Kreml in Moskau:
Der Patriarchen-Palast
Patriarchen-Palast im Kreml Moskau, Russland |
Seine heutige Gestalt nahm der Kathedralenplatz im Moskauer Kreml im 17. Jahrhundert an, als in seinem nördlichen Teil hinter der Himmelfahrtskathedrale der Patriarchen-Palast entstanden war. Das gewaltige dreigeschossige Gebäude - die Residenz des Oberhauptes der Russisch-orthodoxen Kirche - umfasst einen Saal für Parade-Empfänge, die Kreuz-Halle, sowie die Hauskirche der Patriarchen, die Kirche der Zwölf-Aposteln und die Wohnräume.
Angeregt hat den Bau des Palastes der Patriarch Nikon, ein kluger und energischer Politiker, der die kirchliche Macht über die Zarenherrschaft stellen wollte. Nach seinem Prunk rivalisierte der Patriarchen-Palast mit den Zaren-Gemächern. Besonders beeindruckend war die Kreuz-Halle mit ihrer Gesamtfläche von 280 Quadratmetern, deren geschlossenes Gewölbe in der Mitte keine Stützsäule hatte. Die Dimensionen der Halle, deren Prunk und architektonische Eleganz zeugten von ihrer besonderen Rolle: sie entsprach dem Hauptsaal des Facettenpalastes und diente für Sitzungen kirchlicher Versammlungen, für Empfänge hoher kirchlicher Würdenträger und für feierliche Mahlzeiten.
Im 18. Jahrhundert wurde in der Kreuz-Halle ein großer, mit Marmor verkleideter Ofen mit einem holzgeschnitzten Überhang für die Zubereitung von Weihöl (auf russisch = "Miro") aufgestellt. Das Weihöl brauchte man für wichtigste kirchliche Zeremonien: Taufe, Einweihung von Kirchen, Krönung. Der Patriarchen-Palast belieferte mit Weihöl ganz Russland.
Heute befindet sich im Patriarchen-Palast das Museum für angewandte Kunst und Brauchtum Russlands des 17. Jahrhunderts, wo Kleider, Geschirr, Schmuck, Uhren, Jagdgerät, seltene handgeschriebene und gedruckte Bücher, alte Möbelstücke, die mit dem Leben kirchlicher Würdenträger und russischer Adliger bekannt machen ausgestellt sind.

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