Reiseziele in Kasachstan: Astana, Hauptstadt Kasachstans
Flagge von Astana |
Städte entstehen nicht über Nacht. Sie entwickeln sich über Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende. Sie verändern ihr Antlitz, wachsen und entwickeln sich entsprechend den Erfordernissen der jeweiligen Zeit. Jede Generation fügt ihrer Chronik ihre eigene Zeile hinzu und bestimmt damit auch über ihre Zukunft, ihren Aufschwung oder Niedergang, ihren Aufstieg oder Fall...
Auch das junge Astana, das sein erstes Jubiläum feiert, blickt auf eine keineswegs einfache Geschichte zurück, die von Jahrzehnten und sogar Jahrhunderten schwerer Prüfungen gezeichnet ist, von großen Erfolgen und bemerkenswerten Ereignissen. Zum bedeutsamen Wendepunkt in der Geschichte dieser Stadt und des ganzen Landes wurde die politische Entscheidung des Präsidenten Kasachstans, Nursultan Nasarbajews, die Hauptstadt von Almaty nach Akmola zu verlegen. Zu einem Zeitpunkt, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ein Betrieb nach dem anderen geschlossen wurde und gewaltige Massen von Arbeitern und Angestellten sich erst in diesen neuen, marktwirtschaftlich geprägten, Bedingungen zurechtfinden mussten, rief diese Entscheidung viel Widerspruch hervor. Doch haben bereits die ersten zehn Jahre der Existenz der neuen Hauptstadt gezeigt, dass dank dieser Entscheidung auf der Landkarte Kasachstans eine Stadt entstanden ist, auf die das ganze Land stolz sein kann und für die sich die ganze Welt begeistert.
Auch die Berühmte Festung Akomal war einst eine kleine Steppengemeinschaft mit bewohnten Jurten |
Die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte dieser Metropole, die mehrfach ihren Namen geändert hat und die an der Schwelle eines neuen Jahrhunderts zur bedeutendsten Stadt Kasachstans geworden ist, bezeugen, dass sie ihre strategische Bedeutung für den Staat durch die Zeit hindurch bewahrt hat. Das militärische Hauptquartier des kiptschakischen Sultans, das vor mehr als tausend Jahren am linken Talufer des Flusses Ischim entstand, nimmt einen festen Platz in der Geschichte der neuen Hauptstadt Kasachstans, Astana, ein. Durch die Entdeckung und archäologische Erforschung der Reste der Siedlung Bosok ließ sich feststellen, dass die Geschichte der Stadt über eintausend Jahre in die Vergangenheit zurückreicht.
Die zweite Phase in der Geschichte der Siedlung setzte mit dem Erstarken des kiptschakischen Khanats ein (10.-11. Jh.). Die hier siedelnden Kiptschaken säuberten die Gräben und erbauten Häuser aus Lehmziegeln und Holz. Im Zentrum standen Jurten. Die neuen Bewohner der Siedlung schütteten die Gräben zu und erbauten die ersten Mausoleen und Minarette. Das ist nicht verwunderlich, da schon im Altertum Städte in der Steppe um Heiligtümer und Ahnengräber herum zu entstehen pflegten.
Die dritte Phase der Erschließung dieses Gebiets setzte mit der Epoche der Herrschaft der Goldenen Horde (13. - 14. Jh.) ein und reichte bis in die Neuzeit. Die zerfallene Siedlung Bosok wurden zum kultischen Zentrum und diente als Begräbnisstätte für die Oberschicht. Möglicherweise wurde hiereiner der ersten muslimischen Missionare bestattet und sein Grab zum Heiligtum. In der Siedlung Bosok wurden die Reste von fünf Mausoleen erforscht, die aus Lehmziegeln und gebrannten Ziegeln erbaut worden waren. Unweit der Mausoleen wurden Ziegelbrennöfen entdeckt. In einem der Gräber wurde eine Silbermünze gefunden, die vermutlich um 1321 geprägt worden war.
