Regionen in Indien: Rajasthan
Chittaugarh Rajasthan (c) India Tourism Frankfurt |
Rajasthan - einst Rajputana genannt - heißt das Land eines tapferen und ritterlichen Volkes, das ein kriegerisches Leben führte und über das die unglaublichsten Legenden voller Romantik und Heldentaten entstanden.
Dem Reisen in Rajasthan haftet ein gewisser Zauber an, der nirgendwo auf der Welt seinesgleichen findet. Es ist ein Land der Superlative. Alles hier ist atemberaubend schön, beeindruckend und faszinierend. Die Jahrhunderte alte Geschichte, die Kunst und Kultur Rajasthans ist überall im Land gegenwärtig. Zu Recht wird Rajasthan als riesiges Freilichtmuseum bezeichnet, in dem die Überreste einer goldenen Vergangenheit sorgfältig aufbewahrt worden sind. Das Land hat etwas für jeden Reisenden zu bieten. Für diejenigen, die nach einem aktiven Urlaub in Rajasthan suchen, gibt es zahlreiche Orte, in denen man die Natur genießen kann. Abgesehen von schönen Wanderrouten gibt es Pferde- und Kamelsafaris in der Wüste sowie entlang den Aravallis, der ältesten Gebirgskette Indiens. Buchen Sie eine königliche Tour und leben Sie wie ein Maharaja. Verbringen Sie einen friedvollen, ruhigen Urlaub an einem der zahlreichen ausgefallenen Reiseziele in den historischen Städten. Naturbegeisterte können Tiger und andere seltene Tierarten in verschiedenen Naturschutzparks beobachten.
Rajasthan besitzt gute Verbindungen mit anderen Teilen des Landes und ist von Delhi und Mumbai aus gut zu erreichen. Schnelle Züge, direkte Bus- und Flugverbindungen gestalten das Reisen angenehm und komfortabel. Rajasthan ist ein Land, in dem die - glorreiche - Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinreicht. Es ist das große Land, von dem der Verfasser des Buches „The Annais and Antiquities of Rajasthan", Col. James Todd, sagte: „Rajasthan bietet das einzigartige Beispiel in der Geschichte eines Volkes, das den schlimmen Folgen, die jegliche Barbarei nach sich ziehen kann und die Menschen überhaupt erdulden können, zu widerstehen vermochte. Das Volk beugte sich, erholte sich aber immer wieder vom Druck und ließ das Land zum Prüfstein des Heldentums werden."
Die historischen Berichte von Rajasthan geben hervorragende Beispiele von unzähligen ruhmreichen Taten und selbstlosen Aufopferungen. Der Zauber eines Besuches in dieser Wunderwelt bleibt unvergesslich. Rajasthan umfasst eine Fläche von 343.000 km2. Das Beeindruckende an diesem Land ist seine Teilung durch die majestätische Aravalli-Gebirgskette, die von Nordost nach Südwest über ca. 688 km verläuft, gewissermaßen das Rückgrat von Rajasthan, das den Bundesstaat in zwei völlig unterschiedliche geografische Regionen teilt.
Nordwestlich der Aravallis liegen die Regionen von Jodhpur, Jaisalmer, Barmer und Bikaner. Hier befinden sich trockene Ebenen und die Wanderdünen der mächtigen Thar-Wüste. Diese Wüste hat eine Gesamtfläche von 196.150 km². Auf der harten festen Erde befinden sich Wanderdünen, vereinzelt wachsende Sträucher und dorniges Akazienbäume. Der Grundwasserspiegel ist hier seit vielen Jahrhunderten sehr niedrig. Der italienische Reisende Manucci, einer von vielen Besuchern dieser Gegend, die ihre Eindrücke aufzeichneten, schrieb im 17. Jahrhundert: „Das Wasser wird mit Hilfe von Ochsen aus Brunnen geschöpft. Die Brunnen sind so tief, dass viel Zeit vergeht, bis das Wasser an die Oberfläche gefördert werden kann. Deshalb schlagen die, die die Tiere an- treiben, Trommeln, sobald der Krug das Wasser erreicht hat. Sie kündigen damit an, dass bald Wasser geholt werden kann."
