Reiseziele in Kasachstan: Beket Ata Moschee
Die unterirdisch gelegene Moschee Beket Ata nimmt in der muslimischen Welt eine Sonderstellung ein. Es ist eine heilige Stätte, die der Bedeutung nach in einer Reihe steht mit den Grabstätten Mohammeds und Hodscha Achmed Jassawis. Das ganze Jahr über kommen hier Pilger zusammen, um ihre Herzen zu öffnen. Man sagt, dass allein die Erwähnung des Namens Beket-Atas im Gespräch Übel abwenden und ein Gebet in der Moschee Wunder bewirken könne.
Beket Ata in Kasachstan ist in der muslimischen Welt als Seher und Prophet bekannt, dem das Buch der Schöpfung offenbart wurde. Er wurde auch als Heiler berühmt, und als Mensch, der um die Gesetze der Physik, Mathematik und Astronomie wusste. Der Überlieferung nach lebte Beket-Ata in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er wurde 1750 in der Nähe der Siedlung Kulsary im Gebiet Altyrau geboren. Als er vierzehn Jahre alt war, machte er sich zum Grab des von ihm verehrten Weisen Schopan-Ata auf, um dort seinen Segen zu empfangen. In der dritten Nacht befahl Schopan-Ata dem Jüngling, sich dem Studium zu widmen. Der Jüngling reiste daraufhin in das ferne Chiwa und studierte in der dortigen Medrese die Wissenschaften. Im Alter von 40 Jahren wurde er zum Sufi und begann damit, Kinder zu unterrichten. Nach dem Studium zurückgekehrt, erbaute er vier Moscheen. Die erste davon in Kulsary, sie wird Ak-Moschee genannt, die zweite in den Kreidefelsen, 20 Kilometer von der Siedlung Bejneu entfernt. Die dritte steht in Bajschatyr auf dem Ustjurt-Plateau und die vierte, unterirdische Moschee ist in das Kreidefelsmassiv der Felszunge der Landmarke Oglandy gehauen. Sie besteht aus sieben Räumen. Darin herrscht eine hervorragende Akustik. Bei dieser Moschee befindet sich auch sein Grab. Die Nekropole Beket-Ata ist ein historisches, architektonisches und religiöses Denkmal.
Nachdem er Sufi geworden war, gründete er eine Schule des Sufismus bei der unterirdischen Moschee in Oglandy. Später wurde diese Moschee zum wissenschaftlichen Zentrum und Observatorium unter freiem Himmel. In Anbetracht seiner Verdienste um die Wissenschaft des Sufismus wird er zum Pir (Heiliger, geistiger Führer) gewählt und er erhält einen Ehrenstab. Beket-Ata starb im Alter von 63 Jahren und wurde in der unterirdischen Moschee in Oglandy auf der Mangistau-Halbinsel begraben.
Sein irdisches Leben führte den heiligen Beket-Ata auf viele Wege, bis er schließlich nach Mangistau zurück-kam. Er betätigte sich als Heiler, zu ihm kamen kranke und leidende Menschen, denen er Gesundheit und Lebenskraft schenkte. Wenn es Streitigkeiten zu schlichten galt, bewies er Weisheit und verstand es, die Streitenden zu versöhnen. In seinen Predigten hielt Beket-Ata die Gläubigen dazu an, nach der Wahrheit zu leben, gerecht zu sein und Gutes zu tun. Der Weise und Heilige ging aber auch als heldenhafter Kämpfer in der Schlacht gegen die Kalmyken in das Volksgedächtnis ein. Er war von reckenhafter Stärke und Mut, wie auch sein Urgroßvater Jeset-Batyr.
Schon seit 200 Jahren reißt der Strom der Pilger, die hierher kommen, um dem Geist des Heiligen zu huldigen, die nach Ruhe und Erfolg in ihren irdischen Angelegenheiten streben, nicht ab. Dem Volksglauben nach lässt Sufi Beket-Ata diejenigen, die sich an ihn um Hilfe wenden, im Unglück nicht allein.
Der Weg zu Beket-Ata führt über Schopan-Ata. Bis an sein Lebensende verehrte Beket-Ata seinen Lehrer und freute sich, wenn die Muslime auf dem Weg zu ihm, auch bei Schopan-Ata verweilten. Bis heute ist der Besuch bei Schopan-Ata auf dem Weg zu Beket-Ata für alle Gläubigen ein ungeschriebenes Gesetz und Tradition.



Bestpreisgarantie

