Smeinogorski - Unerschöpfliche Reichtümer
Der nördliche Teil des Erz-Altai („Rudni Altai") wird traditionell das „Berg-Kolywan" („Gorni Kolywan") genannt, historisch betrachtet ist diese Namensgebung jedoch nicht ganz richtig: Im 18. und 19. Jahrhundert wurde dieser Landstrich nämlich Region „Smeinogorski" oder„Smejewski" genannt und es gab noch viele andere Namen...
Im Jahre 1717 wurden an der Südgrenze der Sibirsker Ebene, dort wo sich zwei zauberhafte Seen am Fuße des Kamen-Altai-Gebirges befinden, in dessen Höhlen Spuren der „Tschudj", eines urzeitlichen Volkes zu finden sind, höchst ergiebige Silbererz- und Kupferstollen entdeckt. Akinfi Demidow, ein Bergwerkunternehmer aus dem Ural, erhielt darauf die hoheitliche Erlaubnis, in diesem Gebiet Bergwerke zi bauen und bereits 1727 nahm das Kolywan Woskressensker-Werk seinen Betrieb auf. In Jahre 1736 entdeckten Leibeigene Demidow am Berg Smejewa („Schlangenberg")eine weitere reiche Lagerstätte, an der später ein Bergwerl angelegt wurde und aus der unglaubliche 54 000 Pud Silbererz (rund 895Tonnen!) gewonnen wurden, was die Region Altai zu einem bedeutenden Erzabbaugebiet machte. Wer hätte ji gedacht, dass der Stadt Smeinogorsk 300 Jahr« später eine neue Ehre zuteil wird: Smeinogorsl ist heute eines der ersten und wichtigster Touristikzentren im Erz-Altai.
In Smeinogorsk gibt es einen Ort, der sich durch zwei Besonderheiten auszeichnet: da 1827 gegründete Bergbaumuseum, das zurr einen das einzige Museum seiner Art in de Region Altai ist. Die zweite Besonderheit liegt darin, dass dieses Museum sich in einem Gebäude befindet, das selbst eine Sehenswürdigkeit darstellt. Es handelt sich hierbei um das erste Gebäude in Sibirien, das: speziell für ein Museum gebaut wurde. Pro Jahr kommen bis zu 20.000 Besucher - das sine anderthalb soviel wie die Bevölkerungszahl von Smeinogorsk.
Gegenwärtig sind im Bergbaumuseum ungefähr 16.000 Exponate ausgestellt: Der größte Teil ist der Geschichte der Smeinogorskei Bergwerke und der Kolywan-Woskressensker-Werke gewidmet, also allen geschichtlicher Ereignissen und den Menschen, die dort lebten und arbeiteten. Voll Begeisterung bewundern die Museumsbesucher nachgebaute Modelle einzigartiger technischer Gerätschaften, die vom legendären Hydrotechniker und Erfinder Kosma Frolow und seinem Sohn Pjotr geschaffen wurden.
Die erste Eisenbahnstrecke Russlands mit gusseisernen Schienen wurde im 19. Jahrhundert von Pjotr Frolow im Smeinogorski Bergwerk gebaut.
Das modernste mit Hydrotechnikausgestattete Wasserkraftwerk des 18.Jahrhundert,enstand unter der Anleitung von Kosma Frolow ebenfalls in Smeinogorsk. Dieses Werk besteht bis zum heutigen Tag und der dort liegende Stausee ist ein beliebter Badeort der dortigen Bewohner.
Für die Museumsbesucher besonders interessant ist eine im Jahre 1837 entstandene Karte des Bergbaus im Gebiet des Berg-Kolywan, auf der sämtliche Straßen, Lagerstätten und Dörfer und viele andere höchste interessante Details eingezeichnet sind. Beim Betrachten dieses Dokuments begibt man sich buchstäblich auf eine Reise in die Vergangenheit von Smeinogorsk.
