Weltkulturerbe in China: Die alten Dörfer von Süd-Anhui: Xidicun und Hongcun
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Die beiden alten Dörfer Xidi und Hongcun haben in hohem Maße jenes dörfliche Antlitz bewahrt, das anderswo bereits im 19. Jahrhundert verschwunden oder ausgelöscht worden ist. Das Aussehen ihrer Straßen, die altertümlichen Gebäude und Dekorationen sowie die mit einem vollständigen Wasserversorgungssystem ausgestatteten Wohnstätten sind ein sehr seltenes kulturelles Erbe.
Allgemeiner Überblick
Die beiden Dörfer liegen im Kreis Yixian, Stadt Huangshan, Provinz Anhui. Sie sind Musterbeispiele für die Anhui-Architektur. Mit ihren klaren ländlichen Gartenlandschaften, der altertümlich-einfachen dörflichen Anlage, den handwerklich hervorragend gestalteten Anhui- Wohnhäusern und ihrer starken historisch-kulturellen Ausstrahlung sind sie weithin berühmt.
Xidi liegt acht Kilometer von der Kreisstadt des Kreises Yixian entfernt. Das Dorf wurde vor mehr als 900 Jahren während der Regierungsperiode You der Nördlichen Song-Dynastie (1049-1053) errichtet. Familien mit dem Namen Hu siedelten sich hier an. Bis heute sind aus der Ming- und der Qing-Zeit (1368-1911) 124 alte Wohnhäuser und drei Ahnentempel erhalten geblieben. Dazu gehören der Lingyunge („Die Wolken berührender Pavillon"), der „Ehrentorbogen für den Präfekten", der „Hof der Glück verheißenden Jade", der „Pfirsich- und Pflaumengarten", der Ostgarten, der Westgarten, die „Residenz des Arztes", die „Halle der Verehrung", die „Halle der Glückserfüllung", das „Häuschen der blauen Wolke" und die „Halle des Glücksgefühls". Deshalb ist Xidicun als „Museum chinesischer Wohnarchitektur der Ming- Und Qing- Periode" bekannt.
Das Dorf, das in der Form eines Schiffes angelegt wurde, ist an allen vier Seiten von Bergen umgeben. Zwei Bäche durchqueren den Ort. Die Straßen und Gassen verlaufen alle nahe am Wasser und sind mit blaugrünen Steinen gepflastert. Die alten Gebäude zu beiden Seiten sind schlicht, aber geschmackvoll, die meisten aus Holz und von Ziegelmauern umgeben. Holz, Steine und Ziegel sind reich mit Schnitzwerk verziert. Der am Dorfeingang befindliche Ehrentorbogen für den Präfekten Hu Wenguang verfügt über vier Säulen und fünf Ebenen. Er wurde im sechsten Jahr der Regierungsperiode Wanli der Ming-Dynastie (1578) errichtet und ist ein Zeugnis für die einflussreiche Stellung des Hu-Clans.
Die in der Mitte des Dorfes gelegene „Halle der Verehrung" (Jing'aitang) hat eine Fläche von 1800 m², sie ist heute die größte Ahnenhalle in Xidicun. Alle Wohnhäuser und öffentlichen Gebäude sind reich geschmückt, die Gärten sind kunstvoll gestaltet. „Die Gesamtanlage ist perfekt, die Struktur kunstvoll, der Schmuck prächtig, die Bauarbeiten erlesen" - etwas ganz Besonderes unter den alten Wohngebäuden in China.
Hongcun liegt zehn Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt des Kreises Yixian entfernt. Es wurde im 1. Jahr der Regierungsperiode Shaoxing der Südlichen Song-Dynastie (1131) erbaut und war ein Ort, an dem sich damals Vertreter der Sippe mit dem Namen Wang ansiedelten. Bis heute sind aus der Ming- und Qing-Zeit (1368-1911) 137 alte Wohngebäude erhalten geblieben. Von oben betrachtet sieht die Dorfanlage wie ein Kalb aus, das am Fuß des Berges und am Ufer des Flusses schläft. Die alten Gebäude im Dorf sind durch weiße Mauern und blaugrüne Dachziegel gekennzeichnet. Dazu gehört auch die Chengzhi- Halle mit einer Fläche von 2 000 m². Sie ist die größte und prächtigste Halle in Hongcun und wird „Volkspalast" genannt. Die innerhalb der Halle vorhandenen mannigfaltigen Holzschnitzereien wirken eindrucksvoll und lebendig, bis heute haben sie ihren Glanz bewahrt. Die anderen Hallen, Jingxiu-Tang („Halle der Verehrung"), Dongxian-Tang („Halle der PflichterfülStr.ng"), Sanli-Tang („Halle der drei Vorlieben") und Xuren-Tang („Halle des Wohlwollens"), sind sowohl von herausragender Erscheinung, als auch schlicht und erhaben. Hinzu kommen die hoch aufragenden uralten Bäume, die über die Mauerkronen der Wohngebäude ragenden grünen Ranken und alten Bäume sowie die hundertjährigen Päonien in den Höfen. Es ist fast so, als ob man in ein Landschaftsbild hineintritt. Das ganze Jahr über gibt es hier Wolken und Nebel, so dass die ganze Szenerie buchstäblich wie „ein Dorf auf einem chinesischen Bild" wirkt.
Website von Xidicun: www.xidi.cn
Website von Hongcun: www.hongcun.com.cn
Touristen-Service
Verkehr
Von Beijing aus reist man per Eisenbahn oder Flugzeug bis Huangshan, dann mit dem Bus in den Kreis Yixian. Von Guangzhou oder Shenzhen aus kann man bis Huangshan fliegen.
Gastronomie
Die Anhui-Küche gehört zu den landesweit acht wichtigsten Küchen. Sie ist bekannt für die Zubereitung von Wild aus den Bergen. Die Anhui-Küche legt besondere Aufmerksamkeit auf Farbe, Fett und einen differenzierten Einsatz von Hitze, so dass alle Gerichte über einen sehr angenehmen Duft verfügen. Im Kreis Yixian kann man regionale leichte Gerichte ausprobieren, zum Beispiel Laba-Doufu, Masuantang, Hongshao Taohuagui oder Lüdoudou. Der kräftige volkstümliche Geschmack ist allseits beliebt.
Shopping
Eine Reihe von bekannten regionalen Erzeugnissen, wie Yixian-Duftpilze, Baichang- Seide, Jinxing-Lackwaren und Yishan-Spatzenzungen haben in- und außerhalb Chinas einen guten Ruf. Besucher können je nach Angebort einkaufen
Weitere Informationen
Eintrittskarte für Xidicun und Hongcun: jeweils 80 Yuan.
Info-Telefon Xidicun: 0086-5155 444
Info Telefon Hongcun: 0086-559-5541 158

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