Ausflugszielein Tokyo: Kamakura
Kamakura, eine Bahnstunde von Tokyo entfernt, war einst Sitz der Feudalregierung. Sie baute hier 1192 ihr Machtzentrum aus, das erste seiner Art in Japan. Heute ist Kamakura zwar fast eine Vorstadt im Einzugsgebiet von Tokyo, aber die vielen historischen Stätten und der Charakter eines Badeortes am Meer sind ihr geblieben. Die Stadt ist an drei Seiten von bewaldeten Hügeln umgeben und öffnet sich im Süden zur Bucht von Sagami. Der große Buddha, der farbigenprächtige Tsurugaoka Hachimangu-Schrein und die malerische Insel Enoshima locken zu allen Jahreszeiten viele Besucher an. Da die Stadt übersichtlich und nicht zu groß ist, kann man sie sehr gut auf eigene Faust erkunden.
Klima
Kamakura erfreut sich eines milden Klimas, bedingt durch die Wälder und Hügel, die sie schützen. Jede Jahreszeit hat hier ihren Reiz, sei es das frische Grün im Frühling oder die Blattfärbung im Herbst. In vielen Tempeln gibt es herrliche Blumen-Ausstellungen, die Schwärme von Besuchern anziehen.
Anreise
Die Verkehrsverbindungen von Tokyo nach Kamakura und Enoshima sind ausgesprochen bequem. Die Züge fahren alle 10-20 Min. Von Tokyo Hbf fährt die JR Yokosuka Line nach Kamakura und Kita-Kamakura; nach Shönan-Enoshima über Öfuna fahren die JR Tökaidö Line und Monorail. Nach Enoshima über Fujisawa fahren JR Tökaidö Line und Enoden Line. Vom Bf Shinjuku fährt Odakyü Railways nach Enoshima. Je nach Zugart und Fahrzeit variieren die Preise von 250 Yen bis 1.250 Yen.
Routenvorschlag
Kita-Kamakura Bf - 3 Min. Fußweg - Engaku Tempel - 15 Min. Fußweg - Kencho Tempel - 15 Min. Fußweg - Tsurugaoka Hachimangü Schrein - 2 Min. Fußweg - Kamakura Museum - 8 Min. Fußweg - Kamakura Bhf (gut für Mittagspause und Einkauf) - 15 Min. mit dem Bus - Großer Buddha - 10 Min. Fußweg - Hase Kannon Tempel - 5 Min. Fußweg - Hase Bf - 19 Min. mit Enoden Line - Enoshima Bhf - 15 Min. Fußweg - Insel Enoshima - 15-20 Min. Fußweg - Enoshima Bhf - 11 Min. mit Enoden Line - Fujisawa Bhf. (oder^man fährt von Shonan-Enoshima - 13 Min. mit Monorail - Öfuna Bhf).
Sehenswürdigkeiten in Kamakura
Um den Bahnhof von Kita-Kamakura
Engaku-ji: dieser Tempel ist der ehrwürdigste der Zen-Tempel und war einst der zweitwichtigste der fünf großen Tempel von Kamakura. Seine Gebäude liegen auf einer geraden Linie und der Vorhof ist von alten Zedern überschattet. Alte, im Lauf der Jahrhunderte ausgetretene Steintreppen, erzählen von seiner langen Geschichte. Besonders beachtenswert ist „Shariden" oder die „Halle der heilige Reliquien Buddhas", ein eingetragener Nationalschatz Japans. Die 1282 erbaute Halle ist das älteste im chinesischen Stil erbaute Gebäude Japans. Sehenswert ist auch der Glockenturm auf einem Hügel des Tempelareals, der schönste Kamakuras. Zwei Gebäude - Butsunichi-an und Öbai-in - sind der Öffentlichkeit das ganze Jahr über zugänglich. Im Butsunichi- an gibt es ein Teezimmer, in dem den Besuchern Tee und Erfrischungen gereicht werden. Im Garten des Öbai-an stehen im Februar die Aprikosen in voller Blüte.
