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Kasachstan: Kulturelles Leben

 
 

Entwicklungstendenzen in Kasachstan

Platz des Friedens in Astana

Mit Erlangung der Unabhängigkeit gab es viele qualitative und strategische Änderungen im Kulturbereich. Unter anderem rückte die Frage nach der Rolle und der Bedeutung des kulturellen Erbes in den Vordergrund. Seit Mitte der 90er Jahre ist ein Umbruch in der Entwicklung der Kultur Kasachstans sichtbar. Die Kulturschaffenden hatten begriffen, dass von ihrer Initiative und ihren Aktivitäten nicht nur die eigenen Leistungen, sondern sämtliche Bedingungen der kulturellen Entwicklung des Landes abhängen. Viele Kunst- und Kulturschaffenden gründeten eigene Bildungseinrichtungen, zu nennen sind unter anderem das Musikkolleg der Verdienten Künstlerin der Republik Kasachstan Shanija Aubakirowa, die Kunstschule der Kunstwissenschaftlerin Jewgenija Gutsaljuk, die Schule für Kunsttherapie von Bachyt Talkambajew, die Schule des Modernen Tanzes „Rosowaja Griwa" („Rosa Mähne" benannt nach dem gleichnamigen Festival des modernen Tanzes) unter Leitung von Alla Burenkowa.

Auch mehrere kasachische Künstlerverbände entstanden, darunter der Verband der Theaterschaffenden, der Verband der Choreographen und der Verband der Ballettmeister. Die Galerielandschaft wurde vielfältiger. Neben den bereits bekannten Galerien „Tengri-Umai", „Ular", „Wojadscher" und „Retro" sind heute viele andere erfolgreich tätig, darunter „Art Nawat", „Oju" und „Tribuna". Es gibt auch Neues auf dem Markt der Literatur- und Kulturzeitschriften. Hier sei vor allem die Literatur- und Kunstzeitschrift „Pygmalion" hervorgehoben, die in der nord kasachischen Stadt Rudny herausgegeben wird und sich an den neuesten experimentellen Literaturbewegungen orientiert. Erwähnenswert ist die in Russisch und Kasachisch erscheinende Kulturzeitschrift „Tamyr", die in Zusammenarbeit mit progressiven Künstlern das Lesepublikum mit neuen intellektuellen Ideen bekannt macht.


Der Vaterländische Krieg und Alma-Ata

Platz des Friedens bei Nacht, das Gebäude erinnert an die Pyramiden

Die professionelle Kunst Kasachstans in allen ihren Spielarten und Gattungen entwickelte sich vornehmlich im 20. Jahrhundert. Sie ist ein Produkt von der eurasischen Denkweise unterliegenden Prinzipien, die europäische und lokale kasachische Formen und Themen in sich aufgenommen hat. Das Fundament ist die russische professionelle Schule mit ihren akademischen Bildungsprinzipien, die nationale Formen und Inhalte sowie die kasachische Mentalität adaptierte. Die Kulturpolitik des sowjetischen Kasachstans beinhaltete auch die Ausbildung begabter kasachischer Jugendlicher in den besten sowjetischen Hochschulen. Große Bedeutung hatte zudem, dass die bekanntesten Kulturschaffenden der UdSSR während des Großen Vaterländischen Krieges nach Alma-Ata evakuiert wurden. So war in den Kriegsjahren beispielsweise fast das ganze Kollektiv von Mosfilm in Alma-Ata tätig, und gerade hier wurde unter der Regie Sergej Eisensteins der Film „Iwan Grosny" („Iwan der Schreckliche") gedreht.

An der erst kurz vor Ausbruch des Krieges gegründeten Gogol Kunsthochschule zu Alma-Ata unterrichteten die besten sowjetischen Professoren. Unter diesen befanden sich A. Tscherkasski und Dmitri Mitrochin. Damals wurde auch das erste Kinder- und Jugendtheater gegründet das „Theater des jungen Zuschauers" (TjuS) unter der Leitung von Natalia Zaz. Deren Namen trägt das Theater übrigens auch heute noch. All diese Faktoren spielten eine Rolle, so dass sowohl die Ausbildung als auch die künstlerische Praxis durch ein hohes Maß an professioneller Kreativität gekennzeichnet waren, für die auch die Gegenwartskunst Kasachstans berühmt ist.


Kulturelles Zentrum Astana

Konzerthalle in Kasachstan

Astana mausert sich zu einem wichtigen kulturellen Zentrum. Eines der spektakulärsten Ereignisse im Jahre 2000 war die Eröffnung des Kulturzentrums des Präsidenten Nursultan Nasarbajew. Dieses Zentrum ist Forschungs-, Kultur-, Wissenschafts- und Bildungskomplex in einem. Vergleichbares gibt es in keinem anderen der GUS-Staaten. Das einmalige an diesem Zentrum ist, dass ihm ein Museum, eine Bibliothek und ein Konzertsaal angegliedert sind. Fast schon traditionell werden internationale Festivals und Wettbewerbe in Astana veranstaltet. Zur Tradition wurden auch das Festival der Völkerfreundschaft und Wettbewerbe wie das Festival der kreativen Jugend „Schabyt", Kasachstans Lied des Jahres „Goldene Platte", das Liedermacherfestival, die republikanischen Wettbewerbe (auf kasachisch „Aitys") der Akynen (Stehgreifdichter) sowie der Wettbewerb „Tasscha Bala".

