Reiseziele in Kasachstan: Arystan Bab Mausoleum
Arystan Bab Mausoleum Kasachstan |
150 Kilometer von Schymkent entfernt, unweit der Stadt Otrar, befindet sich das Mausoleum des Islampredigers und religiösen Mystikers Arystan Bab, der im 12. Jahrhundert lebte und Lehrer und geistiger Vater des Hodscha Achmed Jassawi war (Architekturdenkmal des 14. Jahrhunderts).
Wie es in der Legende heißt, wurde auf Geheiß Amir Timurs über dem Grab von Hodscha Achmed Jassawi mit dem Bau einer Moschee begonnen (1338-1405). Alle Versuche, die Mauern zu errichten, scheiterten. Der dem Timur im Traum erschienene Heilige sagte ihm, dass er zuerst ein Mausoleum über dem Grab des Arystan Bab erbauen müsse und erst dann eines über dem Grab des Hodscha Achmed Jassawi.
Erstmalig wurde das Mausoleum im 14./15. Jahrhundert umgebaut. Aus dieser Zeit haben sich mit Schnitzereien verzierte Holzpfeiler erhalten. Im 18. Jahrhundert wurde anstelle des bei einem Erdbeben zerstörten Heiligtums ein auf zwei, mit Schnitzereien verzierte, Holzpfeiler gestützter Bau errichtet. Das Gebäude des 18. Jahrhunderts verfiel und wurde im Jahr 1909 neu erbaut, wovon die Inschrift in einer der Kartuschen des Frieses zeugt. Aufgrund des hohen Grundwasserpegels, der die Moschee dem Einsturz nahe brachte, wurde sie 1971 abgerissen und neu erbaut. Heute steht über dem Grab des Arystan Bab ein Mausoleum mit einer Grundfläche von 30 x 13 Meter. Das Gebäude besteht aus gebrannten Ziegeln in Alabastermörtelbindung in der Fassadenmauerung. Es gehört zum Typ der multifunktionalen Mehrkammermemorialbauten mit Querachse.
Der Komplex erhält seine Form durch Anbauten an den ursprünglichen Raum mit der Gruft, in welcher der Islamprediger Arystan Bab beigesetzt wurde, einem zweiten Raum im linken Flügel mit Grüften, Gurchany, für die Anhänger seiner religiösen Lehre und der Moschee mit Hilfsbauten im rechten Flügel. Diese beiden Säle werden durch die gemeinsame Frontalmauer der Hauptfassade miteinander verbunden, die einen tiefen, mit einem Spitzbogengewölbe versehenen, Portalraum im Zentrum aufweist. Unter Glas wird im Mausoleum ein Koran aufbewahrt, ein herausragendes Beispiel mittelalterlicher Kalligraphiekunst. Heute zählt das Mausoleum zu den muslimischen Heiligtümern Zentralasiens und ist Wallfahrtsort.

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