Die Zentrale Moschee in Astana |
Im Jahr 1829 wandte sich der Sultan Konyrkuldscha Kudajmendin mit der Bitte an die russische Regierung, seine Aule und Handelskarawanen vor räuberischen Überfällen zu schützen. Daraufhin beschloss die Verwaltung Westsibiriens einen Militärbezirk bei Ak-Mola einzurichten. Am Mausoleum des Bej Nijas versammelten sich die Ältesten der ansässigen Geschlechter um zu entscheiden, an welchem Ort das Verwaltungszentrum des zukünftigen Bezirks, die Festung von Akmola, entstehen sollte. Am 18. Juni 1830 wurde dieser Ort bestimmt und diesen Tag kann man mit vollem Recht als den Geburtstag der späteren Hauptstadt Kasachstans bezeichnen. Damals zählte die Festung nur 313 Bewohner und verfügte nur über eine einzige Kanone. Heute befindet sich diese im Kulturzentrum des Präsidenten in Astana.
Mit der Zeit begannen im Umfeld der Festung Menschen zu siedeln und es entstanden die ersten Bezirke des späteren Akmolinsk. Im Jahr 1845 wurde die sich vergrößernde Festung zur Staniza, zur Kosakensiedlung. Im Jahr 1868 wurde das weitläufige Akmolinsker Gebiet eingerichtet, das in fünf Bezirke unterteilt war: Akmolinsk, Koktschetaw, Petropawlowsk, Omsk und Atbasar. Entsprechend den Vorschriften der damaligen Zeit wurde ein Wappen für das Gebiet festgelegt. Das Original dieses Wappens werden die Bewohner Astanas nie mehr betrachten können: das heraldische Archiv, wo es lagerte, wurde im Jahr 1917 geschlossen. Einzig eine Kopie einer graphischen Darstellung der unschätzbaren historischen Reliquie ist erhalten: auf grünem Schild befindet sich die Abbildung des Mausoleums des Bej Nijas mit zwei silberfarbenen Spitz-türmen und einer Kuppel, sowie in der Mitte einem goldfarbenem Halbmond.
Im Laufe der Zeit entstanden in der Stadt Steinhäuser von denen viele im heutigen Stadtbild, im alten Stadtzentrum, erhalten sind. Allmählich entwickelte sich auch das städtische Bildungssystem. Im Jahr 1898 gab es im Gebiet drei städtische, zwölf kirchliche und mehrere landwirtschaftliche Bildungseinrichtungen.
Eine der bedeutsamsten Phasen in der Geschichte von Astana setzte mit der Erschließung von Neuland und Altbrachen ein. Historischen Zahlen zufolge siedelten sich etwa 270.000 Menschen allein im Zeitraum zwischen
Platz des Friedens Astana |
1953 und 1958 im Akmolinsker Gebiet an. Bis heute leben in der nunmehr neuen Hauptstadt Kasachstans die Kinder und Kindeskinder jener Siedler. Infolge der Erschließung des Neulands wurde das Akmolinsker Gebiet zu einer der wichtigsten Kornkammern des Landes und zu einem führenden Produktionszentrum für Landwirtschaftsmaschinen.
Im Jahr 1992 wurde Zelinograd in Akmola umbenannt. Im Jahr 1997 beschloss der Präsident der Republik Kasachstan, Nursultan Nasarbajew, die Hauptstadt von Almaty nach Akmola zu verlegen. Diese Entscheidung war durch die vorteilhafte geopolitische Lage der Stadt in Zentrum des Landes an der Kreuzung wichtiger Transportwege, das Vorhandensein der erforderlichen Infrastruktur im Bereich Transport und Telekommunikation und entsprechende Brachflächen für die Stadtentwicklung bedingt. Die Stadt, die 319.000 Einwohner zählte, wurde so zur neuen Hauptstadt des Landes.
Am 6. Mai 1998 wurde Akmola durch Erlass des Präsidenten der Republik Kasachstan in Astana umbenannt. Im Jahr 1998 verlieh die UNESCO der Hauptstadt Kasachstans eine Medaille und den hohen Rang einer „Weltstadt". Heute ist Astana ein Zentrum im eurasischen Raum in dem verschiedenartigste Begegnungen zu aktuellen Fragen politischer, ökonomischer und sozial-kultureller Natur stattfinden, in das zunehmend mehr Investitionen aus dem Ausland fließen, in dem Meisterwerke der Architektur entstehen und kühne Projekte verwirklicht werden.

Bestpreisgarantie

