Die Region Chabarowsk
Die Region Chabarowsk liegt im Fernen Osten Russlands. Sie grenzt an die Region Primorje und das Jüdische Autonome Gebiet im Süden, an das Amurgebiet und die Republik Sacha-Jakutien im Westen, an das Gebiet Magadan im Norden und an China im Südosten. Im Osten wird die Region vom Ochotskischen und Japanischen Meer umspült. Die Küste (einschließlich der Insel) ist 3.390 Kilometer lang.
Durch das Territorium der Region gehen Land-, Wasser- und Luftwege, die Binnenland mit den pazifischen Häfen und die GUS-Staaten sowie westeuropäische Länder mit den Staaten des Pazifischen Raums verbinden.
Die Region Chabarowsk ist einer der größten Verwaltungsbezirke in der Russischen Föderation. Seine Fläche beläuft sich auf 788.600 Quadratkilometer, was 4,5% des russischen Territoriums ausmacht. Die Region erstreckt sich von Norden nach Süden über fast 1.800 Kilometer und von Westen nach Osten über 125-750 Kilometer. Das nördliche Randgebiet liegt 430 Kilometer vom Nördlichen Polarkreis entfernt. Das südliche Randgebiet befindet sich auf dem Breitenkreis der nördlichen japanischen Insel Hokkaido.
Die Hauptstadt der Region ist die Stadt Chabarowsk. Sie ist über 8.533 Bahnkilometer von Moskau entfernt. Die Entfernung beträgt in der Luftlinie 6.075 Kilometer.
Territorium
Den größten Teil des Territoriums der Region Chabarowsk nehmen Gebirge und Hochebenen (500 bis 2.500 m) ein. Das Tiefland, das im Amurgebiet zwischen den Städten Chabarowsk und Komsomolsk am Amur liegt, ist die größte Ebene der Region.
Es gibt alle Böden in der Region Chabarowsk. Intensiv werden Ackerland und Waldungen genutzt. Mehr als 20 Millionen ha nehmen Rentierweiden ein, 26% des Territoriums der Region.
Für die Region ist ein gut entwickeltes Flussnetz typisch: Es sind mehr als 120.000 große Flüsse und Bäche und 55.000 Seen. Der größte Teil des Wassersystems entwässert zum Meeresbecken des Pazifischen Ozeans, der kleine Teil zum Nordpolarmeer.
Die Region ist reich an Bodenschätzen: Abgebaut werden Stein- und Braunkohle, Öl und Gas, Zinn, Eisen, Platin, Silber und Gold in den Goldfeldern. Bedeutend sind auch die Bestände an Mineral- und Baurohstoffen sowie an Edelsteinen und Verkleidungssteinen, und aus Quellen sprudelt Mineralwasser.
Klima in Region Chabarowsk
Die Region Chabarowsk liegt im Monsunklima. Seine Hauptmerkmale sind ein kalter, schneearmer Winter und ein feuchter, heißer Sommer. Es erklärt sich dadurch, dass kontinentale Winde im Winter Trockenheit bringen, und Winde vom Pazifik im Sommer die Niederschläge.
Der kälteste Monat ist der Januar. Die Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 22 Grad Celsius (im Süden) und 40 Grad Celsius (im Norden). Der heißeste Monat ist der Juli, wenn die Höchstwerte auf 35 40 Grad Celsius steigen. Wenn Sommerzyklone starke Regenfälle bringen, kommt es zu den Überschwemmungen. Der August ist besonders regenreich.
Der Frühling setzt vielfach Anfang März ein und zeichnet sich durch anhaltende Temperaturschwankungen. In den nördlichen Gebieten und an der Küste beginnt der Frühling einen oder anderthalb Monate später. Der Sommer ist auf dem ganzen Territorium mit Ausnahme der Küstenzonen heiß. Anfang Herbst tritt ein anhaltend warmes, trockenes Wetter ein. Die Temperatur sinkt langsam. Die besten Zeiten für Touristen sind Ende Frühling, Anfang Sommer, Ende Sommer und Anfang Herbst.
Geschichte und Wahrzeichen
Die Flagge der Region ist rechteckig, gabelförmig in drei Teile gegliedert. Die Fahnenfarben symbolisieren die umfangreichen Wasserressourcen (Blau), die einzigartige Flora und Fauna der Region (Grün) und die Reinheit der Gedanken (Weiß).
