Reiseziele in Kasaschstan: Naturschutzgebiet Naursum
Das staatliche Naturschutzgebiet Naursum gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten in Kasachstan. Es wurde 1931 geschaffen, um die asiatischen Steppen und das einzigartige Ökosystem des zentralen Teils der Turgaj-Niederung mit ihren Fichtenwäldern und Seen zu erhalten.
Heute beträgt die Fläche des Naturschutzgebiets 191.400 Hektar. Das Reservat zeichnet sich durch eine für ein Steppengebiet einmalige landschaftliche Vielfalt aus. Vor mehr als 30.000 Jahren wusch das Schmelzwasser eines sich zurückziehenden Gletschers ein breites Tal aus, das man als Turgaj-Niederung bezeichnet und in deren Zentrum der Grossteil des Naturschutzgebiets gelegen ist.
Das Naturschutzgebiet Naursum besteht aus drei Teilen, die jeweils zwischen neun und vierzehn Kilometer voneinander entfernt liegen: Naursum, Sypsyn und Tersek. Das Klima ist ausgeprägt kontinental und zeichnet sich durch große Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter aus. Die Durchschnittstemperatur im Januar beträgt minus siebzehn bis achtzehn Grad Celsius und kann im Einzelfall bis auf minus 45,7 Grad Celsius fallen. Die Durchschnittstemperatur im Juli beträgt 24,2 Grad Celsius und kann im Einzelfall 41,6 Grad Celsius erreichen. In den Wintermonaten ist der Himmel nur schwach bewölkt, die Luft an der Erdoberfläche kühlt stark ab und es sind starke Fröste zu verzeichnen. Der Winter ist niederschlagsarm.
Die Turgaj-Niederung ist reich an Seen, die von flacher Schalenform sind und selten tiefer als zweieinhalb bis drei Meter. Die größten Seen des Naturschutzgebiets, der Aksuat und der Sarymoin, erreichen in den Jahren mit maximalem Wasserstand eine Wasseroberfläche von 220 Quadratkilometer bzw. 126 Quadratkilometer. Wie die meisten abflusslosen Seen unterliegen sie mehrjährigen Befüllungszyklen, die von den klimatischen Feuchtigkeitszyklen abhängig sind. Perioden starker und mittlerer Befüllung wechseln sich ab mit Perioden sinkenden Wasserstands, manchmal bis zur völligen Austrocknung der Gewässer, bis sie sich wieder neu befüllen. Dieser natürliche Mechanismus verhindert Prozesse der Versalzung, Verschlammung oder undurchlässig dichter Bewachsung der Wasseroberfläche im See. Das Gebiet wird hauptsächlich durch Niederschläge und Grundwasser bewässert.
Tierwelt in Kasachstan |
Die Pflanzenwelt des Naturschutzgebiets zählt 687 höhere Pflanzenarten, was für ein Steppengebiet außerordentlich viel ist. Die Fichtenwälder des Naursum-Waldes sind Reliktwälder, da sie sich in kaum veränderter Form seit dem Tertiär oder beginnenden Quartär erhalten haben. Die Pflanzenwelt zeigt Elemente sowohl südlicher, wie auch nördlicher Flora. Von den alten Elementen der Sumpfwaldflora findet man: Telipteris palustris, die Große Brennnessel, den Echten Hopfen und den Bittersüßen Nachtschatten. Darüber hinaus trifft man auf arktische Arten, die selten für Nordkasachstan sind: den Winter-Schachtelhalm, die Zweizeilige Segge, das Schlanke Woll-gras, das Sumpf-Herzblatt und den Echten Faulbeerbaum.
Reicher ist die Vogelwelt Naturschutzgebietes es lassen sich 282 Arten zählen, davon nisten hier 158. Die Klasse der Raubvögel ist mit 28 Arten, von denen achtzehn hier nisten, sehr stark vertreten. In Jahren der ausreichenden Befüllung sind die Seen des Reservats Brutstätten für riesige Schwärme von Wasservögeln und Sumpfvögeln. Je nach Wasserstand der Seen schwankt diese Zahl sehr stark. Optimale Nistbedingungen bieten das zweite und dritte Jahr nach der vollständigen Befüllung der Seen, wenn sich ausgedehnte Wasserflächen und Flachwasserzonen ausgebildet haben und die Ufervegetation entwickelt ist. Seit 1974 nistet hier ein seltener Vogel, der Große Kormoran.
Unter den 44 für das Naturschutzgebiet registrierten Säugetierarten leben 42 ständig hier. Für die wirtschaftsorientierte Jagd sind der Elch, das Reh, das Wildschwein und das Murmeltier von Bedeutung. Zu den Raubtieren zählen der Wolf, der Fuchs, der Steppenfuchs, der Luchs, der Steppeniltis, der Hermelin und das Mauswiesel. In den Wäldern und in der Nähe der Seen gibt es viele Dachse. In den Steppen herrschen die Nagetiere vor. Zu den hier vorkommenden Wüstenarten im äußersten Süden des Reservats an den Seen Suly und Kulagol zählt die Dickschwanz-Springmaus. Säugetiere machen, was die Zahl der Arten angeht, 24,7 Prozent der gesamten Tierwelt Kasachstans aus.
Tierwelt im Nationalpark |
Kriechtiere und Amphibien sind mit sechs Arten vertreten. Davon zählen drei Arten zu den Kriechtieren (Wiesenotter, Zauneidechse, Steppenrenner) und drei zu den Amphibien (Moorfrosch, Knoblauchkröte, Wechselkröte).
Die Fischwelt umfasst zehn Arten. Die häufigsten und zahlreichsten sind die gut an die zyklischen Wasserstands Schwankungen im See an-gepassten Gold- und Silberkarauschen. In einigen Seen trifft man auch auf die Sumpfelritze. In den Flüssen leben auch Schleien, Barsche, Hechte und Plötzen. In Jahren mit hohem Wasserstand gelangen diese Arten auch in die Seen. In den letzten Jahren haben sich in vielen Gewässern des Gebiets, auch an den Wasserläufen, nach großen Überflutungen der Seen Karpfen, Hasel und Peledmaräne angesiedelt.

Bestpreisgarantie

