Reiseziele in Kasachstan: Das Naturschutzgebiet Korgalschyn
Im Gebiet Akmolinsk existiert ein einzigartiger Ort, der sich für den Ökotourismus eignet: das schwach besiedelte Steppengebiet Korgalschyn, 130 Kilometer von der Hauptstadt Astana, im Zentrum Kasachstans, gelegen.
Die Perle des Gebietes ist das Naturschutzgebiet von Korgalschyn, ein besonders geschütztes Territorium in Kasachstan mit einer Fläche von 2.600 Quadratkilometer. Es ist das weitläufigste Wasserbecken im ganzen Steppengebiet und einer der einzigartigsten Orte auf dem gesamten Eurasischen Kontinent. Hier trifft man auf die größte Wasservogelpopulation in ganz Asien. 1974 wurde das Gebiet entsprechend der Ramsar-Konvention für den Schutz der Wasservögel in die Liste der Gebiete mit internationaler Bedeutung aufgenommen. Seit dem Jahr 2000 gehört es zum Netz der„Living Lakes" des Global Nature Fund. Es ist das erste Naturgebiet in Kasachstan, das für eine Nominierung zum UNESCO Weltkultur- und Weltnaturerbe vorgeschlagen wurde.
Für das Naturschutzgebiet werden 299 Vogelarten aus 23 Ordnungen aufgeführt. 32 Arten davon stehen auf der „Roten Liste" der bedrohten Arten. Schutzstatus haben Pflanzengesellschaften aus vier Pflanzenarten, die Flora zählt 331 Arten von Blühpflanzen. Das Naturgebiet von Korgalschyn steht schon seit fast einem halben Jahrhundert unter Schutz. Aufgrund seiner günstigen Lage, dem langwährenden Status als Schutzgebiet und dem Erhalt der vom Menschen kaum veränderten natürlichen Lebensbedingungen der Wildtiere hat das Naturschutzgebiet von Korgalschyn nicht nur für Touristen aus Kasachstan, sondern auch aus dem Ausland eine große Anziehungskraft.
Das Netz der Seen bei Tengis-Korgalschyn und die reichen Wasser- und Sumpfgebiete bilden ein einzigartiges und empfindliches natürliches Hydroökosystem in einem niederschlagarmen Gebiet Zentralkasachstans mit trockenem ausgeprägtem Kontinentalklima. Die Steppe ist hauptsächlich mit Gräsern bewachsen, die mit wenig Feuchtigkeit auskommen. Die Tierwelt im Naturschutzgebiet Korgalschyn ist vielfältig. In den Seen trifft man auf kleine wirbellose Tiere: kleine Krebse, Mückenlarven aus der Familie der Chironomidae. Sie dienen den größeren Tieren, wie Insekten, Fischen, Vögeln als Nahrung, und sind die Grundlage für deren Gedeihen. In den Gewässern des Naturschutzgebiets, mit Ausnahme des salzbitteren Tengis-Sees, gibt es viele Fische, insgesamt zehn Arten, von denen die wichtigsten für das Fischereigewerbe der Hecht, die Gold- und Silberkarausche, der Aland, die Schleie, der Barsch und die Plötze sind.
Murmeltier in Kasachstan |
Es gibt 42 Tierarten im Naturschutzgebiet, die Hälfte davon sind Nager. Der interessanteste und auffälligste Nager ist sicherlich das Bajbak-Murmeltier. An den Gewässern ist auch die Bisamratte heimisch geworden. In den Feuchtgebieten trifft man auf Wildschweine, während die trockenen Steppen seit jeher Lebensgebiete der Sajgas sind, einer Steppenantilopenart, die ebenso alt ist, wie die Mammuts und die sich im Sommer von saftigen Gräsern ernährt und die trockenen Steppen bei Tengis als Aufzuchtgebiet für ihre Jungen nutzt.
Die Tierwelt des Naturschutzgebiets Korgalschyn verfügt also über ein großes Potential, um Touristen anzuziehen, die sich für die Natur Kasachstans interessieren. Die Seen Tengis und Korgalschyn sind Überreste des urzeitlichen Eozän-Meeres, das einst die Senke von Tengis-Korgalschyn mit einer Fläche von 13.000 Quadratkilometern füllte. Die Eigentümlichkeit der hydrographischen Beschaffenheit des Gebietes ist das Ergebnis des Zusammenwirkens einer Reihe physikalisch-geographischer Faktoren. Die wichtigsten davon sind das ausgeprägte Kontinentalklima mit geringen Niederschlägen und das Ebenenrelief mit einer Vielzahl von Seenbecken und Senken. Dort sammelt sich das Schmelzwasser, das im wesentlichen die Seen und den Großteil der Sümpfe speist.
Im Gebiet Korgalschyn zählt man 120 Seen, davon 27 große Seen, das hydrographische Netz ist ungleichmäßig verteilt und weist bei den Seen Tengis und Korgalschyn die größte Dichte auf.
Die wichtigsten Flüsse heißen Nura, Kulanotpes, Koluton und Schabaj. Die Flüsse und Wasserläufe werden ausschließlich durch Schmelzwasser gespeist. In der wasserarmen Sommer-und Herbstzeit führen nur die größten Wasserläufe noch ein wenig Wasser. Im Winter frieren die Flüsse in den meisten Fällen über Sandbänken zu. Der Tengis-See ist eines der größten Gewässer des Seengebiets Tengis-Korgalschyn. Der See ist ein salzbitteres Gewässer mit einer Oberfläche von 1.590 Quadratkilometer und einer Uferlänge von 488 Kilometer. Der See ist flach, seine Tiefe beträgt selten mehr als zwei bis zweieinhalb Meter. Das Seeufer ist flach, teilweise morastig, ohne Ufervegetation. Im See befinden sich mehr als 60 kleine und große Inseln, die in seinem östlichen Teil konzentriert sind.
Die Oberfläche des Sees Korgalschyn, der einst mit dem See Tengis ein einziges Gewässer bildete, beträgt 330 Quadratkilometer, seine Uferlänge 187 Kilometer. Das westliche und südliche Ufer sind flach, das nördliche und östliche dagegen verfügt über Steilhänge von vier bis sechs Meter Höhe. Seine Tiefe beträgt 0,5-3 Meter, der Grund ist lehmig und mit einer Schlammschicht bedeckt. Mehr als 70 Prozent der Oberfläche sind mit Schilf und Rohrkolben bewachsen, die ihn so in mehrere eigenständige Bereiche unterteilen, die eigene Namen als kleinere Seen erhalten haben: Sultan-Keldy, Jessej, Kokaj, Schamankol u.a. Alle sind mit Schilf bewachsen.
Seit im Jahr 2009 in Korgalschyn ein modernes Besucherzentrum eröffnet wurde, haben Touristen die Möglichkeit, umfassende Informationen über dieses Naturschutzgebiet und seine Bewohner zu erhalten.

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