Tökei-ji
10 Min. zu Fuß vom Engaku Tempel entfernt, wurde 1285 gegründet. In früheren Zeiten hieß er „Scheidungstempel", da er die einzige Zufluchtsstätte für Frauen war, die von ihren Ehemännern misshandelt wurden. Heute wird er seiner Blütenpracht wegen besucht, Aprikosen Mitte Februar, Magnolien und Pfirsich Ende März, Pfingstrosen Ende April bis Mai, Schwertlilien Mitte Mai bis Anfang Juni und japanischer Buschklee (Hagi) im September.
Kenchö-ji
15 Min. Fußweg vom Tökei Tempel entfernt, steht auf Rang eins der fünf großen Zen-Tempel von Kamakura. Er liegt in einem der schönsten Haine japanischer Zedern. Gegründet 1253, wurden die Originalgebäude durch drei große Feuer zerstört und selbst die Wiederaufbauten gingen im anschließenden Bürgerkrieg unter. Aber es sind noch einige der wichtigsten Gebäude erhalten, so die Haupthalle und ein chinesisches Tor. Auch die 1255 gegossene Bronzeglocke ist noch vorhanden und steht in der Liste der Nationalschätze. Des Weiteren existiert noch eine Holzskulptur von Höjö Tokiyori, dem fünften Regenten der Kamakura Regierung, sie gilt als Meisterstück der Kamakura Periode.
Öfuna Botanical Garden
Für diejenigen, die Zeit und Interesse an Pflanzen haben, sei hier ein Besuch empfohlen. Er ist etwa 15 Min. zu Fuß von JR-Bhf. Öfuna entfernt und zeigt auf Freiflächen und in Treibhäusern das ganze Jahr über die japanische Pflanzenwelt. Es gibt unter anderem Päonien, Iris, Azaleen, Narzissen, Rosen Kamelien, Kirsche und japanische Pflaume. Und natürlich in einem separaten Gebäude die berühmten Bonsai.
Um den Bahnhof von Kamakura
Tsurugaoka Hachimangu Schrein
10 Min. zu Fuß vom Bahnhof entfernt, ist zusammen mit dem großen Buddha die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Kamakuras. Direkt vom Yuigahama Strand führt die Wakamiya Öji Straße zum Schrein. Der Abschnitt zwischen dem zweiten und dritten Torii (Eingangstore zum Schrein) ist etwas erhöht und gesäumt von Kirschbäumen und Azaleen. Nach dem dritten Torii beginnt der eigentliche Aufstieg zum Schrein. Ursprünglich 1191 erbaut, stammen die heutigen Gebäude aus dem Jahr 1828. Der in kräftigen Farben bemalte Schrein bildet einen reizvollen Kontrast zu seiner Umgebung. Nachdem man die Trommelbrücke überschritten hat, findet man zwei Teiche, den Heike Teich mit roten Lotosblumen und den Genji Teich mit weißen. Jenseits der Teiche erhebt sich linker Hand eine Noh-Bühne und rechter Hand der Wakamiya Schrein. Nun sind es noch 62 Steinstufen zur Haupthalle. Während der Neujahrstage drängen sich hier Hunderttausende von Festtagsbesuchern in ihren feinsten, oft traditionellen Kleidern. Im September findet hier das Yabusame Fest statt (s. FESTE). Auf dem Schreinhof befinden sich zwei Museen:
Das Kamakura Museum, in dem etwa 400 Exponate der Malerei, der Skulptur, des Kunsthandwerks und historische Dokumente ausgestellt sind. Im Jahre 1928 nach dem Modell des Shoso-in in Nara erbaut, erinnert es an ein Blockhaus auf Stelzen. Besonders zu erwähnen ist die Sammlung buddhistischer Kunstwerke und die kürzlich erworbene Sammlung von Ukiyo-e (Holzblockdrucke). Geöffnet ist das Museum von 9-16:30 Uhr außer montags und vom 29.12.-3.1Eintritt: 300 Yen.
