Altai - Platz für Romantik
Warum unternimmt man Reisen in die Natur? Es mag seltsam erscheinen, aber wir tun das vor allem der Romantik wegen. Noch vor 30 Jahren waren mehrtägige Wanderungen im Gebirge oder in der Taiga, Rafting-Fahrten auf Flüssen oder Bergbesteigungen nur einigen wenigen sportlichen Touristenvorbehalten, die Mitglieder in Touristenclubs und Sportgemeinschaften waren. Viele Stadtbewohner, die diese Touristen am Bahnhof sahen wie sie sich in Gruppen mit einem Riesenrucksack versammelten, wie ihre Windjacken von der Sonne gebleicht und ihre Wangen von Wind und Wetter ganz trocken waren, wie ihre Augen vor Abenteuerlust strahlten, konnten nur voller Neid dieses eine Wörtchen vor sich herseufzen: Romantik. Und voller Sehnsucht träumten sie davon, geheimnisvolle Orte dieser Welt zu entdecken. Berge nicht nur im Fernseher zu sehen, sondern in Wirklichkeit, dort wo die Wörter „Traverse" und „Stromschnelle" ganz geläufig sind, wo der „wandernde Wind" nicht nur Titel einer Tourismuszeitschrift ist, sondern einem tatsächlich bei einer plötzlichen Flussbiegung ins Gesicht schlägt.
Man sagt, dass alle Träume irgendwann irgendwie wahr werden. Heute ist das Monopol des Sporttourismus in seiner klassischen Bedeutung nur noch auf den Alpinismus und Rafting-Fahrten mit einem hohen Schwierigkeitsgrad beschränkt und auch in diesen Bereichen gibt es öfters Ausnahmen. In Reiseprospekten der Touristikunternehmen füllen Angebote für ,,aktive Touren" viele Seiten, auf denen unvergessliche Reisen mit einer Fülle von wunderbaren Eindrücken angeboten werden, die auch für eher unsportliche Touristen geeignet sind, dabei lautet oft die überzeugte Antwort auf die höfliche Frage des Reisebüroangestellten „Wohin möchten Sie denn gerne reisen?": „In den Altai!" Der goldene Altai, eine Region voll unberührter Natur von unglaublicher Schönheit, tiefverschneiten Berggipfeln und kristallklaren Flüssen: Hier kann man beliebige Touren machen, ganz gleich welcher Art, zu welcher Jahreszeit oder von welcher Dauer und Schwierigkeit sie sind.
Im Altai gibt es die Bezeichnung „ aktive Touren" deshalb, weil diese für Leute bestimmt sind, die ihren Urlaub „aktiv" verbringen wollen und dabei keine Scheu haben vor Reisen in weit entfernte Gegenden, vor Übernachtungen im Zelt, vor Ruderfahrten auf Bergflüssen und vor langen Fußmärschen. In der Regel werden die aktiven Touren je nach Fortbewegungsmittel festgelegt: zu Fuß oder zu Pferde, zu Wasser oder mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder auf dem Motorrad, die Mehrzahl der aktiven Touren besteht aber aus Kombinationen dieser Fortbewegungsformen.
Die Strecken der verschiedenen Touren überschneiden sich oft, so kommt es öfters vor, dass Busse eine Gruppe von Radfahrern überholen, in den Tälern überqueren Radfahrer auf Reitpfaden Bergflüsse und die Rafting-Tour verläuft entlang der Uferstrasse. Viele zauberhaft schöne Orte können manchmal nur zu Wasser oder zu Fuß erreicht werden. Die Aktivtouren umfassen heute fast das ganze Territorium des Großen Altai, d.h. der Region und der Republik Altai und teilweise sogar Gebiete der Mongolei, Chinas und Kasachstans.

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