Länder
Städte
Karte
Astana
10:25
15°
morgen:
+21°

Währung:
KZT / Tenge

Kurs
1€- 391.76

Kasachstan: Architektur

 
 

Kasachstans Architektur

Erste Bautätigkeit gab es auf dem Territorium des heutigen Kasachstans bereits in der Altsteinzeit. Aus dieser Zeit sind die Spuren der ersten menschlichen Behausungen mit einer runden Feuerstelle in der Mitte erhalten. Sie waren mit einer niedrigen Stein- oder Lehmmauer umgeben, auf der die aus dünnen Stangen bestehende zeltförmige Überdachung lag. Gefunden wurden solche Wohnhäuser in Tamdy, Borybas und Damsy in Zentralkasachstan.

Kasachische Jurten (Zelte)

Der Übergang zur Verwendung von Metallwerkzeugen in der Architektur Kasachstans in der Bronzezeit hatte es ermöglicht, weite Steppenflächen nutzbar zu machen. Die menschlichen Siedlungen dieser Zeit bestanden aus Gruppen von viereckigen Halberdhütten, die durch eine Zwischenwand in den Wohn- und den Wirtschaftsbereich geteilt waren. Die Hütten und die zugehörigen Wirtschaftsgebäude waren in einem Kreis angeordnet. Das Zentrum, der Raum über der Feuerstelle, war mit einem pyramidenartigen Dach aus Baumstämmen, der übrige Raum mit einem auf Pfeilern liegenden Brettersystem überdacht, die Wände bestanden aus flachen Natursteinen oder Rohziegeln. Solche Siedlungen wurden in Atasu und Buguly in Zentral-Kasachstan gefunden.


In der folgenden Zeit entstanden in der Architektur von Kasachstan runde Wohnhütten, darunter auch auf- und abbaubare kasachische Jurten (Zelte), sowie rechteckige Gebäude mit Giebeldächern (Kystau). So wie sich die Haus-Architektur Kasachstans schon in frühester Zeit wandelte, änderten sich auch die Formen und Typen von Grabstätten. Menhire und Dolmene aus der Steinzeit wurden nach und nach zu majestätischen Grabkomplexen riesenhafter Größe. Diese bestanden aus einer zentralen Steingruft mit Grabstätte (Zystu) und waren mit einem sogenannten falschen Gewölbe überdacht und ringförmig von Mauern umgeben. Sehr oft schüttete man über dem Bestattungsort einen riesengroßen Erdhügel (Kurgan) auf, dessen Durchmesser bis zu dreißig Meter betragen konnte. Die späteren Grabanlagen in Kasachstan weisen rechtwinklige Ummauerungen aus Platten auf und haben einen Eingangsbereich. Die Überdachung liegt auf Pfeilern.

 

Fußweg durch den Kasachischen Charyn Canyon

Mit dem Aufkommen feudaler Verhältnisse veränderte sich die Grundstruktur der Ansiedlungen und der Architektur Kasachstans. Es entstanden erste befestigte Paläste der Adeligen, die im Laufe der Zeit immer weiter zu Zitadellen ausgebaut wurden. Rund um die Zitadelle oder auch nur auf einer Seite der Zitadelle wuchs die von schützenden Mauern umgebene Stadt (Schachristan). Im Schachristan lagen die Kultgebäude, der Basar, die Wohnhäuser der Würdenträger und Beamten sowie der großen Kaufleute und Händler.


Im Zuge der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und Architektur Kasachstans entstanden schließlich die Vororte (Rabate), in denen kleine Kaufleute und Händler sowie die Armen wohnten. Die Adelspaläste und die Verteidigungsanlagen - Festungmauern mit Türmen - wurden aus Rohziegeln und Steinblöcken errichtet. In Taras wurden Terrakottakacheln unterschiedlicher Form entdeckt, die zur Verzierung größerer Kultgebäude in Kasachstan bestimmt waren. Sie sind identisch mit dem architektonischen Dekor, das in den Palästen aus dem 5. bis 7. Jahrhundert in Aktepe (bei Taschkent), Pendschikent und Warachsch gefunden wurde. Die wachsende Bedeutung der Städte für den Handel und die Wirtschaft führte zu einer Ausbreitung der Vorstädte, die sich östlich, südlich und westlich des Schachristan ausdehnten.


