Reiseziele in Kasachstan: Der Tscharyn-Canyon
Tscharyn Canyon |
An der großen Seidenstraße, dem Abschnitt von internationaler Bedeutung zwischen Almaty und Chorgos an Kilometer 210, noch vor dem Ort Tschundscha, dem Bezirkszentrum des Ujgurischen Bezirks, nach einem Stück Wüstengebiet, am Abstieg ins Tal, eröffnet sich dem Reisenden ein wundervolles Panorama: eine Oase in der Wüste, die sich über 26 Kilometer erstreckt. Ein dichter Tugaj Wald bedeckt die Auen des Flusses Tscharyn, der Hauptwasserarterie des Parks.
Der Wald ist 5.014 Hektar groß und ist ein Naturdenkmal. In diesem sogenannten Eschenwald von Tscharyn steht ein Relikt aus dem Paläogen, die Sogdianische Esche, unter Schutz. Sie liebt das Feuchte und wächst entlang des Flusses Tscharyn. Es ist das zweite Gebiet in der Welt, an dem sich natürliche Sogdianische Eschenpopulationen in ursprünglicher Form erhalten haben.
Die Esche ist ein Baum, der 20-25 Meter hoch und bis zu 300 Jahre alt werden kann. Die Krone ist beim jungen Baum schmal und regelmäßig gerundet, beim alten Baum ausladend gewaltig. Der Stamm ist gerade, das Holz hat eine sehr schöne Textur und ist fest. Der Baum ist über 40-60 Jahre in der Lage Ableger zu bilden. Das Wurzelsystem ist mächtig und dicht, wächst in Richtung Grundwasser und entzieht sich der Versalzung der oberen Erdschichten. Wenn der Baum vier bis sechs Jahre alt ist, reichen seine Wurzeln eineinhalb Meter in die Tiefe. Die ersten Früchte trägt er mit fünfzehn bis zwanzig Jahren. Die Samen bleiben über drei bis fünf Jahre keimfähig. Bedingt durch ihr Wurzelsystem bildet die Esche verschiedene Pflanzengemeinschaften und Waldtypen.
Sie bildet hier den wichtigsten Waldtyp, ihre Pflanzengemeinschaften machen etwa 35 Prozent der waldbedeckten Fläche aus. Die Sogdianische Esche weist im Tal des Flusses Tscharyn eine recht breite ökologische Spannweite auf. Sie verträgt die Versalzung und Austrocknung des Auengrunds und ist deshalb an den hohen Auenterrassen und an den darüber gelegenen Terrassen anzutreffen. In den oberhalb der Auen gelegenen Terrassen ist die Esche Teil der Wüstenpflanzengesellschaften, in denen Saxaul, Ceratoides und Meerträubel dominieren und einzigartige Gesellschaften bilden.
Auf dem Gebiet dieses Naturdenkmals trifft man auf einzelne Exemplare der Sogdianischen Esche, die so gewaltig sind, dass sieben Mann sie kaum umfassen können! Sie werden die Aksakala-Bäume (die„Ältesten"), die Baumriesen genannt. Auf den hohen Auenterrassen wächst die Turanga-Pappel, die der Sogdianischen Esche an Alter gleichkommt und als Relikt in diesem Eschenwald hier endemisch wächst. Sie ist von ähnlicher Bedeutung, wie die Esche.
Der Eschenwald von Tscharyn ist nicht nur wissenschaftlich wertvoll und von großer ökologischer Bedeutung, sondern auch ästhetisch ein unvergleichlicher Genuss. Wer den Wald besucht, taucht in einen ganz besonderen emotionalen Zustand ein, der dazu verleitet, an die wichtigen Dinge des Lebens, den Sinn des Lebens, an das Unbekannte zu denken... Die Luft ist klar und es herrscht eine eigentümliche Stille.
Der Fluss, der Eschenwald, die Heiligtümer der Umgebung lassen den Menschen die Einheit mit der Natur spüren. Hier erkennt und fühlt man diese Verbindung, staunt vor den Wundern der Natur, in der Wüste und Wald, wasserliebende und dürreresistente Bäume nebeneinander existieren können, die Gegensätze also friedlich koexistieren.
Hier ist es immer schön. Im Frühling versetzt einen das smaragdfarbene sprießende Grün der jungen Blätter, die blühenden Gräser und Büsche, ihr atemberaubender Duft in Staunen. Im Sommer nimmt einen die wunderliche Stille und Ruhe des Waldes gefangen. Im Herbst sind es die wilden Farben der Buschvegetation, die von Gelb bis Tiefrot reichen, im Winter die schlanken Stämme der stolzen und majestätischen Eschen, die Tierspuren im Schnee, die Eisschollen, die auf der blauen glatten Oberfläche des Flusses schwimmen, die verzaubern.
Das Tal des Tscharyn ist ein einzigartiger Ort an dem Zeugnisse prähistorischer Flora und Fauna zu finden sind. Viele einzigartige entsprechende Sammlungen stammen von hier. Sie enthalten viele Fossilien großer und kleiner Tiere. Zu den großen Säugetieren der Tierwelt des Tscharyn zählt das Mastodon und der Elefant, das Nashorn und der Pliohippus, die vor über 300 Millionen Jahren lebten.
Die Vielfalt des Reliefs und der Bodenqualitäten und die hydrologischen Besonderheiten machen den Wert dieses in jeder Hinsicht einzigartigen Naturdenkmals, des Eschenwaldes von Tscharyn, aus.

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