Reiseziele in Kasachstan: Der Alakol-See
Ökotourismus in Kasachstan |
Der Alakol ist ein Salzsee ohne Abfluss, der in der Niederung von Balchaschsk-Alakol liegt. Diese befindet sich an der Grenze zwischen Alamaty und dem östlichen Gebiet Kasachstans, im östlichen Teil der Alakol-Senke. Zwischen dem 12. und 19. Jahrhundert trug er unterschiedliche Namen: Turge-Nor (mong.: "Brückensee"), Alaktagol, Alatenis, Alakta. Der See hat mehr als fünfzehn Zuflüsse. Die wichtigsten sind die Flüsse Urschar, Katynsu, Jemelkujsa, Yrgajty, Schamanty, Schamanotkol und Tasty.
Zusammen mit den Seen Sasykkol, Ujaly, Schalanaschkol und anderen kleineren Seen bildet er das Seensystem von Alakol. Die Fläche des Sees, die Inseln eingeschlossen, beträgt 2.696 Quadratkilometer, die Wassermenge 58,56 Kubikmeter, die Länge 104 Kilometer, die Breite 52 Kilometer, die durchschnittliche Tiefe 22 Meter, die tiefste Stelle erreicht 54 Meter, die Uferlänge beträgt 348 Kilometer. Die Ufer sind stark mit Halbinseln, Landzungen und Buchten durchsetzt. Die Buchten Großer und Kleiner Balgyn sind ausreichend tief und werden als Sicherheitshäfen genutzt. Inmitten des Alakol liegen Inseln: Ulken, Kischkene Araltobe, Belkuduk u.a. Das Klima ist ausgeprägt kontinental. Der See zeichnet sich durch komplexe Winde aus. Über den nördlichen Teilen des Sees erreichen die Windgeschwindigkeiten bis zu 40-50 Meter pro Sekunde, über den südöstlichen und zentralen Teilen bis zu 50-60 Meter pro Sekunde. Die stärksten Winde wehen im Herbst und Winter. Dann können die Wellen eine Höhe von zwei bis zweieinhalb Meter erreichen. Der See ist an zwei Monaten im Jahr zugefroren (Februar-März). Die maximale Eisdicke beträgt 0,8 Meter (im Februar). Die Eisschmelze setzt im April-Anfang Mai ein.
Ende Mai beträgt die Wassertemperatur sieben bis fünfzehn Grad Celsius. Der Mineralgehalt des Wassers liegt bei 1,2-11,6 Gramm pro Liter. Das Wasser enthält Natriumchlorid und Natriumsulfatchlorid. Im Wasser des Alakol ist ein erhöhter Gehalt an Fluor und Brom messbar. Pflanzliches Plankton ist mit 58 Algenarten vertreten, am Ufer wächst gewöhnliches Schilf, Riedgras, Röhricht, Reitgräser, Rohrkolben, weiche Wasserpflanzen, Pfeilkraut, Froschlöffelgewächse, Tausendblatt, Hornblatt u.a. An tierischem Plankton finden sich bis zu 80 Arten. Im Wasser des Alakol leben acht Fischarten. Gefischt werden hier der Zander, der Karpfen, die Marinka und der Barsch. An den Mündungen der in den Fluss strömenden Flüsse gibt es Bisamratten. An den Ufern leben Kormorane, Dohlen, Seetaucher, Schwäne, Pelikane, Reiher und Enten. Im Schilf trifft man auf Steppenkatzen und Wasserratten. Ein Teil des Seegebiets (20.000 Hektar) steht unter Naturschutz.
Man weiß, dass vor vielen Jahren die Große Seidenstraße an den großen „Wasserkelchen" des Alakol vorbei verlief. Schon damals konnten die von den Mühen der Reise erschöpften Karawanenreisenden der Versuchung nicht widerstehen, sich im Wasser des Sees zu erfrischen und bemerkten dabei, dass das salzhaltige Wasser auf wundersame Weise ihre Kräfte erneuerte und der Gesundheit zugute kam. Wie von selbst verschwinden aufgescheuerte Stellen an den Füßen, verheilen Wunden am Körper schneller, Menschen mit Radikulitis vergessen ihre Rückenschmerzen und sogar Streit und Groll lösen sich in Luft auf... Die moderne Medizin bestätigt die Heilkraft des Seewassers. Der Meeresatem von Alakol in Verbindung mit der trockenen, heißen, vom Aroma der Steppen angefüllten Luft, hat eine wohltuende Wirkung auf die gesamte Umwelt.
Die Naturvielfalt in Kasachstans ist sehr manigfaltig |
Darüber hinaus bemerkten Archäologen, dass dieser einzigartige Ort auf der Landkarte im östlichen Kasachstan für die Vogelwelt eine Art „Seidenstrasse" geblieben ist. Die Vögel rasten auf ihrem Weg von Norden nach Süden eben hier. Hier liegt ein echtes Vogelparadies. Man kann hier alle möglichen Vögel sehen, auch seltene. Von den fast 300 Vogelarten stehen 38 auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources. So beispielsweise die Reliktmöwe, rosa Pelikane und Krauskopfpelikane, weiße Reiher, Löffler, schwarze Schwäne, Singschwäne... In den Gewässern des Alakol lebt auch ein vom Aussterben bedrohter Fisch, die Ili-Marinka.
Die Entfernung zu den großen Städten und das raue Klima haben den See und seine Fauna lange vor Touristen bewahrt. Doch heute findet man an den Ufern des Alakol im Sommer kaum noch einen Platz, um sich niederzulassen. Die Störung dieser„Ökokapsel" kann viel Schaden nach sich ziehen. Deshalb hat Kasachstan, als es unabhängig wurde, begonnen, sich ernsthaft mit Naturschutz zu beschäftigen. Im Jahr 1994 hat das Parlament von Kasachstan die Konvention zum Schutz der biologischen Artenvielfalt ratifiziert und damit sein Bestreben bekräftigt, den einzigartigen Reichtum der Natur zu bewahren.
Ein realer Schritt zur Umsetzung dieser Dokumente bestand in der Einrichtung des staatlichen Naturschutzgebiets Alakol.
Was die Entstehung des Namens „Alakol" betrifft, vermutet der Wissenschaftler G. Konkaschbajew, dass er aus einer Verbindung alttürkischer und mongolischer Wörter entstanden ist, wie „Ala"+"kol": „Großer See" oder „Bergsee". Eine andere Deutung dieses ungewöhnlichen Namens geht dahin, darin eine Anspielung auf die unterschiedlichen Umrisse der Seen zu sehen, die zu dem Gesamtsystem des Alakol gehören. Das Wasser hat darüber hinaus eine auf den ersten Blick eigentümliche Farbe. So ist der Alakol von blasser und dunkelblauer, der Sasykkol von hellblauer, der Korschynkol von gräulicher und der Kylytus von gelber Farbe.
So gaben die äußeren Umrisse, die Lage, die Menge und Farbe des Wassers, die sehr unterschiedlich waren, den Bewohnern am Ort ein, den See Alakol zu nennen, wobei „Ala" soviel wie„verschiedenartig" bedeutet.

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