Reiseziele in Kasachstan: Rachmanow Quellen
Der Rachmanow See liegt im tiefen Tal des Flusses Arasanka, des linken Zuflusses des Flusses Belaja (Becken des Flusses Buchtarma). Der See liegt 1.725 Meter über dem Meeresspiegel in einem kleinen, muldenförmigen Talkessel und erstreckt sich von Nordwesten in Richtung Südosten. Er ist 2,6 Kilometer lang und 0,6 Kilometer breit.
Seine Ufer sind insgesamt 5,6 Kilometer lang und seine Oberfläche beträgt 1,14 Quadratkilometer. Das Wasser im See ist von schöner grünblauer Farbe. Man kann 7,8 Meter tief sehen. Im Sommer (Juli) erwärmen sich die oberen Wasserschichten nicht über zehn bis zwölf Grad Celsius. Am Boden des Sees ist das Wasser vier bis sechs Grad Celsius kalt. Diese niedrige Temperatur erklärt sich durch die Hochgebirgslage und die relativ große Tiefe (bis zu 30,6 Meter) des Sees, sowie durch den Zufluss kalter Quellströme. Der See ist ein Durchlaufsee und wird durch Flüsse und Schmelzwasser gespeist. Der Grund des Sees ist mit braunem Schlamm bedeckt. Der Uferstreifen ist sandig, kiesig und wird von großen Findlingen beherrscht. Der See ist von Felsenkämmen umgeben, von denen sich die steilsten zum See neigen und bis an das südwestliche Ufer reichen. Von drei Seiten ist der See von hohen Bergmassiven umgeben. Die Berge sind mit schlanken Laubbäumen, Zedern, Birken und Weiden bewachsen. Besonders majestätisch ist die Vegetation am Uferstreifen: jahrhundertealte Zedern und dunkelgrüne Fichten umranden die spiegelglatte Seenoberfläche. In den See mündet der Fluss Obere Arasanka, die den See als Untere Arasanka (Rachmanowka) wieder verlässt. Der Rachmanow-See sammelt mehr als zwanzig Millionen Kubikmeter Wasser. Das Wasser ist extrem süß, weich und säurearm.
Der Rachmanow See gilt als tot. Es gibt keine Fische oder andere Lebewesen darin. Dem Volksmund nach, ist er im Inneren in zwei Hälften geteilt, zwischen denen sich ein mit Luft gefüllter Raum befindet. In diesem lebt ein zotteliger Alter. Wenn man bei Vollmond mit dem Boot bis zur Mitte des Sees rudert, zieht einen dieser Alte hinab in sein Reich. Außerdem erzählt man sich, dass es hier Gespenster gäbe. Allerdings völlig harmlose, die nur zuweilen ein wenig Schabernack trieben, behaupten die Einheimischen. Die Gerüchte um die Poltergeister ließen sich bislang nicht bestätigen, das Fehlen von Fischen im Rachmanow-See jedoch erklärt sich durch den hohen Radongehalt. Doch ist es gerade diese „Leblosigkeit", die Lebenskraft verleiht.
Am nordwestlichen Ufer des Sees, auf einer ufernahen kleineren Fläche, befinden sich warme radioaktive Quellen, von den Einheimischen „Arasan" (warme Quelle) genannt. Die Thermalquellen treten an den Gesteinsrissen aus, dort wo, mit einer Gesamtlänge von 80 Meter von Osten nach Westen, Granitschichten auf Schieferschichten treffen. Die Rachmanow-Quellen (auf 2.034 Meter Höhe) liegen im Tal des Flusses Arasan und sind von Gebirgskämmen von bis zu 2.500 Meter Höhe umgeben. Die Wassertemperatur liegt zwischen + 34 und + 43 Grad Celsius und verfügt über den niedrigsten Mineralgehalt unter allen Hochgebirgsmineralquellen in Kasachstan. Zehn Prozent des Mineralgehalts entfallen auf Kieselsäure. Hier kuriert man Gelenkkrankheiten, Erkrankungen des Nervensystems, der Blutzirkulationsorgane, die Folgen entzündlicher Prozesse im Bauchraum, Hautkrankheiten, gynäkologische und urologische Beschwerden und typische Berufskrankheiten. Das Wasser der Rachmanow-Quellen ist farblos, sehr sauber, enthält fast keine Schwebstoffe und hat keinen spürbaren Beigeschmack, sodass es sich gut trinken lässt.
Die Rachmanow-Quellen sind auch als historisches Denkmal wertvoll. Es wurden hier die Reste eines buddhistischen Tempels gefunden. Auf dem Nordwestufer des Sees, unweit der Thermalquelle, befindet sich das Sanatorium „Rachmanow-Quellen".
Es existieren zwei Legenden zu den Rachmanow-Quellen. Die erste berichtet davon, dass der Jäger Rachmanow im Jahr 1763, als er die Spuren eines verwundeten Maralhirsches verfolgte, diesen schließlich in der Quelle stehend fand, von Dampfwolken umgeben. Nachdem er das Tier getötet hatte, stellte Rachmanow fest, dass die frische Wunde am Bein des Hirsches nicht mehr blutete und bereits zur Hälfte verheilt war, was den Jäger sehr verwunderte. Da er selbst an Rheuma litt, beschloss er, die wunderbare Heilkraft der Quelle zu erproben und fühlte sich nach zweiwöchigen Bädern in der Quelle wieder gesund. Die zweite Legende hat ebenfalls mit der Jagd zu tun: der Jäger Abdrachman begab sich im Winter in die Berge, wo die Kälte ihm bedrohlich zusetzte. Dem Erfrieren nahe beschloss er, ins Tal hinab zu steigen. Hier bemerkte er den aus der Erde aufsteigenden Dampf und entdeckte die heiße Quelle. Der Jäger wärmte sich in der Quelle auf und fühlte sich danach ungewöhnlich gestärkt. Nach Hause zurückgekehrt, erzählte er von seiner Entdeckung den Nachbarn. Die Quelle erhielt danach den Namen „Abdrachmanow-Quelle", was später zu „Rachmanow-Quelle" abgekürzt wurde.

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