Rajput-Malerei in Rajasthan
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Rajasthans Rolle bei der Entwicklung der indischen Kunst ist sehr bedeutend gewesen. Die Verzierung von Häusern und Haushaltsgegenständen ist nur ein Aspekt der Kreativität der Bewohner Rajasthans. Die Miniaturmalerei gehört sicherlich zu den faszinierendsten Kunstgattungen. Ihre ausgeprägten Stile sind auf der ganzen Welt bekannt. Die verschiedenen Schulen der Malerei, wie die Schulen von Mewar, von Bundi-Kota, von Kalam und die Schulen von Jaipur, Bikaner, Kishengarh und Marwar erlebten ihre Blüte ab dem 16. Jahrhundert.
Von der Umgebung beeinflusst, haben diese Gemälde jeweils einen eigenen Stil. Berge und Täler, Wüsten, Paläste und Festungen, Gärten, höfische Szenen, religiöse Prozessionen und die wichtigen Bilder aus dem Leben des Gottes Krishna gehören zu den immer wiederkehrenden Themen dieser Gemälde.
Ragamala-Gemälde und Werke, die die Gita Govinda darstellen, gehören ebenfalls zum Kulturgut Rajasthans. Die Miniaturmaler wurden später an den Königshöfen der Moguln angestellt, auch am Hof des großen Mogulkaisers Akbar.
Jede Schule der Malerei weist ihre eigenen Charakteristika auf. Ein Beispiel dafür sind die Ströme, die dichten Wälder und die prachtvoll grünen Felder der Kota-Bundi-Region, wo sie auf den Gemälden dieser gegend abgebildet wurden. In den Palästen von Kota-Bundi sind Bilder zu sehen, die Jagdszenen und Tierkämpfe darstellen. Die Frauen sind wohlgeformt, mit scharfen Gesichtszügen. Die Farben sind im wesentlichen kräftig, wobei besonders rot Farbe den Hintergrund bildet.
Die Herrscher von Amer-Jaipur standen den Moguln am nächsten und unterhielten enge politische und soziale Beziehungen zu den Mogulkaisern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Gemälde hier einen starken Moguleinfluss aufweisen. Beispiele hierfür sind in den Palästen von Amer, Bairat und Toda Rai Singh und viel später in Samode, Achrol, Shapura, Alwar und Tonk zu sehen.
Die Kishengarh-Schule ist bestens für ihre Bani-Thani-Gemälde bekannt. Dieser Stil unterscheidet sich von allen anderen durch seine stark übertriebenen Proportionen - lange Hälse, große, mandelförmige Augen, lange Finger und gedämpfte Farben. Die Originalität dieses Stils ist dem königlichen Schirmherren Raja Swant Singh zu verdanken. Auch die üblichen höfischen Szenen gibt es hier zu sehen. Raja Swanth Singh und seine Liebe zur Sängerin und Dichterin Bani Thani haben schließlich diesem winzigen Staat diese feinsten und zierlichsten Gemälde gegeben.
Jodhpur hatte eine sehr starke Volkstradition. Hier sind besonders starke Krieger und zierliche Frauen die Hauptfiguren auf den Gemälden. Bilder von sagenhaften Lieberpaaren wie etwa Dho- la-Maru auf Kamelrücken, Jagdszenen mit zahllosen Pferden und Elefanten beherrschen die Gemälde der Marwar-Gegend. Auch Bikaner wies starken Moguleinfluss auf und entwickelte einen Stil, der den örtlichen Stil mit anderen Stilen verband.
Die Farben, die die Miniaturmaler verwendeten, wurden aus Mineralien, Gemüse und Edelsteinen, aus Indigo und Muscheln, und aus reinem Silber und Gold hergestellt. Die Zubereitung und das Mischen der Farben, war ein aufwendiger Prozess, der manchmal Wochen und Monate dauerte. Für die verschiedenen Arten der Malerei wurden sehr feine, besonders angefertigte Pinsel verwendet. Die Malweise von Landschaft änderte sich im Laufe der Zeit, die Farben waren ganz unterschiedlich, die Gemälde wurden sowohl auf Papier als auch auf Palmblättern zur Illustration von Manuskripten aufgetragen. An den Wänden der Paläste und Festungen und an den Havelis wurden Fresken aufgebracht (bekannt sind die Havelis von Shekavati). Außerdem wurden Bilder auf Stoff aufgetragen. Doch die Bedeutung der Miniaturmalerei hatte nie nachgelassen. Reine Rajput- gemälde und solche, die von Mogulstil beeinflusst wurden, bieten einen interessanten Einblick in das Leben vergangener Jahrhunderte und faszinieren noch heute Kunstkenner. Künstler in Jai- pur, Nathdwara und Kishengarh beschäftigen sich mit der Anfertigung von Miniaturen und leisten Hervorragendes. Es hat allerdings inzwischen neue Entwicklungen gegeben, die zauberhafte Qualität der Miniaturen hatte jedoch nie nachgelassen.
Die Stoffgemälde von Rajasthan stellen eine andere Art von Kunst dar, doch die Ähnlichkeit mit den Miniaturen ist unübersehbar. Dabei sind vor allem die Phads zu nennen - Wandbehänge, die von den Bhopas benutzt werden - und die Pichwais, die hinter der Gottheit in Vaishnava-Tempeln aufgehängt werden. In kräftigen Farben ausgeführt, mit deutlichen Konturen, haben diese Gemälde eine stark religiöse Tradition. Der Künstler, der an ihnen arbeitet, versteht sich als Diener Gottes und fertigt jedes Pichwai oder Phad voller Hingabe an. Diese Kunstform wird auch für kommerzielle Zwecke genutzt.

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