Ende des 11. und Anfang des 12. Jahrhunderts errichtete man über den Ruinen der ehemaligen Paläste neue Paläste der Stadtregenten mit erweiterten Verteidigungssystemen. In der Architektur Kasachstans wie in der ganz Zentralasiens gab es im 9. und 10. Jahrhundert große qualitative Veränderungen. Eine Blüte erlebte die Architektur in Kasachstan im 11. und 12. Jahrhundert. Die dreiteilige Stadtstruktur mit Zitadelle, Schachristan und Rabat setzte sich allgemein durch. Die Verwendung von Backsteinen, die mit Gantschmörtel (Gips plus Lehm) gehärtet wurden, ermöglichte es, die Konstruktion der Zwischendecken zu verbessern und die Gewölbe über den Räumlichkeiten bedeutend zu erweitern. Backsteine verwendete man zunächst bei den wichtigen Baukonstruktionen Kasachstans und bei der Fassadenverkleidung von Rohziegelbauten.

Als Beispiele seien die Türme Sarman-Kosa und Begimana im Gebiet Kysylorda genannt, die bis heute in ziemlich gutem Zustand erhalten sind. Diese beiden Baudenkmäler sind interessant vor allem auch unter dem Aspekt, wie sich uralte örtliche Bautraditionen bei Grabstätten mit zeltförmiger Überdachung erhalten haben. Verwiesen sei auf die Gruppe der Mausoleen von Tegisken aus dem 9. bis 6. Jahrhundert vor unserer Zeit und das Balandamausoleum in Kasachstan aus dem 4. bis 2. Jahrhundert vor unserer Zeit. Unter den Karachaniden erreichte die kasachische Architektur einen Höhepunkt. Auf dem Territorium Kasachstans sind Baudenkmäler aus der Karachanidenzeit wie die Mausoleen Babadshichatun (10. bis 11. Jahrhundert), Karachans (11. Jahrhundert), Aischabibi (11. bis 12. Jahrhundert) im Gebiet Shambyl sowie Shubanana (11. bis 12. Jahrhundert) und Dampfbäder in der Stadt Taras vollständig oder teilweise erhalten. 

Aischa Bibi Mausoleum Kasachstan

Das Mausoleum Aischabibi gehört zum zentrischen Typ der Memorialbauten. Es ist durchgehend mit Terrakotta mit reichen geometrischen und pflanzlichen Ornamenten verziert. Das Spiel von Licht und Schatten betont die leichte Durchbrochenheit des Gebäudes. Die Wandkonstruktion weist eine Besonderheit auf. Die im Grundriss quadratisch angelegten Mauern sind schichtmäßig gebaut. Zu den herausragenden Baudenkmälern in Zentralkasachstan gehört das Mausoleum Ajakkamyr unweit der Stadt Sheskasgan. Es ist eine (8,10 mal 9,84 Meter) Grabstätte mit Portal und Kuppel. Die Hauptfassade wird von dem monumentalen Portal dominiert, der tiefe Eingangsbereich ist von einem schlanken, keilförmigen, auf Pfeilern ruhenden Bogen überdacht.

Die Baumethode der dreidimensionalen Komposition und der kuppelstützenden Konstruktionen sowie die architektonischen und dekorativen Mittel aus dem 11. und 12. Jahrhundert lagen der weiteren Entwicklung der Architektur auf dem Territorium Kasachstans zugrunde. Unter den Baudenkmälern in Zentralkasachstan ragt auch das Mausoleum Alasch-Khan (10. bis 12. Jahrhundert) aufgrund seiner künstlerischen und architektonischen Schönheit heraus. Der innen quadratische Raum und die Außenwände bilden ein Rechteck (9,73 mal 11,91 Meter), das von den dicken Mauern des Portals bestimmt wird. Die Fassaden sind mit flachen geometrischen Reliefs des Typs „Kerege" und Rhombenmustern verziert. Dies verweist auf die Verbindung der Architektur der monumentalen Bauten mit dem Aufbau einer kasachischen Jurte. Dank der strengen Proportionen der Kompositionselemente und des einfachen architektonischen Dekors wirkt das erhöht liegende Mausoleum aus einem Guss und monumental-majestätisch.

