Geschichte Ulan-Bators
Die Hauptstadt der Mongolei, Ulan-Bator, wurde 1649 unter dem Namen Urga gegründet und hat eine lange Geschichte. 1639 ernannte einer der einflussreichen Feudalen Halkhi Tuschet Khan Gombodorzh seinen fünfjährigen Sohn Dzanabadzar Bogdo zum Haupt der buddhistischen Religion der Mongolei und errichtete zu seinen Ehren das große nomadisierende Kloster-Hauptquartier „Urga“.
Das Kloster-Hauptquartier Dzanabadzars und seiner Nachfolger zog manchmal um Hunderte Kilometer umher. 1778 lies sich das Hauptquartier in der Flussniederung der Selba nahe des heutigen Ulan-Bator- Stadtzentrums nieder. Bald entstanden Tempel, aber auch wirtschaftliche Bauten der Kaufleute und Siedlungen der Gemeindeangehörigen, in der Urga-Umgebung.
Das Umherziehen des buddhistischen Hauptquartiers auf lange Distanzen wurde zunehmend komplizierter. Die kurzen Nomadenzüge des Hohepriesterstabes, der Horde, trugen zur Entstehung neuer Verwaltungseinheiten, Götzentempel und Klöster bei. 1809 führte der nächste Nomadenzug zur Entstehung des Gandanteg-Chinlin-Klosters.1855, als Resultat der letzten Nomadisierung, lies sich das Hauptquartier der Khalakha-Horde endgütig in der Selba-Flussniederung nieder.
Um das Kloster bündelte sich das weltliche Leben und eine Stadt (Urga), die zum offiziellen Sitz des Statthalters des Chinesischen Imperators in der Äußeren Mongolei wurde, entstand. Urga war ein bedeutendes Zentrum des Buddhismus und nach Lhasa und Tushunpo in Tibet die dritt-wichtigste Stadt der lamaistischen Welt. 1912 wurde Urga offiziell zur Hauptstadt der unabhängigen Mongolei erklärt.
Die Stadt hatte 1919 rund 100.000 Einwohner, davon ca. 30.000 Mongolen (ca. 20.000 Lamas und ca. 10.000 Gemeindeangehörigen), ungefähr 70.000 Chinesen und rund 3.000 Russen. 1924 wurde die Stadt Urga von dem Großen Volks- Hural in Ulan-Bator („Roter Held“) zur Ehren des Sükhe-Bators, des Helden der Revolution von 1921, umbenannt.

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