Barnaul - Die Haupstadt der Region Altai
Anfang des 21. Jahrhunderts ist Barnaul eine schöne, moderne Stadt mit mehr als 650.000 Einwohnern und einer entwickelten Infrastruktur. Besonders interessant für die Besucher der Stadt sind die zahlreichen Museen, Ausstellungen und Gemäldegalerien sowie ein Besuch der Theater und Konzerte. Vielleicht trägt die wunderschöne Natur Sibiriens selbst dazu bei, dass es hier viele talentierte Persönlichkeiten gibt und dass die Werke der Altaier Künstler einen unvergesslichen Eindruck machen.
Höchst beeindruckend sind Barnauls architektonische Denkmäler und deren Geschichte; hier gibt beispielsweise das erste (1) Denkmal Russlands, das nicht zu Ehren des Sieges, sondern zu Ehren des Friedens aufgestellt wurde: die berühmte Demidowsäule, das wichtigste Ehrensymbol im Altai.
Besonders stolz sind die Barnauler auf den berühmtesten Sohn der Stadt, den Erfinder der weltweit ersten Dampfkraftmaschine I.I. Polsunow. „Feuerspeiende Maschine", wird sein Meisterwerk oft liebevoll genannt. Die Siegeslorbeeren für das erste Modell einer Dampfkraftmaschine werden übrigens von einem Engländer getragen: Der Erfinder D. White hat sein Modell der ersten Dampfkraftmaschine in den selben Jahren wie Polsunow geschaffen. Jedoch ist es ihm gelungen, seine technische Idee gleich in den Industriebetrieben des „nebeligen Albions" einzusetzen und deshalb ist White ganz zurecht in der ganzen Welt als der Wissenschaftler bekannt , dessen Erfindung die Arbeitseffektivität in der Industriewelt um ein Vielfaches steigern konnte. Die Maschine von l.l. Polsunow ist aufgrund des frühen Todes ihres Erfinders bald in Vergessenheit geraten und wurde nicht weiterentwickelt.
Barnaul, Russisch-Orthodoxe Kirche |
Heute bewundern Exkursionsteilnehmer mit Interesse das noch funktionierende Modell der Dampfkraftmaschine von l.l. Polsunow im Heimatkundemuseum in Barnaul; Genial wäre es, wenn man dieses Modell in Originalgröße neu schaffen und im historischen Stadtteil aufstellen würde: Dann könnte jeder diese geniale Erfindung genauer betrachten! Aber vorläufig wurde zu Ehren des Erfinders nur ein wunderbares Denkmal an einem der schönsten Plätze der Regionshauptstadt aufgestellt, in der Grünanlage vor der Altaier Staatlichen Technischen Universität, die den Polsunows Namen trägt. Nach seinem Namen wird auch eine Straße im alten Stadtteil genannt, übrigens die Straße, wo der Erfinder von 1762-1766 im ehemaligen Demidow-Gebäude gearbeitet hat.
Schön und imposant sind die orthodoxen Kirchen in Barnaul. Die meisten von ihnen wurden Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. In den 30-er Jahren wurden sie leider völlig zerstört. Erst in den 90-er Jahren fand die Russisch-Orthodoxe Kirche wieder ihren Platz in Barnaul.
Interessant ist die Geschichte der Pokrowker Kathedrale. 1933 geschlossen und als Lager umfunktioniert, begann sie 1942 wieder als Kirche zu dienen: Die Sowjetbehörden gaben dem glühenden Wunsch der Gemeindemitglieder nach, für den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg zu beten. Die älteste Kirche der Stadt, die Dimitri Rostowzew- Kirche, wurde ebenso der Gemeinde wieder zurückgegeben; in der Neustadt wurde die Johann Bogoslow- Kathedrale gebaut. Auf dem Territorium Barnauls befindet sich die Swjato-Nikolski- Quelle, die von den orthodoxen Gläubigen als Heiligtum angebetet wird. Um die Wunderheilungen vom Quellenwasser ranken sich Legenden. Die Stadtstraßen werden von schönen kleinen Kapellen geschmückt, von der jede ihre eigene wundervolle Geschichte hat.