Ein einzigartiges Architekturdenkmal in Kasachstan des ausgehenden 14. und beginnenden 15. Jahrhunderts ist die Mausoleums- und Moscheeanlage Chodsha Achmet Jassawi in der Stadt Türkestan. Das majestätische Gebäudeensemble besteht aus über dreißig Räumlichkeiten unterschiedlicher Größe und Funktion, die um den zentralen Saal (Kasanlyk) gruppiert sind. Der quadratisch angelegte zentrale Saal ist mit der größten spitzbögigen Kuppel Zentralasiens (Durchmesser 18,2 Meter) überdacht und liegt an der wichtigsten Längsachse der Anlage, hinter der tiefen Nische mit Spitzbogen des Hauptportals. In der Mitte des Kasanlyk stand ein riesiger, für die Zubereitung des rituellen Mahls bestimmter Bronzekessel (Kasan). Im Zentrum der Grabstätte Jassawis befindet sich der mit blassgrünem Marmor verkleidete Sarkophag (Sagana). Die Grabstätte ist mit einer Doppelkuppel überdacht und die innere Kuppel hat eine Spitzbogenform und ist mit Stalaktiten geschmückt. Die äußere gerippte Kuppel liegt auf einer hohen zylindrischen Trommel, die mit einem breiten Band aus Ornamenten, Aufschriften und einem Fries verziert ist. Die wichtigsten Räume sind die große Moschee, der große und der kleine Aksarai (Weißer Palast Kasachstans), die Bibliothek, die Ashana (Speisehalle) und der Kudukhana (Wasserbrunnen). Die Räume sind auf zwei Etagen durch vier Korridore mit dem zentralen Saal verbunden. Der altehrwürdige, monumentale Bau zeugt von der Macht des Timuridenreiches.

 

Mausoleums- und Moscheeanlage in Kasachstan

Zentral-Mosche in Alma Ata (ehem. Hauptstadt Kasachstans)

Die Mausoleums- und Moscheeanlage ist eines der vier bedeutendsten Bauwerke, die unter Amur Timur errichtet wurden. Der Eindruck von Erhabenheit und Größe wird durch die enormen Ausmaße der mit einem Spitzbogen überdachten Portalnische (18,20 Meter breit) und dem Kontrast zwischen dem riesigen Portal (37 Meter hoch) und der kleinen Eingangstür in der Tiefe der Nische, die gerade mannshoch ist, erweckt an der südlichen Seite dominiert ein wuchtiges Portal flankiert von zwei Ecktürmen, die im unteren Teil mit Facetten versehen sind. Hinter der riesigen blauen Kuppel des Kasanlyk sind die Kuppeln der Grabstätte und der kleinen Moschee zu sehen. Die Bedeutung dieses Baudenkmals für die Entwicklung der Baukunst Kasachstans war immens, einzelne Bauelemente und sogar Details dienten in den nächsten Perioden als Vorbilder.

Die Architektur Kasachstans im 13. und 14. Jahrhundert spiegelte die allgemeine Tendenz in der Baukunst der Völker Zentralasiens wider. Die Unterkuppelkonstruktionen wurden verbessert, zweireihige schlanke Trommeln entstanden und veränderten natürlich die gesamte Kompositionsstruktur der Bauten, mit Farbe überzogene Backsteine und Zierkacheln verliehen den Bauten einen feierlichen Charakter.

 

Kasachische Baukunst

Turmmausoleen in Kasachstan

Die erhalten gebliebenen Kult- und Memorialdenkmäler aus dem 15. bis 18. Jahrhundert in den Steppenregionen Kasachstans lassen sich in drei Hauptgruppen gliedern: Kuppelmausoleen, Mauern und Grabsteine. Die Mausoleen werden nach ihrer Komposition in Turmmausoleen sowie Portal- und Kuppelmausoleen geteilt, die wiederum nach dem Typ der Überdachung in Kugel- oder Kegeldachmausoleen mit oder ohne Trommel gegliedert werden. Zu den Turmmausoleen des 15. bis 18. Jahrhunderts zählen unter anderem die Mausoleen Schik-Nijas und Karmakschiata im Gebiet Kysylorda sowie das Mausoleum in der Stadt Susak in Südkasachstan.

Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden insbesondere in Ostkasachstan kleinere pyramidenförmige Grabstätten aus Stein oder Rohziegeln mit drei bis sieben Etagen, die bis zu acht Meter hoch waren. Die im 15. bis 18. Jahrhundert gebauten Mausoleen von Ust-jurt, Mangyschlak und im Uralgebiet erinnern an die Wohnwagen, die zum Alltag vieler Nomaden Eurasiens gehörten. Für diese fundamentlosen Mausoleen Kasachstans ist typisch, dass die Eingänge hoch liegen und Vorhängen oder Schirmwänden ähneln. Die Kuppeln endeten mit einem zylindrischen Giebeldach oder einer Kugel, die von einer Spitze gekrönt ist.

