Weltkulturerbe in China: Yinxu - Ruinen aus der Yin-Zeit
Bewertung durch die Welterbe- Kommission
Die archäologischen Relikte Yinxu befinden sich etwa 500 Kilometer südlich von Beijing, im Gebiet der Stadt Anyang. Es handelt sich dabei um die Reste einer alten Stadt vom Ende der Shang-Zeit (1300-1040 v. Chr.). Sie zeugen von Kultur, Handwerk und Wissenschaft in Chinas Frühzeit, dem sogenannten „Goldenen Zeitalter", einer blühenden Periode in der Bronzezeit. Bei den freigelegten Ruinen handelt es sich um zahlreiche Königsgräber, Palasthallen und weitere Bauten, die den typischen chinesischen Architekturstil späterer Zeit bereits erkennen lassen. Die Ruinen der Palasthallen und königlichen Ahnentempeln bestehen aus 80 Gebäudefundamenten auf einem 1000 mal 650 Meter großen Gelände. Außerdem hat man hier die einzige gut erhaltene Grabanlage der Königsfamilie der Shang-Dynastie, das „Fuhao-Grab", gefunden. Die große Menge von handwerklich feinen Grabbeigaben zeugen vom fortgeschrittenen Niveau des Handwerks in der Shang-Zeit. Sie gehören heute zum nationalen Schatz Chinas. An der Fundstelle der Yin-Ruinen wurden auch Orakelknochen-Höhlen entdeckt. Die Inschriften auf diesen Knochen sind unschätzbare Zeugnisse des religiösen Glaubens und des sozialen Systems in Chinas Frühzeit sowie eines der ältesten Schriftsysteme der Welt, der chinesischen Schriftzeichen.
Allgemeiner Überblick
Die Ruinen von Yin befinden sich im Gebiet des Dorfes Tuncun im Nordwesten der Stadt Anyang, Provinz Henan. Es sind die berühmten Ruinen der Hauptstadt der Spätperiode der chinesischen Shang-Zeit (1300-1046 v.Chr.), der ältesten Hauptstadt, deren Existenz durch historische Dokumente überprüfbar und durch Orakelknochen und archäologische Ausgrabungen bezeugt ist. Das Territorium, wo die über 3 300 Jahre alten Yin-Ruinen gefunden wurden, ist annähernd 24 km² groß. Es besteht aus dem Palasthallen- und Ahnentempel-Bezirk, dem Bezirk der königlichen Grabstätten, den Ruinen einer menschlichen Siedlung, einem Komplex von Familien-Gräbern, Orakelknochen-Höhlen, Bronzegegenständen, einer Werkstatt für Jadearbeiten, einer Werkstatt für Knochenbearbeitung sowie vielen anderen Spuren. Der zentrale Bezirk umfasst die Ruinen von Palasthallen, Ahnentempeln und königlichen Gräbern.
Palasthallen und Ahnentempel wurden von den Shang-Königen für Regierungsgeschäfte und zum Wohnen benutzt. Das Baumaterial bestand hauptsächlich aus Lehm und Holz. Die Gebäude wurden häufig auf hohen Plattformen aus gestampfter Erde errichtet; Holzsäulen stützten das Dachgerüst; auch die Mauern bestanden aus gestampfter Erde. Die Dächer waren strohgedeckt. Diese Bauweise verkörpert das fortgeschrittene Niveau des frühen Palastbaus im alten China.
Die bei den Yin-Ruinen entdeckten Orakelknochen-Höhlen befinden sich hauptsächlich zwischen den Ruinen der Palasthallen und der Ahnentempel. Die Orakelknochen selbst bestehen aus Schildkrötenpanzern und Rinderknochen, auf die altertümliche Schriftzeichen eingeritzt wurden. Insgesamt wurden 15 000 Orakelknochen gefunden. Am berühmtesten sind die Orakelknochen-Höhle YH127, die Höhle südlich des Dorfes Xiaotun sowie die Höhle H3 im Osten von Huayuanzhuang. Die hier sehr zahlreich gefundenen Orakelinschriften beziehen sich auf alle Seiten des gesellschaftlichen Lebens der Shang-Zeit. Sie werden „frühestes Archiv" des chinesischen Altertums, manchmal sogar der Menschheit, genannt.
Die Ruinen der Königsgräber, der Palasthallen und der Ahnentempel von Yin stehen sich, durch einen Fluss getrennt, gegenüber. Bei der Grabanlage handelt es sich um die Gräber der Shang-Könige und einen Ort der Götteropferung. Es ist die früheste gut erhaltene Königsgrabstätte Chinas, soweit man heute weiß. Unter den Ruinen entdeckte man zwölf Königsgräber von großem Ausmaß und mehr als 2 500 Opferaltäre. Die großen Königsgräber sind in Form der chinesischen Schriftzeichen angelegt worden, die Grabkammern wirken majestätisch, die größte von ihnen nimmt eine Fläche von 1 803 m² ein und ist 15 Meter tief. In den Außensargkammern befanden sich Luxuriöse, feine Grabbeigaben, aber auch eine Vielzahl mitbegrabener Menschenopfer. In jeder Hinsicht symbolisiert diese Stätte das hohe Niveau des frühen Königsgrab-Baus des chinesischen Altertums.
Außerdem sind die gefundenen Kultgegenstände, insbesondere die aus Bronze und Jade, einzigartige Beweise für die Kulturtraditionen der Spätphase der Shang-Zeit.
Website: www.yinxu.opg
Touristen-Service
Verkehr
Die Stadt Anyang liegt an der Eisenbahnstrecke Beijing-Guangzhou. Auch Wuhan und Zhengzhou liegen an dieser Strecke. Über die Nationalstraße 107 ist Anyang ebenfalls mit Beijing und Guangzhou verbunden. An der Ostseite des Bahnhofs befindet sich die Station für Fernbusse. Innerhalb der Stadt kann man mit der Linie 15 direkt in das Yinxu-Gebiet fahren. Linie 18 fährt zu den Ruinen von Palasthallen und Ahnentempeln.
Gastronomie
Es gibt in Anyang zahlreiche traditionelle Speisen. Vieles wird gedünstet, mit ausgesuchten Zutaten versehen und sorgfältig zubereitet. Die Preise sind angemessen. Es gibt eine große Vielfalt von Schmorgerichten mit unverfälschtem Geschmack, die zur regionalen Küche zählen. Gäste können ganz nach Belieben die verschiedensten Speisen genießen.
Weitere Informationen
Eintrittskarte für Ruinen der Palasthallen und Königsgräber: 21 Yuan,
Eintrittskarte für Ruinen der Palasthallen und Ahnentempel: 51 Yuan,
Kombinierte Eintrittskarte: 61 Yuan

Bestpreisgarantie