Das Museum für Moderne Kunst nahe dem Heike Teich wurde 1952 errichtet und 1966 erweitert. Es zeigt etwa 120 Gemälde, Holzschnitte und Skulpturen japanischer Künstler. Geöffnet ist das Museum von 9:30-16:30 Uhr, außer Montags und am Tag nach Nationalfeiertagen. Eintritt: 800 Yen.
Um den Bahnhof von Hase
Hase Kannon Tempel
5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt, soll bereits 736 erbaut worden sein. Am Fuß des Kannon-zan Hügels stehen die Hallen Kannon-dö, Amida und Kyakuden. In der Haupthalle befinden sich eine berühmte 11 -köpfige Kannon-Statuen, sie ist die Göttin der Barmherzigkeit. Das 9,30 m hohe Standbild ist die größte Holzskulptur Japans, wahrscheinlich 721 entstanden. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die 1264 gegossene riesige Tempelglocke, die als Nationalschatz registriert ist. Von der Tempelanlage hat man einen schönen Blick auf den Yuigahama Strand.
Der Große Buddha
10 Min. zu Fuß vom Hase- Kannon Tempel entfernt, ist wohl der am meisten besuchte und photographierte Ort in Kamakura. Der 11,30 m hohe Buddha ist der zweitgrößte in Japan. Selbst in dem ihn umgebenden Trubel strahlt er eine fast majestätische Ruhe aus.
Um den Bahnhof von Enoshima
Enoshima ist eine kleine, malerische Insel mit einem Umfang von etwa 4 km. Im Schrein von Enoshima beteten die Fischer in alter Zeit um einen guten Fang und eine sichere Heimkehr. Heute ist die Insel durch die Benten Brücke mit dem Festland verbunden. Eine Straße mit kleinen Andenken laden und alten Gasthöfen führt vom Bahnhof zum Schrein. Sie hat sich die Atmosphäre alter Pilgerstraßen erhalten. In der Höanden Halle des Schreins befindet
sich eine hölzerne und eine nackte Statue der Benzaiten (eine der sieben Glücksgottheiten), auf einem Felsen sitzend.
Das Enoshima Aquarium zeigt viele Süß und Salzwasserfische in ihrem Element und Vorführungen mit Delphinen und Walen.
Kunstgewerbe
Kamakura-bori ist eine 750 Jahre alte Holzschnitzarbeit, die schwarz oder farbig lackiert wird. Besonders beliebt sind Tabletts, Kuchenbehälter und Handspiegel.
Itajishi ein Löwenkopf mit zwei kleinen Holzplatten wird am Kamakuragü-Schrein feilgeboten. Er ist ein Talisman, da man glaubt, dass das Geräusch, das die beiden Platten beim Aneinanderreihen machen, die bösen Geister vertreibt.
Feste in Kamakura
2.-3.Sonntag im April: Kamakura Matsuri
In dieser Zeit finden eine Prozession in festlichen Gewändern, eine Freiluft-Teezeremonie und ein berittener Bogenschieß Wettkampf statt.
Anfang August: Bonbori Matsuri
Bei diesem Fest werden auf dem Areal des Hachimangü Schreins etwa 300 Laternen entzündet, die dem Schrein eine feierliche Atmosphäre geben.
14.-16. September: Tsurugaoka Hachimangu Matsuri
Dies ist das Jahresfest des Schreins, bei dem Trageschreine durch die Straßen getragen werden. Am 16. wird es gekrönt durch „Yabusame", das Bogenschießen vom Pferd.
18. September: Menkake Gyoretsu
Eine Parade von Männern mit grotesken und komischen Masken.

Bestpreisgarantie