 

Kasachische Jurten

Kasachische Jurte

Mit der Veränderung der Nomadenrouten der Völker Kasachstans erfreuten sich die transportablen, auf und abbaubaren Jurten, die zuvor nur wenig verbreitet waren, zunehmender Beliebtheit. Aufgrund ihrer Funktion und Konstruktion wurden sie in unterschiedliche Typen unterteilt. Die weit verbreitete Form besteht aus einem Gestell aus zusammenlegbaren Keregen (Wandgittern), die kreisförmig angeordnet werden. An den Keregen werden die Stangen befestigt, die sich nach oben zum Schanyrak (Rauchabzug) biegen und an diesem befestigt sind. Das Gerüst ist in der Regel rot gefärbt. Die Keregen werden von außen mit Tschijen (mit bunter Wolle umflochtene Rohrbastmatten) bedeckt, und von oben werden auf das Gestell Filzmatten aufgelegt. Die Jurten der Bais (Würdenträger) wurden mit weißen, mit eingenähten oder aufgesetzten Mustern verzierten Filzmatten bedeckt. Die weiße Farbe hatte sakrale Bedeutung und war Symbol des Klanoberhaupts oder des Dorfältesten. Die Struktur der Ornamente folgte wie die gesamte Zeltkomposition einem bestimmten System: der Kreis des Rauchabzuges steht für die Sonne, die Uuken (gebogene Stangen) stehen für die Sonnenstrahlen, hängende Shel-Bau oder Bakanen (Stützen) für den Lebensbaum. Alle diese Motive finden sich auch in den Ornamenten der Filzmatten und Teppiche.

In der Mitte der Jurte befand sich im Winter die Feuerstelle. Der Platz in der Tiefe der Jurte direkt gegenüber dem Eingang gilt in Kasachstan als Ehrenplatz, rechts von der Tür befindet sich der Frauenwohnbereich mit entsprechenden Gegenständen und Möbeln. Die Tür wurde aus geschnitzten und bemalten Holzstücken gefertigt. Kasachische Jurten bestehen also aus einzelnen Modulen, grundlegendes Element ist die Kerege. Jede Kerege bildete ein Kanat (Flügel). Nach den Kanaten (zwischen fünf und achtzehn) wurde das Fassungsvermögen der Jurte bestimmt.

Werksiedlungen in Kasachstan

Mit dem Wachstum der Städte und der Wirtschaftsentwicklung in Kasachstan entstanden neue Fabrik- und Werksiedlungen sowie Dörfer, in denen Handel und Gewerbe betrieben wurde. Mit dem beginnenden Abbau der Bodenschätze entwickelten sich rasch die Bergarbeitersiedlungen in Karagandy, Uspensk, Sheskasgan, Ridder und Syrjanowsk sowie die Erdölarbeitersiedlungen Dossor, Makat und andere mehr. Es waren keine wohleingerichteten Siedlungen, sondern sie bestanden aus primitiven Häusern, aus Baracken und Jurten. Ein anderer Dorftyp war das russisch-ukrainische Kirchdorf, zudem gab es Dörfer, die aus kleinen Holz- oder Ziegelhäusern bestanden.

Die Wandlung der Baukunst in Kasachstan

Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden neue Typen von Gebäuden und Bauten, es veränderten sich die Methoden der Stadtplanung und -bebauung, Traditionen der monumentalen Architektur Kasachstans erlebten eine Wiedergeburt, neue Baustoffe und Konstruktionen wurden verwendet und entsprechend änderten sich die architektonischen Formen und Mittel der künstlerischen und dekorativen Gestaltung. Die Durchsetzung der Sowjetmacht in Kasachstan brachte grundsätzliche Wandlungen in der Baukunst Kasachstans mit sich. In der ersten Hälfte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts arbeitete man in den Städten aus der vorrevolutionären Zeit zumeist an der Verschönerung des Erscheinungsbildes beziehungsweise am Wiederaufbau der während des Bürgerkrieges zerstörten Gebäude. Die Sonderkommission der Staatlichen Plankommission Gosplan erarbeitete 1927 bis 1929 mehrere Typenschemata für Wohnhäuser, Profanbauten und sonstige Wirtschaftsbauten des Dorfes, um die landwirtschaftliche Entwicklung zu intensivieren und die Schaffung des „Kulturauls" zu fördern.

