Sehenswürdigkeiten in Indien: Indiens Süden
Der Süden Indiens umfasst die Bundesstaaten Andhra Pradesh, Karnataka, Kerala und Tamil Nadu. Eine Reise in den Süden Indiens bietet kulturell und landschaftlich großartige Höhepunkte, bestens erhaltene Bauten vergangener Dynastien und einen reichen Einblick in die hinduistische Tempelbaukunst aus verschiedenen Epochen. Dazu gibt es zahllose Möglichkeiten, einen Strandurlaub in das Urlaubsprogramm einzubauen oder auch in den Genuss einer Ayurvedakur zu kommen. Hier im Süden, besonders aber in Kerala, finden wir viele Christen, deren Ursprung bereits im 1. nachchristlichen Jahrhundert anzunehmen ist, als nämlich der Apostel Thomas um 54 n. Chr. indischen Boden betrat.
Sehenswürdigkeiten in Indien: Andrah Pradesh
bietet vor allem eine gute Möglichkeit, die Kunst des Festungsbaus (in Golkonda, in der Nähe der Hauptstadt Hyderabad) zu studieren. Hyderabad selbst ist mittlerweile zum zweiten Silicon Valley von Indien - nach Bengaluru - aufgestiegen und hat Bengaluru den Rang abgelaufen. Beeindruckend ist das auf Bildern in aller Welt bekannt gemachte viertürmige Char Minar inmitten der Stadt, gebaut zum Dank, dass die Stadt einmal von einer Pestwelle verschont blieb. Wichtiger aber ist ein Besuch in der nahe gelegenen Gräberstadt Golconda mit einer riesigen Festungsanlage (16./17. Jahrhundert) und Dutzenden von Gräbern der Qutb-Dynastie.
Südlich von Hyderabad liegt Nagarjunakonda (mit buddhistischen Relikten), ein wichtiger Ort mit zahllosen Relikten von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Die Überschwemmungen des Flusses Kris- hna haben eine Rettung dieser Relikte (wie in Abu Simbel) notwendig gemacht, die auf einer Insel besucht werden können. Im Süden des Landes ist der Shri Venkateshvara-Tempel einer der meistbesuchten Schreine Indiens.
Andrah Pradesh verfügt über eine reichhaltige kunstgewerbliche Tradition (wie z. B. die bekannten Bidri-Arbeiten). Der Besucher wird überdies mit einer delikaten lokalen Küche verwöhnt.
Karnataka
ist allein eine Reise nach Indien wert. Die alten Tempelstädte Hassan und Belur aus der Hoysala-Zeit, die Reste des Chalukya-Reiches in Badami, Pattadakai und Aihole und vor allem das berühmte untergegangene Reich von Vijayanagar machen eine Reise nach Karnataka unvergesslich. Daneben bietet das Land eine ganze Kette von teilweise sehr einsamen Stränden.
Bengaluru (früher Bangalore), die Hauptstadt von Karnataka, ist mittlerweile zur Großstadt aufgestiegen und kann mit Sicherheit als das Zentrum der indischen Informationstechnologie bezeichnet werden.
Belur und Halebid: Nirgendwo sonst in Indien sind feinere Steinmetzarbeiten entstanden. Das gesamte Pantheon indischer Götter, Fabelwesen, Tiere und Pflanzen, Tänzerinnen und Alltagsleben in überreicher Fülle werden dargestellt, gewissermaßen ein Nachschlagewerk in indischer Mythologie Südöstlich davon die alte Fürstenstadt Mysore. Der Palast des Maharadschas, erst am Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, stellt den Inbegriff der märchenhaften Pracht der alten Fürstenherrlichkeit dar, vor allem, wenn er abends illuminiert ist.
Somnathpur, ein weiterer Tempel (13. Jahrhundert), der in seiner Schönheit Halebid und Belur noch übertrifft. Lange Friese von Skulpturen, die die alten Geschichten des Mahabharata-Epos und der Ramayana-Legende erzählen, wechseln ab mit Friesen von Elefanten oder Enten.
Vijayanagar: Glücklicherweise abseits der ausgetretenen Pfade des Tourismus liegt die zerfallene Ruinenstadt Vijayanagar - immer noch ein Geheimtipp, auch für Reisende, die Indien schon kennen.
Sehenswürdigkeiten in Indien: Tamil Nadu
hingegen hat wohl die größten Tempel Indiens aufzuweisen, in denen der Reisende Religion hautnah erleben kann. Beispielhaft sind zu nennen die wunderbaren Tempel aus der Cholazeit (10.-14. )h.), vor allem in Thanjavur. Der Brihadeshwara-Tempel in Thanjavur gilt als der kunstgeschichtlich wertvollste Tempel aus dieser Zeit (UNESCO).
Chennai (Madras): Die Hauptstadt des Bundesstaates, früher Madras genannt, weist vergleichsweise wenige Attraktionen auf, ist aber für die Logistik der innertamilischen Verbindungen wichtig. Als erstes bietet sich da ein Ausflug (60 km) nach Mamallapuram in den Süden an.