Kolywaner See, Altai Region |
Zudem organisiert das Bergbaumuseum zahlreiche interessante Exkursionen und Entdeckungstouren in Smeinogorsk und Umgebung. Das Exkursionsprogramm dieses Museums wurde sogar mehrfach staatlich ausgezeichnet wie zum Beispiel mit dem J. Senkewitsch-Preis der Russischen Regierung im Jahre 2007.
Noch bevor die Besucher das Museumsgebäude betreten, können sie bereits bedeutende Sehenswürdigkeiten bewundern. Im Museumshof befinden sich zwei Kanonen, die im 18. Jahrhundert zur Verteidigung der Smeinogorsker Festung dienten und bis 1941 bei Festlichkeiten Salutschüsse abfeuerten. Auf dem Hauptplatz der Stadt befinden sich alte Gebäude aus rotem Ziegelstein, einige weniger im Altai erhaltenen Architekturdenkmäler aus der Zeit des Klassizismus. Auf den Smeinogorsker Straßen sind bis heute Eingänge zu sehen, die in die alten Stollen bis in 300 Meter Tiefeführen. Der gewölbte Eingang des Katharinenstollens wurde erstmals in einem Smeinogorsker Bergwerk mit Steinen errichtet, ohne dafür zusätzliches Befestigungsmaterial zu verwenden und dieser Eingang steht nun schon seit fast 200 Jahren. Historische Entdeckungstouren führen die Besucher zu den berühmten Tscherpanowski-, Rewnewstei-und Lasurski-Lagerstätten, an denen rekonstruierte historische Gerätschaften des Bergbaus zu sehen sind.
Das Streben nach Erkenntnis und der Hang zur Schönheit sind zwei wichtige menschliche Eigenschaften. Die höchst interessante Geschichte des Smeinogorsker Landkreises vermag den Wissensdurst zu stillen, dem Verlangen nach Schönheit hingegen kann die einzigartige Natur im Altai genüge tun. „Noch nie habe ich solche Schönheit erblickt", schrieb der berühmte Forschungsreisende Peter Simon Pallas über den Kolywaner See, der nicht weit entfernt von Smeinogorsk liegt. Berühmt ist der See für sein kristallklares Wasser, aber noch mehr für die überall am Seeufer verstreuten, bizarr geformten Granitfelsen. Nach Meinung von Experten entstanden diese zauberhaften Gebilde einerseits durch die Wellenkraft des Urmeeres, das sich vor über 100 Millionen Jahren über die westsibirische Ebene erstreckte, und andererseits durch ständig wechselnde Witterungseinflüsse. Im Kolywaner See ist außerdem die äußerst seltene Wasserkastanie häufig anzutreffen, die bereif zur voreiszeitlichen Flora gehörte. Im Sommer werden am See Freizeit - und Erholungszentren geöffnet, die viele Attraktionen für ihre Besucher bereit halten und Wassersportartikel zum Ausleihen zur Verfügung stellen. Der Kolywaner See ist einer der beliebtesten Erholungsorte in der Region Altai.
Für die Besucher des Altais werden zahlreiche Expeditionstouren angeboten, wobei es ganz gleich ist, wie man diese Entdeckungsreisen begehen möchte: ob zu Fuss oder auf einem Paar Ski, zu Pferde oder auf vier..., nein, besser auf zwei Rädern. Zu jeder Jahreszeit erwartet ein Hotel in Smeinogorsk seine Gäste. Im Winter nehmen die Smeinogorsker Skilifte ihren Betrieb auf und führen Wintersportfans auf drei Pisten mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad und einer Gesamtlänge von 1,5 km. Seit 2007 finden hier im Winter die „Berg-Kolywan-Tourenwettbewerbe" statt, die vom Verwaltungsdienst der Region Altai beaufsichtigt werden.
Heute gibt es in Smeinogorskden „Schlangen-berg" nicht mehr: Dieser wurde durch den Erzabbau dem Erdboden gleichgemacht. Im Laufe der Zeit wurden die Bodenschätze in Smeinogorsk vollständig ausgebeutet, endlos hingegen bleibt eine anderer Schatz: die einzigartige Geschichte der Bewohner dieses Landes und die Schönheit seiner Natur.







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