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Japan: Sitten & Bräuche

 
 
Shizuoka,Mount Fuji, Japan
  • Shizuoka,Mount Fuji, Japan
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  • Imperial Palast in Tokio, Japan
  • Kushiro Kranich, Japan
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  • Reisbauern in Fukui, Japan
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  • Gifu, Traditionelle Angeln, Japan
  • Otani, Toyama, Schneestraße, Japan
  • Okinawa, Garten, Japan

Sitten & Bräuche Japan

Fest in Shizuoka, Japan

Einführung in die Japanische Kultur und von alters her geliebten Sitten und Bräuchen, die auch heute noch eine Rolle spielen.


Kunst und Geist, getragen von der Liebe der Menschen

Kabuki in Japan
Kabuki ist eine synkretistische Kunstform, die sich im 17. Jahrhundert aus klassischer Theaterkunst wie l\loh und Bunraku entwickelt hat. Kabuki gehört zu den wundervollen Sitten & Bräuchen in Japan. Spektakuläre Handlungen, erhöhte Laufstege, Drehbühnen, Falltüren und andere Bühnentricks verbessern die Einbindung des Publikums und tragen zur Popularität bei. Heute erscheinen Kabuki-Schauspieler nicht nur in Kabuki, sondern z.B. auch in Film, Fernsehen und Musicals und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Noh in Japan
Noh ist die älteste Form des Japanischen Theaters. Diese Kunstform wurde in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts von Zeami erschaffen. Mit dem „Shite" genannten Hauptdarsteller in Bühnenmitte und hochgradiger Verfeinerung mit Masken, Kostümen, Musik und Tanz bietet es Einblick in eine eigenartige Welt.

Sumo in Japan
Sumo, das sich aus einem alten Shinto- Ritual entwickelt hat, ist auch heute noch sehr populär. Um den höchsten Rang „Yokozuna" zu erreichen, muss ein Kämpfer nicht nur stark sein, sondern auch Würde und Charakter nachweisen. In der 380- jährigen Geschichte des Sumo haben nur 68 Ringer diesen Rang erreicht.

Kampfsport in Asien

Kyogen in Japan
Kyogen ist eine Theaterkunst, die aus den gleichen Ursprüngen wie Noh hervorgegangen ist und häufig auch zwischen Noh-Stücken aufgeführt wird. Im Unterschied zum Noh, bei dem Handlung, Gesang und Tanz im Vordergrund stehen, ist Kyogen allerdings primär als komische Unterhaltung angelegt.

Judo in Japan
Seit 1964 auch olympisch, ist Judo heute ein weltweit beliebter Kampfsport. Gegenstand des Judo-Trainings ist die körperliche Ertüchtigung durch Angriff und Verteidigung. Dahinter steht die Absicht, den eigenen Charakter und Willen zu festigen und zu stärken und damit zum Gemeinwesen beizutragen.

Bunraku
Bunraku ist eine Theaterkunst, die Puppen mit Joruri-Gesang und der Musik der dreisaitigen Shamisen verbindet. Die Gesichtsausdrücke und Hand- und Armbewegungen der 1 -1,5 m großen Puppen, jede von 3 Puppenspielern bedient, wirken nicht puppenhaft, sondern eher harmonisch und elegant.

Kendo / Kyudo
Kendo und Kyudo wurden ursprünglich zu Kriegs- und Jagdzwecken betrieben und gehören heutzutage ebenfalls zu den Sitten & Bräuchen in Japan. In der modernen Zeit haben sie sich zu Sportarten entwickelt, die der körperlichen und geistigen Ertüchtigung dienen und viele Anhänger innerhalb und außerhalb Japans gefunden haben.


Durch die Jahrhunderte überliefertes und verfeinertes Kunsthandwerk

Keramikherstellung in Japan

Keramik in Japan
Da die Techniken und Muster der Keramikherstellung ursprünglich über Korea her nach Japan fanden, sind die berühmten Stätten bis heute vorwiegend auf den Westen Japans konzentriert. Regionale Merkmale, wie sie in der heutigen Keramikkunst zu finden sind, bildeten sich im 14. Jahrhundert heraus. Die Herstellung von Töpfereiwaren war in Landstrichen verbreitet, die als „die sechs alten Brennöfen Japans" gelten - Seto, Tokoname, Shigaraki, Echizen, Tanba und Bizen. Mit dem Eintritt in das 15. Jahrhundert wurde die Teezeremonie populär und in Seto und anderen Regionen wurden hierfür Utensilien wie Teeschalen hergestellt. Besonders beliebt war Keramik mit Shino- und Oribe-Glasuren. Im 16. Jahrhundert kamen von der koreanischen Halbinsel her neue Verfahren nach Japan und Keramik im koreanischen Stil, wie z.B. Karatsu- und Hagi-Ware, wurde populär. Im 17. Jahrhundert begann dank des in Arita gefundenen Kaolins die Blütezeit der Imari-Ware. Da zuvor nur einfarbig gearbeitet werden konnte, bedeutete deren Verwendung mehrerer Farben einen Durchbruch. Hierauf folgte die Herausbildung des Kakiemon-Stils mit blauer und weißer Unterglasur. In dieser Zeit setzte auch die Ausfuhr von Keramikwaren ein, denen nachgesagt wird, durch ihre außerordentliche Feinheit und Anmut den europäischen Adel  entzückt zu haben. Später wurde die    Herstellungstechnik für Arita-Keramik auch an  Orte wie Kyoto und Kutani weitergegeben.