Das Wappen der Region hat die Form eines französischen Schildes. Darauf ist der sitzende Kragenbär mit dem Wappen Chabarowsks in den vorderen Pfoten zu sehen
Das moderne Wappen Chabarowsks gliedert sich vertikal in drei Teile mit den Farben der russischen Staatsfahne. Der Kragenbär und der Amurtiger halten das alte Wappen der Stadt. 1858 ist ihr Gründungsjahr.
Die Erschließung des Priamurje-Gebietes durch russische Kosaken, Industrielle und Militär begann im 17. Jahrhundert. 1647 wurde die befestigte Ochotsker-Siedlung, die erste russische Festung im Fernen Osten, gegründet (heute: die Stadt Ochotsk). Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Grenze zu China festgelegt, und es begann eine aktive Besiedlung der fernöstlichen Territorien durch Auswanderer aus dem zentralen Teil des Russischen Reiches. Chabarowsk wurde die wichtigste Stadt des Russischen Fernen Ostens. Seit dem 20. Oktober 1938, als die moderne Verwaltung der Region eingeführt wurde, wurde Chabarowsk zur Hauptstadt der Region. An diesem Tag feiert man den Geburtstag der Region.
Rayons in Region Chabarowsk
Die Region Chabarowsk teilt sich in folgende 17 administrative Verwaltungsbezirke (Rayons):
1. Ochotskij Rayon
2. Ajano-Majskij Rayon
3. Tuguro-Tschumikanskij Rayon
4. Nikolajewskij Rayon
5. Polina-Ossipenko-Rayon
6. Ultschskij Rayon
7. Werchnebureinskij Rayon
8. Solnetschnyj Rayon
9. Komsomolskij Rayon
10. Waninskij Rayon
11. Amurskij Rayon
12. Chabarowskij Rayon
13. Nanajskij Rayon
14. Wjasemskij Rayon
15. Sowetsko-Gawanskij Rayon
16. Laso-Rayon
17. Bikinskij Rayon
Flora und Fauna in Region Chabarowsk
Den überwiegenden Teil des Territoriums nehmen bewaldete Gebirge ein. Die fernöstlichen Wälder der Taiga nennt man oft den nördlichen Dschungel. Die Einmaligkeit der fernöstlichen Natur macht eine bewundernswerte Mischung aus südlichen und nördlichen Pflanzen und Tierarten aus. Im Taigadickicht umrankt der Amurwein die sibirische Kiefer, die Schisandra-Liane wächst neben der Zeder, die geheimnisvolle Ginseng-Wurzel sammelt ihre heilsame Kraft, und auf den Seen blühen Lotos. Zur Taiga gehören auch der fernöstliche Leopard und der gefleckte Hirsch. Die Amurtiger und Kragenbären, die hier leben, sind zu offiziellen Wappentieren der Region geworden.
Zum Schutz der einmaligen Flora und Fauna wurden sechs Naturschutzgebiete eingerichtet. Eines der ältesten ist das Bolschechechzirskij-Schutzgebiet, das 20 Kilometer südlicher von Chabarowsk liegt. Hier kann man den Amurtiger und das Moschustier sehen. Die Region Chabarowsk zählt 19 Wildreservate (darunter auch Jagdwildreservate) und einen Nationalpark.
Durch die Region fließt einer der größten Flüsse der Welt, der Amur, der achtlängste Fluss der Welt. Der mächtige „Vater Amur" wie man ihn im Fernen Osten nennt ist durch den Reichtum an Fischen berühmt. Die Fischwelt des Flusses zählt mehr als hundert Fischarten, darunter den Taimen, die Renke, die Äsche, den Kalugafisch, den Schwarzen Amur, den Aucha-Barsch. Das ist eine erstaunliche Mischung aus südlichen und nördlichen Fischarten.
Menschen
Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig über die Region verteilt. Am dichtesten sind die südlichen und zentralen Gebiete besiedelt. In der Region leben etwa 1,5 Millionen Einwohner (was etwa 1% der Bevölkerung Russlands ausmacht). 20.000 davon sind Vertreter der Amurvölker: Nanaier, Ewenkeji, Ultschen, Udegejer, Niwchen, Orotschen, Negidalzen und Ewenen.
Zur städtischen Bevölkerung (einschließlich der Arbeitersiedlungen) gehören mehr als 80%. Die größten Städte der Region sind Chabarowsk und Komsomolsk am Amur. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 1,9 Menschen pro Quadratkilometer. Das Durchschnittsalter der Einwohner ist 35,8 Jahre.
