Reiseziele in Kasachstan: Ustjurt Plateau
Es scheint, als habe in den Tagen der Schöpfung der Schöpfer beabsichtigt, diese Gegend mit Bergen zu beschenken, es sich dann aber wieder anders überlegt und letztlich nur die Steppe um 300 Meter angehoben und das Ustjurt-Plateau mit seinen Steilhängen, Kreidefelsausläufern und Kreidehängen geschaffen. Eine wahrhaft phantastische Landschaft!
Das Ustjurt-Plateau ist der wunderlichste Ort auf Erden und dabei wohl weniger erforscht als der Amazonas oder die Antarktis. Über die Jahrhunderte hinweg war das Ustjurt-Plateau ein Kreuzungspunkt der Zivilisationen. Es hat Spuren der Skythen, Mongolen und anderer alter Völker bewahrt. Die großen Völkerwanderungen führten über seine Ödwege. Da die Erschließung des Plateaus in unserer Zeit erst beginnt, kann man es als eine Art historisches Naturreservat bezeichnen.
Zu den Sehenswürdigkeiten des Ustjurt-Plateaus zählen seine archäologischen Denkmäler. Im Altertum führten alte Karawanenwege durch das Plateau, wie der Weg der Schahs von Choresm, der die Stadt Chiwa mit dem Mündungsgebiet der Emba und der Wolga verband. An diesem Weg lagen die alte Stadt Schachri-Basir, die Karawanserei Beleuli und die Festung Allan. Über das ganze Plateau verstreut sind majestätische, heilige Mausoleen. Ein Teil ist von den Archäologen bereits erforscht, doch viele warten noch darauf, entdeckt zu werden. Es gibt auch noch ältere Denkmäler. Man zählt etwa 60 jungsteinzeitliche Siedlungsspuren auf dem Ustjurt-Plateau.
Die Natur hier ist eigentümlich und einzigartig. Derartige Landschaften sind sonst nirgends zu finden, beispielsweise die steilen, bis zu 400 Meter hohen, Hangwände des Plateaus. Man kann nur an zwei-drei Stellen über eine Strecke von mehreren hundert Kilometern, von Kungrad und dem Aralsee kommend, mit dem Auto auf seinen östlichen Teil hinauffahren. Das Mitglied der Akademie der Wissenschaften L. S. Berg (1952) zählte das Ustjurt-Plateau zur Subzone der nördlichen Tertiärplate aus des Wüstengebiets der Turan-Niederung. Ein Großteil des Plateaus ist mit Pflanzen bedeckt, die im Übergangsgebiet zwischen der Subzone der nördlichen Wüsten zur Subzone der südlichen Wüsten wachsen. In geophysikalischer Hinsicht ist das Ustjurt-Plateau ein eigenständiger Bereich in der Provinz Mangyschlak-Ustjurt der nördlichen Wüstensubzone.
Häufig anzutreffen sind hier flache Lehmbodenlandschaften, breite trockene Senken, die ausgetrockneten Arme alter und heutiger temporärer Wasserläufe. An den Oberflächen der Senken finden sich viele Ablagerungen aus dem Quartär, auf dem Plateau dagegen aus dem Tertiär und der Kreidezeit, vor allem Meeresablagerungen. Die Kreideablagerungen werden an den Steilhängen sichtbar, die mehrere hundert Meter hoch sind. Ihre Farben sind von erstaunlicher Festlichkeit und reichen von blassrosa und hell-blau bis hin zu strahlendem weiß.
Der Sommer auf dem Plateau ist heiß und lang. Die Durchschnittstemperatur im Juli beträgt 26-28 Grad Celsius. In einzelnen Jahren erreichen die Temperaturen auch 40-60 Grad Celsius. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt unter 120 Millimeter und entfällt im Wesentlichen auf den Herbst und Winter.
Der Herbst ist warm und klar. In manchen Jahren kann es frieren und dann wieder tauen.
Der Frühling ist schnell und flüchtig. Die Fröste weichen mit den ersten Apriltagen, das heiße trockene Wetter setzen in der zweiten Maihälfte ein. Die Feuchtigkeit im Boden nimmt rapide ab und die Grasvegetation beginnt zu verdorren. Es gibt keine permanenten Wasserläufe. Die temporären Flüsse werden durch Schnees Schmelzwasser gespeist. Der Boden ist graubraun und salzig, mit Gipsschichten durchsetzt. Die erdbildenden Steinarten sind sarmatische Kalksteine. Die Erdoberfläche ist nackt, von Rissen durchzogen und hart. Bodenschätze, insbesondere Öl und Gas, sind in großer Menge vorhanden und noch nicht gänzlich erforscht. Was bislang gefunden wurde, wurde konserviert. Im Zuge der Suche nach Rohstoffen wurden hier 25 Lagerstätten von Öl und Gas entdeckt.

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