Reiseziele in Kasachstan: Kyryk-Oba, ein Komplex von Königsgräben
Der Kurgan Kyryk-Oba befindet sich im Bezirk Burlin in Westkasachstan. Die Hügelgräber an diesem Ort bezeichnet man als Königsgräber, da sowohl die Höhe des Kurgans, wie auch die dort gefundenen goldenen und silbernen Schmuckgegenstände, das Geschirr und übrige Gerät davon zeugen, dass sich hier die Gräber einer königlichen Dynastie befinden.
Innerhalb des Komplexes Kyryk-Oba beeindruckt besonders der königliche Hauptkurgan, den man mit Recht eine Steppenpyramide nennen kann. Es ist der größte auf dem eurasischen Festland und wahrscheinlich auch in der Welt. Er ist 18,6 Meter hoch, sein Durchmesser an der Basis beträgt über 500 Meter. Daneben liegen zwei langgestreckte Kurgane: der erste ist 100 Meter lang und sechs Meter hoch, der zweite 80 Meter lang und vier Meter hoch. Bislang konnte man zu dieser Gräberanlage keine Parallelen in der Welt finden. Die Bezeichnung „Kyryk-Oba" existierte schon lange, bevor sich die Forschung dafür zu interessieren begann und bedeutet wörtlich aus dem Kasachischen übersetzt „40 Gräber".
Das in den Kurganen gefundene Material ermöglicht es, den Grabkomplex Kyryk-Oba als außerordentlich wichtig für die Erforschung des Entstehens des Nomadentums auf dem Gebiet von Kasachstan zu bewerten und die Rolle der Welt der Skythen und Saken für die Entwicklung der antiken Gesellschaft neu zu bewerten. Die Wissenschaft spricht heute von diesen Kurganen, wie von einem Weltwunder. Die Kurganbauten beeindrucken durch ihre Majestät und die Größenordnung der architektonischen Formen. Das historische Phänomen dieses Komplexes trägt globale Charakteristika.
Derzeit wird die Frage der Einrichtung eines kulturhistorischen und Naturlandschaftsparks bzw. eines entsprechenden Freilichtmuseums mit dem Namen „Steppenpyramide" erörtert. Dabei wird daran gedacht, das archäologische Denkmal in unberührtem Zustand zu belassen. Das Freilichtmuseumsprojekt möchte den gesamten Bauprozess der Grabkammer veranschaulichen und sieht die Rekonstruktion der Alltagsgegenstände, der Rüstungen und des Bestattungsrituals für den König des Steppenimperiums vor. Für Touristen und Besucher ist der Bau eines Hotel- und Museumskomplexes geplant. Hier werden auch Restaurationswerkstätten und die Kammerlabore untergebracht sein. Daneben wird ein Ethnodorf entstehen, in dem die Besucher Speisen der betreffenden Epoche verkosten und sich mit dem Leben und dem Alltag der Skythen vertraut machen können.
In der Zukunft kann die „Steppenpyramide" zu einem Zentrum der Geschichte und der traditionellen Kultur der Kasachen werden. An der Grenze zwischen Europa und Asien gelegen, wird sie darüber hinaus zu einer Art Visitenkarte Kasachstans.

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