Reiseziele in Kasachstan: Staatliche Naturnational Park Karkaralinsk
Kasachisches Fest |
Karkaralinsk ist die älteste und doch ewig junge Stadt im Gebiet Karaganda. Ihre Geschichte beginnt mit einer kleinen Siedlung in der Steppe, im Tal eines Bergflusses gelegen. Hier hindurch führten die Karawanenstrassen aus Zentralasien nach Sibirien. Hier, auf einem weißen Felsteppich, wurde der große Abylaj zum Khan proklamiert.
Er war es, der seinerzeit den historischen Vertrag des freiwilligen Anschlusses Kasachstans an das Russische Imperium unterschrieb. Karkaralinsk wird auch die Schweiz Kasachstans genannt. Die Natur ist hier märchenhaft schön.
Im Karkaraly-Gebirge ist die Luft erstaunlich rein: sie ist so angefüllt mit ätherischen Nadelbaumölen, dass schon in alter Zeit die Jäger und Viehzüchter Milch und Fleisch unter den Nadelbaumriesen ablegten ohne Sorge zu haben, das dieses verdarb. Die Fülle an Quellen ist eine typische Besonderheit des Karkaralygebirges. Dass Wasser darin ist süß und sehr sauber. Die Einheimischen bevorzugen besonders die Suukbulak-Quelle, der man wundersame Heilkräfte zuschreibt. Das Quellwasser verfügt über einen leichten natürlichen Kohlensäuregehalt und quillt mit eigener Kraft. Im Sommer ist es sechs Grad warm, doch behält es diese Temperatur über das ganze Jahr und auch im Winter friert die Quelle nicht zu.
Das uralte Karkaralygebirge stellt ein großes Geheimnis in diesem Gebiet dar. Die Kent-Berge sind ein relativ junges Bergmassiv. Der unermüdliche Steppenwind hat, einem geduldigen Bildhauer gleich, darin wundersam eigenwillige Motive gemeißelt. Jahr um Jahr, Jahrhundert um Jahrhundert bohrte der Wind Grotten, Höhlen und Felsspalten in das Gestein. Der Wind hat den Kent-Bergen eigentümliche Formen verliehen, die sonst nirgends auf der Welt anzutreffen sind.
Die rätselhaften Kent-Berge locken auch die Archäologen und Fotografen, doch hat es die Natur bislang nicht eilig, dem Menschen ihre Geheimnisse zu entdecken.
Die Flora der Karkaraly-Oase ist reich und vielfältig. Die Karkaraly-Berge umrahmen den Wald, im wesentlichen Nadelwald, mit vielen Fichten. Man findet auch Birken, Espen, Weiden und Faulbeerbäume. Karkaralinsk ist auch die Heimat des Wermut glabella (Artemisia glabella). Aus dieser Reliktpflanze wird im Phytochemischen Institut von Karaganda das in der Krebstherapie eingesetzte Präparat Arglabin hergestellt. Heute nimmt Karkaralinsk einen wichtigen Platz im wirtschaftlichen und kulturellen Leben Kasachstans ein. Es gibt hier mehr als zehn Erholungseinrichtungen und Erholungsgebiete, darunter die Einrichtung „Der Bergmann" des Kohledepartments „Arselor Mittal Temirtau". Im Erholungsgebiet der Staatlichen E. A. Buketow-Universität zu Karaganda versammeln sich alljährlich im Herbst die Touristen aus Zentralkasachstan.
Der Staatliche Nationalnaturpark Karkaralinsk wurde am 1. Dezember 1998 eingerichtet. Die Gesamtfläche des Parks beläuft sich auf 90.323 Hektar, davon sind 40.341 Hektar Waldgebiet. Der Nationalpark hat drei Filialen: Gornyj („Berg") mit einer Fläche von 25.576 Hektar, Karkaralinsk (23.846 Hektar) und Kent (40.901 Hektar).
Die Bergkreuzung Karkaralinsk-Kent besteht aus fünf voneinander verhältnismäßig unabhängigen
Traditionelles Leben in Kasachstan |
Bergmassiven: Buguly, Schankos, Maten, Airtau und Kent. Die Karkaraly-Berge und das Kent-Massiv verfügen über eine deutliche asymmetrische Ausprägung: ihre Nordhänge sind steiler und deutlich reicher an Quellen und Vegetation, als die südlichen und westlichen Hänge. Sie bilden Kämme, die sich in eine Kette aus Felsenkämmen und Gipfeln reihen. Diese sind durch tiefe Schluchten und Täler, sowie abschüssig-hügelige Ebenen voneinander getrennt. Im Karkaralinskgebirge laufen die Kämme des Tar-Kesen und Akpet, Buguly und Air im Winkel auseinander. Als einzelne Gipfel erheben sich der Peak Komsomol (1.403 Meter), Schankos (1.360 Meter). Buguly (1.323 m), Koktobe (1.254 Meter) und eine Reihe anderer, weniger hoher Gipfel.
Typisch für das Gebiet sind die zahlreichen Flusstäler, die Quellwiesen und Seebecken, wie auch die Gebiete mit abgeplätteten flachen Erhebungen. Das Klima ist ausgeprägt kontinental und zeichnet sich durch raue Winter und kühle Sommer aus. Typisch sind auch die großen Temperatursprünge über den Tag und über das Jahr und die häufigen Dürren, trockenen Winde und der oftmals wolkenverhangene Himmel. In der Flora des Parks Karkaralinsk trifft man dreimal so viele Pflanzen an, wie in den angrenzenden Steppengebieten. Fünf davon stehen auf der Roten Liste Kasachstans: Berberis karkaralensis, das Runde Torfmoos, die Kirgisen-Birke (Betula kirghisorum), Islandmohn und Adonisröschen. Auf dem Nationalparkgebiet trifft man auf viele Tiere, von denen die folgenden in Kasachstan vom Aussterben bedroht sind: das Marco-Polo-Schneeschaf, der Schwarzstorch, der Steinadler, der Uhu, der Zwergadler, die Wiesenotter, die Sumpfelritze (Phoxinus percnurus ignatowi). Bis 1940 gab es auf dem Parkgebiet auch Bären. Die meisten hier vorkommenden Vögel sind Zugvögel, es gibt aber auch viele hier nistende Arten.
Alljährlich werden im Staatlichen Naturnationalpark Karkaralinsk Forschungsprojekte durchgeführt. Seit der Einrichtung des Nationalparks gibt es eine wissenschaftliche Abteilung, die Jahr für Jahr die Daten sammelt und systematisiert, die von den staatlichen Inspekteuren zusammengetragen werden oder die der eigenen Beobachtung entstammen. Seit vielen Jahren ist der Park Basis für die Feldstudien der Studenten der Staatlichen E. A. Buketow-Universität zu Karaganda. Hier wurden klassische Projekte aus dem Bereich der Biologie und Ökologie durchgeführt und finden jährlich archäologische Forschungsprojekte statt.

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