Am 1. Januar standen unter der Ägide des Kulturministeriums 48 Theater, 21 Filmhäuser und 291 mobile Kinos, 31 Konzertorganisationen, 3 399 Bibliotheken, 154 Museen, 1 988 Klubs, 25 Volksparks und vier Zoologische Gärten.

Praktisch alle Kultureinrichtungen auf allen Verwaltungs- und Gebietsebenen konnten wiederbelebt werden. Nicht nur die finanzielle Ausstattung, sondern auch die künstlerischen Leistungen sind besser geworden. Kasachstan präsentiert sich auf der internationalen Bühne in vielen Bereichen auf höchstem Niveau.

Ein wichtiger Aspekt des kulturellen Neubeginns war die Ausarbeitung der gesetzlichen Grundlage zur Förderung der Kultur. In Kürze steht die Annahme der Gesetze „Über die Kultur" und „Über das Filmwesen" an. Besonderer Wert wird auf die Ausbildung qualifizierter Fachleute gelegt. So werden im Jahre 2005 vom Forschungszentrum Kasachstan für Kultur- und Kunstwissenschaften Weiterbildungskurse für die Mitarbeiter kultureller Einrichtungen durchgeführt. Für die systematische Fortbildung der Mitarbeiter im Kulturbereich sollen Kurse und Seminare angeboten werden. Obwohl Kasachstan ein multiethnisches Land ist, bleibt das strategische Ziel der Kulturförderung nach wie vor die Herausbildung eines einheitlichen Kultur- und Informationsraumes. Denn nur so kann das geistige Potential freigelegt und das Land als Nation von der Weltgemeinschaft anerkannt werden. Die Frage der Entwicklung der Kultur in ländlichen Gebieten hat dabei einen großen Stellenwert.


Das Kulturministerium

Friedensplatz am Abend im roten Schein

Das Kulturministerium war unmittelbar an der Ausarbeitung des staatlichen Programms zur Förderung ländlicher Räume in den Jahren 2004 bis 2010 beteiligt. Vorgesehen ist unter anderem die Gründung von Kultureinrichtungen auf dem Land. Das Kulturministerium bemüht sich intensiv um die Pflege und Förderung der heimischen Kunst und Kultur Kasachstans sowie um den Ausbau der internationalen Kulturbeziehungen. Anliegen ist, das Ansehen der kasachischen Kultur weltweit zu steigern und sie in die modernen Entwicklungstendenzen zu integrieren. Dabei sind der Grad der Einbeziehung in globale Prozesse und die Existenz eines eigenen Informationsraumes ausschlaggebende Faktoren für die öffentliche Meinung über den Entwicklungsstand des Landes im allgemeinen und seiner Kultur im besonderen. Das Kulturministerium stellte zur dritten Vergabe des Titels „Meisterwerke des mündlichen und nichtmateriellen Weltkulturerbes" der UNESCO das nationale Instrumentalspiel „Kjui" für Dombra und andere nationale Instrumente vor. Der Titel wird an Kulturräume und Formen des kulturellen Ausdrucks in unterschiedlichen Regionen der Welt vergeben. Die Auszeichnung zielt darauf ab, die traditionelle und Volkskultur zu bewahren. Die Veranstaltung unterschiedlicher Festivals und Konzerte ist eine der wirksamsten Formen der Kulturpolitik im In- und Ausland. Sie haben große Bedeutung für alle Bevölkerungsschichten, dienen dem beruflichen Fortkommen der Künstler, der breiten Informationsstreuung und dem Ausbau kultureller Infrastrukturen. Doch beschränkt sich die „Festigung der Freundschaft" im Kulturbereich nicht auf Festivals und Konzerte. Schwerpunkt der Arbeit ist auch die kulturelle Bildung der Bevölkerung. In diesem Bereich arbeiten die Ministerien für Kultur sowie für Bildung und Wissenschaft zusammen, um die Beziehungen zu anderen Ländern auszubauen und zu verbessern.

Derzeit bemüht man sich um die Kontaktaufnahme zur kasachischen Diaspora in Deutschland, Russland, Kyrgysstan und anderen Ländern. Zudem wird im Ausland für kasachische Musik geworben. So ist die Teilnahme an renommierten internationalen Wettbewerben und Komponistenprojekten, an wissenschaftlichen Konferenzen und anderen Vorhaben zur Anbahnung eines Dialogs der Kulturen und Generationen vorgesehen. Um die Kultur Kasachstans umfassend zu präsentieren werden CDs eingespielt, wertvolle Musikinstrumente erworben und Fachleute aus dem Ausland eingeladen. Auf den Weg gebracht wurde das Programm „Kulturerbe 2004 bis 2006", das die Wiederherstellung bedeutender Monumente der Geschichte, Kultur und Architektur vorsieht.

Vorgesehen ist die Schaffung eines einheitlichen Systems zur Erforschung des kulturellen Erbes, darunter der zeitgenössischen Nationalkultur, der Folklore, der Sitten und Bräuche, der nationalen Literatur und des Schrifttums, die Herausgabe von Kunst- und Wissenschaftsreihen, die Bildung eines Fonds der humanistischen Bildung in der Nationalsprache. Für die Umsetzung des Programmes stellte die Regierung 1,934 Milliarden Tenge bereit.
 

 

Kasachstan: Das alte Turkestan

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