommen und zeitweilig im Jungfrauenkloster untergebracht, wo sie bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts aufbewahrt wurde. Heute befindet sie sich im Historischen Museum.
1656 wurde speziell für das Waldai-Kloster im Afon eine zweite Kopie dieser Ikone bestellt, die Ieider nicht bis heute erhalten geblieben ist und für das lwerski-Kloster in Moskau wurde noch eine weitere Kopie dieser Ikone in Auftrag gegeben. Nach einiger Zeit wurde sie in das Waldai-Kloster geschickt und Moskau bestellte man beim Iwerski-Kloster eine weitere Kopie dieser Ikone. Diese traf in Moskau am 19. Mai 1669 ein und wurde am Neglinnaja-Turm angebracht. Zum Schutz der Iwerski-Ikone und der betenden Menschen vor Wind und Regen ließ man ein kleines Schutzdach darüber errichten. So entstand in Moskau die lwerski-Kapelle.
Auferstehungstor am Roten Platz im 19. Jahrhundert, Moskau |
Der Platz dafür war alles andere als zufällig gewählt worden: Das Neglinnaja-Tor war das Haupttor von Kitai-Gorod und durch dieses Tor fuhren die russischen Zaren traditionsgemäß feierlich zum Roten Platz. Daher hatte dieses Tor auch einen anderen Namen, nämlich das Triumphtor.
Im Jahre 1680 wurde das morsch gewordene Tor neu gestaltet und dabei bekam es zwei hohe Zeltdächer, die von zweiköpfigen Adlern gekrönt wurden. Über dem Tor brachte man die Ikone der Wiederauferstehung Christi an und seit jener Zeit heißt es Auferstehungstor. Die Ikone befand sich dort bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Iwerski-Kapelle Ende des 18. Jahrhunderts, als Matwej Kasakow sie neu gestaltete. Später wurde auf der Kuppel der Kapelle die vergoldete Gestalt eines Engels mit Kreuz aufgestellt.
Die Moskauer verehrten schon immer die Iwerski Mutter Gottes und niemand nahm seine Geschäfte in Angriff, ohne vor dem wundertätigen Heiligenbild gebetet zu haben. Kaufleute kamen hierher vor dem Abschluss eines Handels, Studenten und Gymnasiasten vor Prüfungen. Berühmt wurde die Iwerski-Ikone durch die Heilung von Kranken. Jeder, der nach Moskau reiste, begab sich vor allen Dingen dorthin, um sich vor der Ikone zu verneigen. Alle Persönlichkeiten der kaiserlichen Familie, die nach Moskau kamen, fanden sich vor dem Moskauer Heiligtum ein, um ihr Haupt davor zu neigen und nahmen unbedingt vor ihr Abschied, wenn sie nach Sankt-Petersburg zurückkehrten. Nach der Revolution wurden die Kapelle und im Jahre 1931 auch das Auferstehungstor abgerissen. Erst 1995 wurde sie wiederaufgebaut und die Kapelle wurde erneut eingeweiht. Heute befinden sich dort eine neue Kopie, die speziell Mitte der 1990er Jahre vom Afon gebracht wurde.

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