Jal Mahal in Jaipur (c) India Tourism Frankfurt |
Dieses Land ist mit seinem unerbittlichen Sandteppich und seiner trockenen Wüste aber weder unfruchtbar noch unbewohnt. Die Trockenheit, die Hitze und die Farblosigkeit haben die Bewohner veranlasst, ihr Leben mit leuchtenden und kräftigen Farben zu füllen. Die farbenprächtig gekleideten Frauen, die sich deutlich gegen den kahlen Hintergrund absetzen, gehören zu den ersten und am längsten währenden Eindrücken, die man in diesem Bundesstaat erhält. Nichts scheint die Lebensfreude der Bewohner zu beeinträchtigen.
Das trockene Klima hat die Menschen gezwungen, ein halbnomadisches Leben zu führen. Wird das Überleben schwierig, ziehen sie mit ihrem Vieh zu besseren Weiden. Einige setzen ihre Fähigkeiten in der Herstellung von Volkskunst ein, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Wanderer verlassen mitunter ihre Heimat, doch tragen sie die Wüste samt ihrer Geschichte stets im Herzen und halten so alte Traditionen am Leben. Sie ziehen vielleicht aus ihrem Land fort, doch entfernen sie sich niemals von ihrer Kultur. Wird die Wüste wieder etwas erträglicher, betreiben die Bewohner Kamel-, Kuh- oder Büffelzucht. Der Mangel an Vegetation wird durch Mineralienreichtum wettgemacht, der in vielen Teilen dieser faszinierenden Region verbreitet ist. Auf der anderen Seite der Berge gibt es eine üppige Vegetation. Die Aravalli-Berge (wörtlich „liegender Balkon") zeigen sich als harte Granitfelsen, als vereinzelt stehende kleine Hügel und als Gegenden, die reich an Silber, Zink- und Bleivorkommen sind. Hier gibt es auch lange Streifen dichter Wälder, saftige grüne Täler und fruchtbare Felder. Das Land wird hier von zahlreichen Flüssen durchzogen. Der wichtigste ist der Chambal, der durch das felsige Terrain der Hadoti-Region fließt.
Geologisch gesehen sind viele Teile Rajasthans älter als das Himalaja-Gebirge. Die Zivilisation hat Rajasthan auch viel früher erreicht als den Rest Indiens. Ausgrabungen in Kalibangan im Distrikt von Ganganagar, beweisen, dass eine voll entwickelte, organisierte Gesellschaft in dieser Gegend lange Zeit vor der Harappa-Kultur existierte. Auch andere prähistorische Stätten sind in großer Anzahl in Rajasthan zu sehen.
Jaipuri Gericht in Indien (c) India Tourism Frankfurt |
Die spätere Geschichte Rajasthans ist eine Geschichte verschiedener Königreiche und der vielen Kriege, die sie regelmäßig gegeneinander führten. Erst Mitte des 6. Jahrhunderts begannen die mutigen Rajputen, die hervorragende Krieger waren, die Gegend zu beherrschen. Sie schrieben die glorreichsten Kapitel der Geschichte mit ihrem Blut und ihren Schwertern. Rajasthan wurde in einzelne Königreiche aufgeteilt. Die ruhmreichen Rajputen widersetzten sich den Türken, den mächtigen Sultanen des Sultanats Delhi und später den großen Mogulkaisern. Die Auseinandersetzungen zwischen den Rajputen und den muslimischen Herrschern von Delhi dauerten fast 550 Jahre. Dieses Zeitalter sah den Aufstieg von Prithvi Raj Chauhan Maharani Padmini, der schönen Königin von Rana Rattan Singh von Chittaur, ferner von Rana Sangha, Man Singh vom Amer, und Rana Pratap von Chittaur. Sie alle und noch zahlreiche andere werden vom Volk wie Heilige verehrt. Es war ein Zeitalter unumstößlicher Treue und eine Zeit, in der man den Tod der Unehre vorzog.
Es ist dieses Zeitalter der Geschichte Rajasthans, das noch in den stolzen Einwohnern dieser Gegend weiter lebt, und das dem Land einen ganz eigenen Reiz verleiht, der weltweit ohnegleichen ist.

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