Mamallapuram (früher Mahaballipuram), an der Küste gelegen, ist eine einzigartige Gelegenheit, sich in einem schönen Strandhotel in Indien zu erholen und in unmittelbarer Nähe Kultur vom Feinsten zu studieren. Der Strandtempel, die 5 Rathas, die Höhlen mit ihren Reliefs, können als die Wiege der drawidischen, d. h. südindischen Kultur bezeichnet werden. Die Rathas („Tempelwagen") sind das Modell für viele spätere Tempel im Süden. Der Strandtempel (7. Jahrhundert) ist zu einem Wahrzeichen des drawidischen Südens geworden. Die Höhlentempel bieten eine ausgezeichnete Einführung in die indische Mythologie. Das 9 x 27 m große Reliefbild „Die Herabkunft der Ganga" schließlich ist das zweitgrößte Reliefbild, das je von Menschenhand geschaffen wurde.
Kanchipuram: Nicht weit von Mamallapuram liegt die alte Tempelstadt Kanchipuram mit ihren unzähligen Tempeln (7.-15. Jahrhundert). Kanchipuram ist eine der 7 heiligen Städte Indiens und ein wahres Museum für südindische Tempelarchitektur. Nicht weniger als 124 Tempel gibt es hier zu bestaunen. In Tiruchirappalli finden wir den wohl größten Tempel ganz Indiens, eine wahre Tempelstadt, die fast 250 Hektar Fläche bedeckt. Der Tempel ist ein Zentrum der Vishnu-Verehrung. Für den Besucher ist die Gesamtheit der Eindrücke verwirrend: die Lebendigkeit der Basare, die Heerscharen von Gläubigen und Pilgern, die vielen ineinander verschachtelten Innenhöfe, die Tempeltürme und -dächer.
Madurai: Neben Tiruchirappalli ist der Meenakshitempel in Madurai vielleicht der eindrucksvollste Ort, gelebte Frömmigkeit zu erleben, besonders, wenn man morgens oder abends Zeuge der regelmäßigen Pujas wird. Gleichzeitig ist der Tempel Wohnort für viele Brahmanen. Es gibt einen Basar. Der Tempel hat ein eigenes Museum, eine 1.000- Pfeiler-Halle und einen heiligen See zur Prüfung der Güte von Manuskripten (schlechte gingen unter).
Rameshwaram: Eine riesige Tempelanlage mit Korridoren - 197 m in Ost-West- und 133 m in Nord-Süd-Richtung mit 1.212 Säulen - sind die eindrucksvolle Hauptsehenswürdigkeit dieses Ortes.
Chettinad: Selten besucht werden die Paläste der Chettiars, Kaufleuten, die durch Handel Anfang des 20. Jahrhunderts zu Reichtum gelangten. Ihre Paläste rund um die Hauptstadt Karaikudi zeigen ihren einstigen Reichtum deutlich.
Sehenswürdigkeiten in Indien: Kerala
schließlich ist weniger für seine Kultur bekannt, als vielmehr für seine einzigartige Natur. Die Bewohner bezeichnen ihren Bundesstaat als „Gottes eigenes Land". Das Küstengebirge mit seinen Teeplantagen und dem berühmten Nationalpark Periyar, die große Fülle von Reisfeldern und Palmenhainen und vor allem die so genannten «back waters» - kilometerlange Lagunen - laden zu tagelangen Exkursionen auf bequemen Hausbooten ein. Für den stressgeplagten Touristen genau das Richtige. Nichts tun, die „Seele baumeln lassen", das ist wirklich erholsam.
Berühmt sind die Strände Keralas, die zum längeren Verweilen einladen. Leicht lässt sich hier auch auf einer Reise durch den Süden eine Ayurvedakur einbauen.
Thiruvananthapuram (Trivandrum): Hauptstadt des Bundesstaates Kerala und internationaler Flughafen. Die Stadt bietet wenig, eignet sich aber gut als Ausgangspunkt für Exkursionen. Nur 15 km südlich finden wir einen der schönsten Strände Indiens (Kovalam). Von hier aus kann man auch einen Tagesausflug zur äußersten Südspitze Indiens, nach Kanyakumari, machen, für viele Inder ein heiliger Pilgerort.
Kochi (früher Cochin), Ernakulam: Kulturell interessanter ist die Doppelstadt Cochin-Ernakulam. In der Nähe landete vor über 500 Jahren Vasco da Gama und schrieb damit das erste Kapitel europäischer Kolonialgeschichte auf indischem Boden. Eine größere Anzahl von Kirchen erinnert an diese Zeit. Abends wird der Reisende Zeuge eines der schönsten indischen Tänze, des Kathakali-Tanzes, in dem uralte Sagen und Legenden vorgeführt werden.
Back Waters: Von Kochi aus ist es sehr leicht, eine Tour mit einem der zahllosen Boote in die umliegenden Kanäle, die sogenannten „back waters" zu machen. Und schon ist man mitten in einer Welt voller Grün, dem Grün der Reisfelder und der Millionen von Palmen, die die Kanäle säumen, entlang zahlloser Dörfer, deren Bewohner zumeist von der Landwirtschaft leben. Wer mehr Zeit hat, kann auch ein Hausboot (umgebaute Reistransportboote) mieten und Kilometer weit tagelang geruhsam die grüne Kulisse an sich vorbeiziehen lassen.
Schließlich bietet Kerala mit seinem Naturschutzpark Periyar noch die Möglichkeit, wilde Elefanten beim morgendlichen Wassertrinken zu beobachten, in angenehm erfrischender Höhe des Küstengebirges.

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