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Indien: Kastensystem

 
 

Kastensystem in Indien

Indiens Bevölkerung (c) India Tourism Frankfurt

Ein sehr komplexes Thema. Der Ursprung mag der Versuch der arischen Einwanderer gewesen sein, sich gegen die Urbevölkerung abzugrenzen. Eine religiöse Begründung ist, wie überall auf der Welt weitaus wirksamer als eine pragmatische, säkulare. Offiziell ist das Kastensystem von der Regierung abgeschafft, ist aber weiterhin sozial prägend.

Kasten sind demnach sakraler Natur, die soziale Ordnung Ausdruck der religiösen Ordnung und mit dieser untrennbar verbunden. Kasten sind geschlossene Gruppen. Man wird nur durch Geburt Mitglied. Es herrscht das Prinzip der Endogamie (Heiraten nur innerhalb der eigenen Gruppe). Kasten sind auch Berufsgruppen. Die Zugehörigkeit wird vererbt. Kasten sind hierarchisch geordnet, wobei das religiös begründete Ideal der Reinheit zur Erklärung benutzt wird. Kasten sind also allumfassend und allgegenwärtig.

Buddha, Indien (c) India Tourism Board

In der Regel aber wird nicht von Kaste gesprochen [Casta (portugiesisch) = unvermischt], sondern von varna (Farbe) und jati (Sanskrit Jan = gebären), ein System, dass dazu dienen soll, die soziale und kosmische Harmonie aufrecht zu erhalten. Nun ist dieses System aber nicht rigide unveränderlich, wie bisher angenommen. Durch Nachahmung und Übernahme von Lebensstil, Symbolen, Ritualen und Glaubensvorstellungen höherer Kasten können niedriger rangige Kasten eine bessere Position erreichen. Durch politische Macht und wirtschaftlichen Erfolg werden Positionen eingenommen, die über die Kastengrenzen hinausgehen. Soziale Mobilität, bislang als ein großes Fortschrittshemmnis gesehen, ist also möglich, zumindest in Urbanen Regionen. Obwohl für Moslems und Christen keine Kastenschranken existieren, gibt es dennoch auch in diesen Bevölkerungsgruppen kastenähnliche Strukturen.

So ist das alte Kastenmodell (vier varnas: in dieser hierarchischen Reihenfolge: Brahmanen als Studierende und Lehrende, Ksatriyas als Krieger, die das Volk beschützen sollen, Vaisyas, die Viehzucht und Handel betreiben und Sudras als Handwerker nur noch begrenzt tauglich, die Sozialstruktur Indiens zu beschreiben. Klassenstrukturen überlagern dieses alte System. Dennoch bestimmt es in weiten Bereichen den Alltag des (ländlichen) Indien: wer mit wem zusammen essen darf, wer wen heiraten kann usw.

Indien: Silvassa, Daman, Diu

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