Die Region Chabarowsk zeichnet sich durch eine multinationale Bevölkerung aus. Den größten Anteil haben Russen (86,4%). In der Region leben auch Ukrainer, Weißrussen, Tataren, Juden, Koreaner, Chinesen und Vertreter vieler anderer Nationalitäten. Die religiöse Toleranz, das Fehlen nationaler Widersprüche sowie der Austausch von Bräuchen und kulturellen Traditionen prägen die zwischennationalen Beziehungen.
Religion
Die Geschichte der russischorthodoxen Kirche (des Patriarchats von Moskau) geht auf mehr als Tausend Jahre zurück. Das höchste Organ ist die Heilige Synode mit dem Patriarchen von Moskau und ganz Russland an der Spitze. An der Spitze der Eparchie Chabarowsk (der örtlichen Kirche) steht der Bischof von Chabarowsk und Priamurje. Andere Religionen sind der Islam, verschiedene Richtungen des Buddhismus und das Judentum. Die Registrierung der religiösen Gemeinschaften wird durch die russische Gesetzgebung geregelt. In Chabarowsk gibt es mehr als 230 solcher Gemeinschaften.
Heutzutage werden sehr viele orthodoxe Kirchen und Kapellen in der Region Chabarowsk gebaut. Das Zentrum von Chabarowsk schmücken die Kathedrale der Verklärung Christi, die Sankt-Innokentij- Kirche und die Kirche des Entschlafens der Gottesmutter. Es gibt einige protestantische Kirchen sowie eine Synagoge.
Die wichtigsten orthodoxen Feste sind Weihnachten (7. Januar), Ostern (April-Mai) und Pfingsten (Mai-Juni). Ostern und Pfingsten werden nach dem kirchlichen Kalender festgelegt. Die wichtigsten orthodoxen Sakramente sind die Taufe, die Trauung und das Abendmahl.
Die Juden feiern vom 21. bis 28. Dezember Chanukka, ein Fest, bei dem sie die Menora (den siebenarmigen Leuchter) anzünden.
Nationale Küche
Charakteristisch für die russische Küche ist ein breites Angebot an ersten Gängen (Schtschi (Kohlsuppe), Borschtsch (rote Rübensuppe), Ucha (Fischsuppe) usw.), Brei, Grützen und Teigwaren (Piroggen, Quarkkuchen, Pfannkuchen, Pasteten mit Fleisch-, Fisch- Reis- oder Kohlfüllung u.ä.). Verbreitet sind Milchprodukte wie Kefir, im Ofen gedämpfte Sauermilch, saure Sahne, Eis usw. Sehr beliebt ist Eingemachtes (Konfitüren, Kompotte, eingesalzenes, gesäuertes und eingelegtes Gemüse, Pilze und Obst). Zu den nationalen Lieblingsspeisen sind Pelmeni (mit Fleisch gefüllte Klößchen) und Wareniki (Beeren- und Quarkknödel) geworden.
Populäre Getränke sind Kwass, Kissel, Most, Kompott, Tee und Kaffee. Zu den traditionellen Alkoholgetränken werden Wodka und Kräuterliköre gezählt.
Der rote und schwarze Kaviar ist die berühmteste russische Speise. Er ist in Russland beliebt, gilt allerdings als eine ziemlich teure Feinkost.
Das Besondere an der russischen fernöstlichen Küche ist der Reichtum an Soja-, Fisch- und Meeresfrüchten und den „Gaben der Taiga": Hagebutte, Preiselbeere, Blaubeere, Schisandra und Farnkraut. Natürliche Pflanzrohstoffe werden bei der Herstellung von fernöstlichen Wodkasorten, Kräuterlikören und anderen Getränken gebraucht.
Gebiete in Region Chabarowsk
Nach der geographischen Lage und den klimatischen Besonderheiten kann man die Region Chabarowsk in vier Hauptzonen gliedern: Süden, Mitte, Norden und Küste.
Die südlichen Gebiete grenzen an die Region Primorje, das Jüdische Autonome Gebiet und die Volksrepublik China. Hier befinden sich die Zentren der Region: Chabarowsk, Wjasemskij und Bikin. Die Mehrheit der Orte liegt an der Fernöstlichen Eisenbahn und dem Amur.
Im mittleren Teil liegen die Städte Komsomolsk am Amur und Amursk sowie die fernöstliche Strecke der Amur-Baikal-Magistrale.
Der Norden ist das größte, aber am dünnsten besiedelte Gebiet der Region Chabarowsk. Hier gibt es keine Städte, die Entfernung zwischen den Siedlungen ist weit. Zu dieser Zone gehören auch die Schantar-Inseln.
An der Küste der Region, die vom Tatarensund umspült wird, liegen die Städte Sowjetskaja Gawan und Nikolajewsk am Amur.

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