Tischlerei (Holzarbeiten)
Gegenstand der Tischlereikunst war vor allem die Herstellung von Kabinetten mit Deckeln und Laden durch ausschließlich Fügen, d.h. ohne Verwendung von Nägeln oder metallischen Beschlägen. Ihre Geschichte lässt sich in das 6. Jahrhundert zurückverfolgen, in dem die Kunsttischler hauptsächlich für den Adel tätig wurden. Im 17. Jahrhundert begann man, auch Objekte für die Samuraikaste und Bürger herzustellen. Viele der erhaltenen Stücke sind aus Buche, Zelkowe oder Paulownie gearbeitet, wobei die Maserung meisterhaft zur Erzielung einer einzigartigen Gesamtwirkung genutzt wurde.

Lackwaren
Lackwaren ist der Oberbegriff für Holzarbeiten, die mit dem Saft des hauptsächlich in Ostasien zu findenden Lackbaums glasiert sind. Ihre Herstellung hat sich auf Japan ausgebreitet, wo als die fünf Hauptrichtungen nach Region die Wajima-Ware, Aizu-Ware, Echizen-Ware, Yamanaka-Ware und Kishu- Ware bekannt sind. Jede Region hat ihre eigenen Merkmale. Wajima-Ware z.B. besteht aus kunstvoll gearbeiteten, hochwertigen Stücken, während der Großteil der preisgünstigen Aizu-Ware für den Verkauf an Verbraucher bestimmt ist.

Blumen- und Vogelgarten in Kobe, Japan

Textilien
Die ältesten Spuren von gewebter Ware in Japan sind Texturmuster von Wolldecken, die auf irdenen Gefäßen gefunden wurden. Schon im 8. Jahrhundert brachten Weber aus China und von der koreanischen Halbinsel ihr Wissen über die Seidenraupenzucht und die Weberei nach Japan. In der Folge bildeten sich in ganz Japan Industrien zur Herstellung von Webwaren heraus, von Qualitätsware aus Seide bis hin zu schlichten Erzeugnissen aus Material wie Hanf und Baumwolle für den Alltagsgebrauch.


Lebende Traditionen mit Wurzeln im Alltag

Teezeremonie
Der heutige Stil der Teezeremonie, die eine Formalität in den oberen Rängen der Gesellschaft war, wurde im 16. Jahrhundert vom Teemeister Sen no Rikyu eingeführt. Heute unterscheidet sich die Teezeremonie nach eine Reihe von Schulen mit unterschiedlichen Vorstellungen, Eigenschaften und Utensilien. Es haben aber praktisch alle den Gedanken gemein, dass der Gastgeber versucht, mittels der Wahl und des Arrangements der Objekte im Teeraum über den Tee mit seinen Gästen zu kommunizieren.

Traditioneller Tanz in Japan

Japanischer Tanz
Am Anfang des Klassischen Japanischen Tanzes soll im 17. Jahrhundert eine Tänzerin namens Izumo no Okuni gestanden haben. Wie es heißt, hat sie als erste Flöten und Trommeln als Begleitung herangezogen und die Grundlagen des Tanzes als theatralische Kunst konzipiert. Durch seine enge Beziehung zu „Noh" und „Kabuki" verfügt der Klassische Japanische Tanz über zahlreiche Schulen. Diese tragen dafür Sorge, dass diese Kunst an sowohl Berufstänzer und Amateure als auch Senioren und Kinder weitergegeben wird.

Blumenstecken
Ausgangspunkt des Blumensteckens war eine religiöse Zeremonie zum Schmücken des Altars. Es wurde dann im 16. Jahrhundert vom Adel und der Samuraikaste zu einer die Darstellung betonenden Kunstform entwickelt. Im 17. Jahrhundert wurde Ikebana auch im gewöhnlichen Volke populär. In der heutigen Zeit bereichert und verschönt der Gedanke, sich durch das Blumenstecken der jahreszeitlichen Gräser, Bäume und natürlich auch Blumen zu erfreuen, das Leben von Menschen in aller Welt.

Ukiyoe
Diese mehrfarbigen Holzschnitte kamen im 18. Jahrhundert auf. Heute sind die Exponenten des Ukiyoe in der ganzen Welt berühmt, darunter Hishikawa Moronobu, Suzuki Harunobu und Kitagawa Utamaro, die für ihre Portraits bekannt sind, Toshusai Sharaku für seine Kabuki- Schauspieler sowie Katsushika Hokusai und Ando Hiroshige für ihre Landschaftsdrucke. Ukiyoe wird allerdings erst seit dem 20. Jahrhundert als Kunstform anerkannt. Zuvor galten die Holzschnitte lediglich als eine Form populärer Unterhaltung.

    Japan: Reisevideo