Vorschulerziehung und Vorschulbildung in Kasachstan
Kasachische Vorschule Astana |
Im neuen Bildungsmodell wird der Vorschulerziehung und -bildung eine große Bedeutung beigemessen. Die Bildung der Kinder im Vorschulalter ist wichtig für die Ausbildung der Kommunikationsfähigkeiten, die sprachliche und körperliche Entwicklung sowie die Vorbereitung auf die Schule. Die Vorschulerziehung umfasst Bildungs- und Lehrprogramme, die die intellektuelle und persönliche Entwicklung der Kinder unterstützen und ihre körperliche und psychische Gesundheit stärken. Sie ist zugleich obligatorische Vorschulvorbereitung der Fünf- bis Sechsjährigen.
Die Vorschuleinrichtungen arbeiten eng sowohl mit den Eltern der Kinder zusammen, die die Vorschuleinrichtung besuchen, als auch mit denen, die nach Vorschulprogrammen Zuhause erzogen werden. Im Reformprozess bestand eine der wichtigsten Aufgaben der Bildungsbehörden darin, Maßnahmen für den Schutz des Rechtes der Kinder auf vorschulische Bildung zu bestimmen und einzuleiten. Heute unterscheiden sich die Vorschuleinrichtungen je nach Alter der Kinder in Kinderkrippen, Kindergärten und Kinderkrippen-Kindergärten, nach ihrer Bestimmung in allgemeine, versorgende, pflegende und kombinierte Vorschuleinrichtungen sowie nach Tageseinrichtungen, 24-Stunden-Einrichtungen und Einrichtungen mit flexiblen Öffnungszeiten. Nachgedacht wird über weitere Modelle und Strukturen der Vorschuleinrichtungen. Zu den vorrangigen Aufgaben in der Arbeit der Vorschuleinrichtungen gehören die Vervollständigung und Erneuerung der Bildungs- und Erziehungsinhalte.
Im Ergebnis konnten in Kasachstan ab 1998 positive Änderungen beobachtet werden: Die Zahl der Vorschuleinrichtungen nahm zu, und zuvor geschlossene Kindergärten wurden wieder geöffnet. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Kinder in den Vorschuleinrichtungen. Positiv ist, dass auch in den ländlichen Regionen die Zahl der Vorschuleinrichtungen und der dort angemeldeten Kinder wächst. Neben der obligatorischen Vorschulvorbereitung in den Kindergärten lernen die Kinder heute auch Sprachen - die Staatssprache Kasachisch und Russisch. In letzter Zeit erfreuen sich Vorschuleinrichtungen, in denen Erzieher und Kinder in Kasachisch kommunizieren, immer größerer Beliebtheit Nicht nur Kinder der Titularnation, sondern auch aller anderen Nationalitäten werden dort angemeldet. Daneben gibt es Einrichtungen mit unterschiedlichen Orientierungen, die den Kindern eine vertiefte Bildung in unterschiedlichen Disziplinen anbieten. Den persönlichen Interessen und Begabungen entsprechend können die Eltern einen passenden Kindergarten für ihr Kind wählen.
In Kasachstan wurde per Gesetz die obligatorische kostenfreie vorschulische Vorbereitung der Fünf- und Sechsjährigen eingeführt. Damit werden der Zugang zu Bildung und Erziehung erweitert und gleiche Startmöglichkeiten für alle Kinder bei der Einschulung gewährleistet. So haben Eltern mit geringen Einkommen heute die Möglichkeit, eine passende Vorschuleinrichtung zu wählen. 72 Prozent der zukünftigen Erstklässler nehmen das Vorschullehrprogramm in den Vorschulklassen der Schulen und den Vorschulgruppen der Kindergärten durch. Insgesamt kümmern sich 1156 Einrichtungen um die Vorschulbildung der Fünfjährigen. Entsprechend dem Programm der Zusammenarbeit zwischen der Regierung und dem Weltkinderhilfswerk der Vereinten Nationen für den Zeitraum 2000 bis 2004, das im Februar 1999 unterzeichnet wurde, wurde das Projekt „Vorschulische Erziehung in der Gesellschaft" verwirklicht. In den letzten Jahren erfreuen sich die Programme „Step by step" („Schritt für Schritt") und „Entwicklung des kritischen Denkens durch Lesen und Schreiben" großer Beliebtheit. Ein wichtiger Punkt ist die Erziehung und Bildung von Waisenkindern und Kindern, die ohne elterliche Fürsorge aufwachsen.
Der Schutz der Rechte und der gesetzlichen Interessen der Kinder hat Priorität in der Tätigkeit aller Behörden. Gesichert werden die Rechte der Kinder, die ohne elterliche Fürsorge aufwachsen, durch die Konvention der Vereinten Nationen „Über die Rechte des Kindes" sowie durch die Gesetze der Republik Kasachstan „Über die Bildung", „Über Ehe und Familie", „Über Kinderdörfer nach dem Familienmodell und Jugendhäuser" sowie „Über den Gesundheitsschutz der Bürger". Die Regierung in Kasachstan hat zudem mehr als zwanzig Verordnungen hinsichtlich des Schutzes der Kinderrechte angenommen. In Kasachstan gibt es 614 Internatseinrichtungen mit mehr als 75000 Zöglingen. Hier werden Waisenkinder, Kinder ohne elterliche Fürsorge und Kinder aus armen Familien aufgezogen. Zudem gibt es achtzehn Internate für Behinderte. Eröffnet wurden fünf Kinderdörfer und siebzehn Jugendhäuser. Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft schenkt dem sozialen Schutz der Kinder, die staatlicher Unterstützung bedürfen, besondere Aufmerksamkeit. Es leistet den Vormundschafts- und Fürsorgeeinrichtungen organisatorische, methodische und pädagogische Hilfe. Mit dem Ziel, den Waisenkindern und den Kindern ohne elterliche Fürsorge zusätzliche staatliche Unterstützung zu gewähren, wurden einige Regierungsbestimmungen angenommen. Im Rahmen des Gesetzes „Über Ehe und Familie" wurde eine Reihe Regierungsbestimmungen angenommen, die die Tätigkeit von Verpflegungs- und Vormundschaftsorganisationen, deren Funktionen die Bildungseinrichtungen zu erfüllen haben, reglementieren. Das Gesetz über „Kinderdörfer nach dem Familienmodell und Jugendhäuser" gewährt elternlosen Kindern das Recht, in Familien zu leben und erzogen zu werden, sowie - bis zu ihrem 23. Lebensjahr - auf eine medizinisch-psychologische Rehabilitation und soziale Eingliederung. Angenommen wurde das Gesetz „Über die Rechte der Kinder in der Republik Kasachstan", das auf Initiative des Parlaments erarbeitet wurde.

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