Die Barnauler Reisebüros, die Ausflüge in der Stadt und Umgebung zu bis zu 30 unterschiedlichen Themen organisieren, sind stets bereit, Besucher der Stadt mit den Sehenswürdigkeiten bekannt zu machen! Zumeist bereisen Altai-Touristen als erstes die Stadt Barnaul; hier gibt es einen modernen Flughafen, der von vielen Großstädten Russlands angeflogen wird, hier gibt es eine Eisenbahn und vom Barnauler Busterminal fahren Autobusse in alle Richtungen der Altairegion. In der Stadt gibt es mehr als 100 Reisebüros, die den Urlaub im Altai ganz nach den Wünschen seiner Gäste anpassen.
Die „Festivalstadt" - so wird Barnaul wohl künftig genannt werden. Schon seit mehr als 10 Jahren gibtes im
Barnaul, Altai Region |
Barnaul liegt am linken Ufer des Flusses Ob, einer der größten Flüsse Russlands, Europas und Asiens. Seine Länge vom Zusammenfluss der Bija und des Katuns (20 km süd-westlich von Bijsk) beträgt 3560 km; durch den Altai fließt der Obaufeiner Länge von 500 km. Die Fläche des Ob-Tals im Altai beträgt mehr als 4000 km2. Das linke Ufer ist steil und hoch, das rechte niedrig mit großen Auen. Am rechten Ufer liegt der Priobsker Nadelwald, der immer wieder von Wasserflächen bedeckt wird. Wasserausflüge, Fischfang und Wochenendausflüge zum Picknick im Kiefernwald - so erholen sich die Barnauler am liebsten! Alle Gäste der Stadt, die über die neue Brücke ins Zentrum fahren, werden von der riesigen Inschrift „Barnaul" am Uferabhang begrüßt.
Barnaul, Altai Region |
Die Buchstabenhöhe dieser Aufschrift beträgt 7 m; Die Buchstaben der bekannten Aufschrift in Hollywood sind übrigens nur dreimal höher.
Die Stadt wird von einem bandförmigen Fichtenwald umrahmt. Die bandförmigen Nadelwälder im Altai sind einmalig, ähnliche Pflanzenzonen kommen nirgendwo anders auf der Erde vor. Wissenschaftler datieren die Entstehung dieser Nadelwälder auf das Quartär-Zeitalter: Zu dieser Zeit verursachte die globale Erderwärmung Auftaugewässer, die in gewaltigen Mengen durch das ganze westsibirische Tiefland strömten. In den übriggebliebenen Sandbuchten wuchsen dann später wunderschöne Fichtenwälder. Ausgrabungen brachten dort 2005 einen Mammutknochen in unversehrtem Zustand zu Tage und einige Jahre früher sogar Knochen eines urzeitlichen Nashorns, die man heute im Altaier Heimatkundemuseum aufbewahrt.
Die bandförmigen Nadelwälder wachsen in 5 Streifen, der größte Streifen liegt rund um Barnaul und befindet sich ganz dicht an der Stadt; Die Breite beträgt nicht mehr als 15 km, seine Länge erstreckt er sich jedoch bis zu 400 km! In diesem Wald gibt es zahlreiche Sanatorien und Heilstätten, Herbergen und Hotels, Langlaufloipen, eine Alpinpiste sowie einen Extreme Park. Im Winter gehen die Stadtbewohner dort gern lang laufen und im Sommer machen sie an den Ufern der Waldseen Picknick. Im wissenschaftlichen Lisowenko- Forschungsinstitut für Gartenbau in Sibirien gibt es ein Dendrarium, in dem eine riesige Pflanzenvielfalt aus der ganzen Welt zu bewundern ist.

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