Spirituosen in Korea
Koreas traditionelle Spirituosen werden durch die Destillierung verschiedener Getreidesorten gewonnen. Auch die Fermentierung der einzelnen Zutaten ist wichtig, da sie über Duft und Geschmack des Endproduktes entscheidet. Die Spirituosen in Korea unterscheiden sich stark nach jeweiliger Region. Oft werden zudem Früchte verwendet, um einen besonderen Geschmack zu erzielen.
Makgeolli (Reiswein)
Makgeolli ist die wohl traditionellste der koreanischen Spirituosen. Früher mit dem eher unrühmlichen Spitznamen „Alkohol der armen Leute" belegt, hat sich das
milchig-weiße, leicht süßlich-saure Getränk heute auch zum Hit bei jungen Leuten und Touristen aufgeschwungen. Der Alkoholgehalt von Makgeolli ist eher gering
(etwa 6%) und er ist reich an Aminosäuren, Vitaminen und organischen Substanzen. Typischerweise wird Makgeolli aus Reis hergestellt, aber es gibt auch einige Varianten, die aus schwarzen Bohnen, Mais oder Süßkartoffeln hergestellt werden. "Frischer Makgeolli", eine Neuigkeit, die erst letztes Jahr auf den Markt kam, verwendet frisch geernteten Reis und wird stärker gefiltert, wodurch er besonders frisch im Geschmack ist. An Regentagen gehen Makgeolli und Bindaetteok (Mungobohnen-Pfannkuchen) Hand in Hand. Doch auch Kimchijeon (Kimchi-Pfannkuchen) und andere gebratene Pfannkuchen sind ideale Begleitgerichte zu Makgeolli.
Soju
Soju ist der wohl bekannteste koreanische, destillierte Alkohol überhaupt. Der Alkoholgehalt ist mit etwa 20% recht hoch, was Koreaner aber nicht abhält, Freundschaften bei viel Soju zu schließen und zu stärken. Beim Anstoßen wird schlicht «One Shot" gerufen, was die Aufforderung dazu ist, das Glas in einem Zug zu leeren. Wenn ein Glas dann leer ist, wird es sofort wieder aufgefüllt. Soju kann zu praktisch allen Speisen genossen werden, aber normalerweise wird er zu besonders stark gewürzten Speisen wie Meeresfrüchte-Eintopf oder Bossam (Gekochtes Schweinefleisch in Kohlblättern) getrunken.
Gahyangju (Blumenwein) und Gwasilju (Fruchtwein)
Weine und Liköre, die aus Blumen oder Gewürzen hergestellt werden, heißen Gahyangju und solche, die aus Früchten hergestellt werden Gwasilju. Beispiele für die erste Variante umfassen Liköre aus Azaleen, Chrysanthemen, Lotos etc. Bei Fruchtschnäpsen wiederum sind Bokbunja (Schwarze Himbeere) und Maesil (in Europa fälschlich als Pflaume bezeichnete Aprikosenart) beliebte Varianten. Viele Regionen haben ganz spezielle Alkoholsorten, die es nur dort gibt. Beispiele sind det Dugyeongju (Azaleenwein) aus Myeoncheon und Yeonyeopju (Lotoswein). Unter den Fruchtweinen sind Bokbunjaju (Himbeerwein) aus Gochang, Munbaeju (Wildbirnenschnaps) aus Seoul und Igangju (Birnen-Ingwer-Schnaps) aus Jeonju zu erwähnen. Da die meisten der oben genannten Alkoholsorten süß und stark im Geschmack sind, passen eher milde Speisen als Beilage, wie z.B. frittierter Fisch, Kartoffel-Pfannkuchen oder Reiskuchen.
Yagyongju (Kräuterschnäpse)
Diese Art von Spirituosen entsteht durch die Destillierung verschiedener Heilkräuter. Bei vernünftigem Genuss haben diese Schnäpse tatsächlich bewiesene Gesundheitseffekte. Bekannte Sorten sind der Insamju (Ginsengschnaps) aus Geumsan, Songsunju (Kiefernnadelschnaps) aus Gimjae, und Baegilju (100-Tage-Schnaps) aus Gyeryong. Zu den Kräuterschnäpsen passen Obst, Gemüse und koreanische Knabbereien gut, aber auch mariniertes Fleisch und roher Fisch sind beliebte Beilagen.
Einheimische Weine
Letztes Jahr lud UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zu einem Empfang für UN-Botschafter in New York ein und servierte zu diesem Anlass koreanische Weine. Beginnend beim Willkommenstoast bis zum Nachtisch wurden koreanische Rot- und Weißweine gereicht. Rotweine passen besonders gut zu gegrilltem Fleisch, gewürztem Roastbeef und Sinseollo (Königliche Kässerole), Weißweine werden auch in Korea eher zu Schwein und Fisch serviert.
Galerie Sansawon (Spirituosen-Museum)
In dieser Galerie kann man eine Menge über Geschichte und Herstellungsmethoden der traditionellen Spirituosen lernen. Es gibt auch Demonstrationen, bei denen man direkt sehen kann, wie sie hergestellt werden. 10 Minuten mit dem Taxi vom Ildong-Busterminal entfernt.

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