Die in der Epoche des Sozialismus gebauten Häuser wiesen einige typische Besonderheiten auf: lakonische, mit unter geometrische Bauformen, längliche schmale (horizontale) Fenster und geschlossene Balkongeländer. Diese Besonderheiten waren in vielerlei Hinsicht durch die Gerüstkonstruktion der Häuser bedingt und von den Ideen des damals vorherrschenden Konstruktivismus beeinflußt. Die Architektur der Verwaltungsgebäude geht ebenfalls auf den Konstruktivismus zurück, der Struktur und Äußeres dieser Bauten prägte. Ein Beispiel ist das zwischen 1928 und 1931 erbaute ehemalige Regierungsgebäude in Almaty. Der Konstruktivismus ist durch das Prinzip der funktionalen Gliederung städtischer Territorien gekennzeichnet, durch die Anlage größerer Stadtviertel, die Versorgung der Bevölkerung mit einem Netz kultureller und kommunaler Einrichtungen sowie durch ein hohes Niveau technischer und sanitär-hygienischer Ausstattungen. Die Zahl der Industrieunternehmen wurde begrenzt, die Stadt sollte ein Ensemble von Plätzen und Straßen sein, das Größe und Schönheit der sozialistischen Epoche widerspiegelte. Diese grundlegenden Prinzipien lagen der Stadtplanung von Schymkent, Atyrau, Petropawlowsk und Akmolinsk (heute Astana) zugrunde.

Mitte der 60er Jahre wurden Projekte für die Planung weiterer Großstädte der damaligen Kasachischen SSR realisiert: Ust-Kamenogorsk, Karagandy, Temirtau und Ekibastus. Charakteristisch für diese Städte sind einheitliche Hochhaussiedlungen. Die Architektur Kasachstans machte im letzten Jahrzehnt einen qualitativen Sprung. Nicht nur in Astana, sondern in vielen anderen Städten wurden in den letzten Jahren interessante, in ihrer architektonischen Ausdruckskraft mit unter besondere Wohn-, Büro- und Geschäftshäuser, Flughäfen und Bahnhöfe, Kultureinrichtungen, Sportanlagen und andere Infrastruktureinrichtungen errichtet. Zu verweisen ist auf die einzigartige Brücke über den Irtysch in Semipalatinsk sowie auf eine neue Kirche und eine Moschee in Pawlodar, die renovierten Gebäude in und Bauwerke in Türkestan, das vor einiger Zeit sein 1500jähriges Jubiläum feierte. Aufschlussreich sind auch die Entwicklungen in der Landschaftsarchitektur.

In Kasachstan tagt einmal im Jahr das „Forum der Architekten", auf dem Bauunternehmen, die Departements für Architektur und Städtebau, staatliche Einrichtungen für Architektur, freie Architekten, Künstler und Designer, aber auch die Unternehmen, die auf Verkleidungsstoffe, Bauausrüstung und Software für die Projektierungsarbeit spezialisiert sind, ihre Entwürfe und Projekte vorstellen. Die durch geopolitische, sozialökonomische und demographische Überlegungen bedingte Verlegung der Hauptstadt nach Zentralkasachstan war einer der wichtigsten Schritte des souveränen Kasachstans. Er sollte die Probleme der ungleichmäßigen Besiedelung lösen sowie die sozialen und wirtschaftlichen Spannungen im Süden Kasachstans abschwächen. Im Dezember 1997 erklärte Präsident Nursultan Nasarbajew per Erlaß die Verlegung der Hauptstadt von Almaty nach Akmola, das 1998 seinen neuen Namen - Astana - bekam. Bereits im Sommer 1996 wurde gemeinsam von der Staatlichen Kommission für den Umzug der Staatsorgane und dem Verband der Architekten Kasachstans zu einer internationalen Konferenz über die städtebaulichen Probleme der neuen Hauptstadt eingeladen. An der Konferenz nahmen prominente Fachleute und Spezialisten aus Russland, der Ukraine, Kyrgysstan, Finnland, der Türkei und Bulgarien teil.  

Kasachstan: Reisevideo

  • Reiseziel Reiseziel
  • Flughafen Flughafen
  • Hotel Hotel

Individualreisen: Rundreisen in Kasachstan

Destinationen: Weitere Reiseführer auf EU-ASIEN.DE